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Porsche Tennis Grand Prix - Angelique Kerber vor Auftakt in Stuttgart: "Wusste, dass alles viel anstrengender wird"
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Publiziert 17/04/2024 um 03:39 GMT+2 Uhr
Angelique Kerber hat seit ihrer Rückkehr nach der Babypause 2024 punktuell sehr ansprechende Leistungen vollbracht. Bei der Nationalmannschaft in Brasilien plagte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin zuletzt ein schlimmer Virus. Vor ihrem ersten Match beim Porsche Grand Prix in Stuttgart präsentierte sich die ehemalige Nummer eins aufgeräumt und sprach über realistische Ziele als Mutter.
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Angelique Kerber angeschlagen? Was am Wochenende rund um die Arena des Porsche Grand Prix im Stuttgarter Osten als Gerücht langsam die Runde machte, ließ sich bereits am Montag durch Gespräche mit Verantwortlichen aus ihrem Team verifizieren.
Im Kreise der Nationalmannschaft, beim Qualifikations-Auswärtsspiel im Billie-Jean-King-Cup in Brasilien vorige Woche, war der Deutsche Tennisbund (DTB) noch vorsichtig mit der Personalie umgegangen.
So manche Fans und Beobachter werden sich gewundert haben, warum die dreimalige Grand-Slam-Siegerin ihr Team nach so langer Anreise lediglich von der Bank aus anfeuerte.
Schließlich hat die 36-Jährige seit ihrer Rückkehr nach Babypause punktuell sehr ansprechende Leistungen vollbracht. Ohnehin gilt: Kerber ist im Frühjahr 2024 eine der spannendsten Personalien im Damentennis. Viele stellen sich die Frage: Was ist bei diesem Comeback im fortgeschrittenen Sport-Alter noch möglich für sie?
Kerber angeschlagen nach Stuttgart
Das wird sich ehemalige Nummer eins der Weltrangliste sicher selbst fragen in dieser Phase ihres Sportlerinnenlebens, nicht nur in dieser Woche von Stuttgart.
Dort bestätigte sie am Dienstagnachmittag gegenüber Reportern, dass es sie kurz vor der Anreise nach Sao Paulo erwischt hatte: "Der lange Flug hat es auch nicht besser gemacht. Ich muss sagen, dass ich gar nicht weiß, wann ich das letzte Mal so angeschlagen und krank war, beziehungsweise so einen Virus hatte."
Ihr ginge es nun, führte Kerber aus, von Tag zu Tag besser und sie versuche, die Chance zu nutzen, sich zu erholen und so schnell es geht, wieder fit zu werden.
In Brasilien hatte sie immerhin schon leicht auf der roten Asche trainieren können. Seit der Ankunft in Stuttgart trainiere sie voll.
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Kerber erstmals von Tochter getrennt
Für Kerber noch wichtiger: Tochter Liana, die Anfang 2023 das Licht der Welt erblickt hat und von der sie in Brasilien erstmals mehrere Tage getrennt war, blieb gesund, auch niemand aus ihrem größer gewordenen Team hatte sich angesteckt.
Von ihrer Tochter war sie in Brasilien erstmals für mehrere Tage getrennt.
"Ich glaube, es war schlimmer für mich als für sie", erklärte sie mit einem Lächeln und führte aus: "Es war ok. Ich wusste, sie ist in guten Händen und irgendwann muss man auch diesen Schritt mal gehen. Aber ich bin froh, dass ich sie hier wieder an meiner Seite habe, weil nach ein paar Stunden habe ich sie sehr vermisst."
Mütter bringen Top-Leistungen auf WTA-Tour
Auf der WTA-Tour ist es nach einigen Vorstreiterinnen wie Serena Williams, Elina Svitolina, Caroline Wozinacki und aus deutscher Sicht natürlich Tatjana Maria, die den Weg geebnet haben, fast Normalität.
Dass eine Topathletin eine Pause einlegt, ein Kind zur Welt bringt, sich wieder in eine körperliche Topverfassung bringt und bereits im Folgejahr Tourmatches gewinnt, sollte aber jedes einzelne Mal als eine besondere Leistung gewürdigt werden.
Kerber hat beim Comeback in Australien Danielle Collins, die nun nicht nur wegen der beiden Titel in Miami und Charleston das beste Tennis ihrer Karriere spielt, einen großen Kampf geliefert.
In Indian Wells wurde Kerber nach drei Siegen inklusive Top-10-Erfolg gegen Jelena Ostapenko erst im Achtelfinale von Mutter-Kollegin Wozniacki gestoppt. Trotz ebenfalls deutlicher Niederlagen in Linz und Miami, ordnete Kerber ihr Comeback realistisch ein.
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Kerber: "Wusste, dass alles viel anstrengender wird"
Sie habe nichts so wirklich überrascht bei ihrer Rückkehr. In Stuttgart erklärte sie: "Ich wusste, dass alles viel anstrengender wird. Dass mein Team größer geworden ist. Dass man den Plan anpassen muss. Dass man spontan und flexibel sein sollte."
"Ich wusste, dass ich Zeit und Geduld benötige, um wieder an meine Leistungen anzuknüpfen." Das habe Zeit benötigt und sie befinde sich "noch immer in dieser Phase", sich anzupassen.
"Ich habe aber gesehen, dass ich gegen Top-10-Spielerinnen mithalten und gewinnen kann. Im Training habe ich gemerkt, dass ich wieder da und fit bin. Ich brauche Matchpraxis."
Kerber ändert Herangehensweise
Nur die Herangehensweise habe sich durch die Familie verändert: "Ich versuche, meinen Fokus auf den Platz zu bringen, morgens zu trainieren und versuche meinen Ablauf so zu organisieren, dass ich nachmittags etwas frei habe. Damit ich spazieren gehen oder andere Dinge mit der Kleinen machen kann."
Stuttgart, so sehr sie dieses Turnier liebt und schätzt, ist für Kerber 2024 nur eine Zwischenstation. Das liegt einzig am doch eher ungeliebten Sand.
"Es ist das erste Turnier auf Sand, ich bin gespannt wie das wird", sagte sie lächelnd, um dann ein Loblied auf Fans und Turnierveranstalter in Stuttgart anzustimmen.
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Kerber will sich auf Rasen fokussieren
Doch Kerber betonte, dass 2024 der Fokus noch mehr als in den Jahren vor der Pause, auf der Rasensaison liege. Sie lasse nach Stuttgart Madrid aus, spiele in der Vorbereitung auf die French Open lediglich Rom.
Nach Hamburg plant sie mit allen Turnieren auf Rasen in Berlin und ihrem eigenen Turnier in Bad Homburg. "Rasen ist mein Lieblingsbelag, da versuche ich die Highlights zu setzen und so viel wie möglich zu spielen, bevor es nach Wimbledon geht."
An den Ort ihres letzten Grand-Slam-Titels 2018, als sie Serena Williams nach deren Babypause im Finale besiegte. Die erreichte bis zu ihrem Rücktritt 2022 noch vier Grand-Slam-Finals.
Der Vergleich ist selbstredend vermessen und Kerber versucht ihr Comeback sichtbar zu genießen. Gerade auf Rasen aber sind der Nationalspielern noch einige Überraschungen zuzutrauen.
Beim Porsche Grand Prix in Stuttgart wartet voraussichtlich am Mittwochabend (Live bei Eurosport und discovery+) die einstige US-Open-Sensationssiegerin Emma Raducanu, die nach vielen Enttäuschungen und Verletzungen am Wochenende zwei entscheidende Siege bei Großbritanniens Erfolg in Frankreich feierte.
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