Rafael Nadal holt French-Open-Titel durch den Einsatz von Schmerzmitteln - Kritik von Anti-Doping-Boss
VonThomas Gaber
Publiziert 28/06/2022 um 09:13 GMT+2 Uhr
Grand-Slam-Rekordchampion Rafael Nadal konnte seinen 14. French-Open-Titel nur dank des dauerhaften Einsatzes von Schmerzmitteln gewinnen. Der Schweizer Anti-Doping-Boss Ernst König kritisiert dieses Praxis scharf. "Gegen den einmaligen Einsatz des Schmerzmittels Ponstan haben wir nichts einzuwenden. Aber wenn es chronisch wird, wird es problematisch", sagte König dem Schweizer "Tagesanzeiger".
Rafael Nadal greift in Wimbledon nach seinem dritten Grand-Slam-Titel 2022
Fotocredit: Getty Images
König befürchtet, Nadals Vorgehen zur Unterdrückung von Schmerzen beim Nachwuchs Schule machen könnte.
"Ist das der Sport, den wir wollen? Welches Signal sendet man an junge Sportlerinnen und Sportler aus? Was sagt man ihnen, wenn sie in einer ähnlichen Situation sind? Selbstverständlich wollen sie dann auch Schmerzmittel", so König.
Nadal dürfe nicht verurteilt werden, weil er Regeln gebrochen habe. Die Behandlung mit Schmerzmitteln sei im Profisport gängige Praxis.
"Wir versuchen aber den jungen Sportlerinnen und Sportlern mitzugeben: Hört auf eure Körper. Wir kämpfen auch gegen die exzessive Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Die Geisteshaltung, ein Pülverchen einzuwerfen, wenn man zu viel trainiert hat, erachten wir als fatal. Es wäre besser, dem Körper eine Pause zu gönnen", sagte der Anti-Doping-Boss.
König gegen Verbot von Schmerzmitteln
König spricht sich eindeutig gegen ein Verbot von Schmerzmitteln aus, pocht aber auf Verhältnismäßigkeit: "Wenn sich ein Athlet vier Jahre auf Olympische Spiele vorbereitet und am Morgen vor seinem Wettkampf grausam Kopfweh hat, finde ich es legitim, dass er sagt: 'Jetzt nehme ich eine Kopfwehtablette'. Es ist wichtig, dass man unterscheidet. Und sensibilisiert, ab wann es problematisch wird."
Nadal hatte in den letzten Monaten seine chronischen Schmerzen im linken Fuß durch eine spezielle Therapie lindern können. Er gab kürzlich zu, dass "die Behandlung meine Verletzung an sich nicht verbessert hat." Das Hauptziel sei gewesen, den Schmerz wegzunehmen und dieses Ziel habe man erreicht.
Der 22-malige Grand-Slam-Sieger greift am Dienstag in Wimbledon ins Geschehen ein. Der an Nummer zwei gesetzte Spanier trifft in einem Erstrundenmatch auf den Argentinier Francisco Cerundolo.
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