Rafael Nadal und Andy Murray mit Zweifeln an dichtem Terminkalender

Rafael Nadal wird seine Titel bei den US Open und den French Open angesichts des dichten Terminkalenders 2020 wohl nicht beide verteidigen. "Ich habe mit Rafa gesprochen und er hat große Zweifel, welche Turniere er spielen soll", sagte Nadals Onkel Toni bei "ESPN Deportes": "Der Zeitplan ist unrealistisch, insbesondere für erfahrene Spieler, die nicht so viele Wochen nacheinander antreten können."

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Die Kritik an Novak Djokovics Adria-Tour-Fiasko war kaum verklungen, da brannte den Topstars das nächste Thema auf der Seele. Nun bereitet der bevorstehende heiße Tennisherbst große Sorgen. Aus den Lagern der ehemaligen Weltranglistenersten Rafael Nadal und Andy Murray werden angesichts der Terminhatz im Saisonendspurt enorme Bedenken laut.
"Der Zeitplan ist unrealistisch, insbesondere für erfahrene Spieler, die nicht so viele Wochen nacheinander antreten können", sagte Nadals Onkel und langjähriger Trainer Toni dem lateinamerikanischen Fernsehsender "ESPN Deportes": "Ich finde es ein bisschen hässlich, was die ATP getan hat. Diese Entscheidung ist völlig gegen Spieler wie Rafa und Novak Djokovic."

Auch Murray mit Zweifeln

Gerade die dichte Taktung der verbleibenden Grand Slams hält man im Kreise Nadals für unzumutbar. Wegen der Coronakrise finden die French Open in dieser Saison erst vom 27. September bis 11. Oktober und damit nur zwei Wochen nach dem Finale der US Open statt. Für ältere und teilweise von Verletzungen geplagte Spieler wie den Spanier, die bei beiden Turnieren zu den Topfavoriten gehören und vermutlich weit kommen, scheint diese Belastung kaum machbar.
Ob er die Mission Titelverteidigung sowohl beim Hartplatzevent in New York als auch auf Sand in Paris überhaupt angehen will, lässt Nadal deshalb bislang auch offen. "Ich habe mit Rafa gesprochen und er hat große Zweifel, welche Turniere er spielen soll", sagte sein Onkel Toni. Mit seinen Bedenken steht Nadal dabei nicht alleine da. Dem verletzungsgeplagten Andy Murray stößt vor allem die fehlende Vorbereitungszeit beim Wechsel von Hartplatz auf Sand sauer auf.
Bereits während des Finalwochenendes in New York startet auf Sand das prestigeträchtige Mastersturnier in Madrid (13. bis 20. September). Murray sieht in diesem fließenden Übergang der Bodenbeläge ein enormes gesundheitliches Risiko. "Es ist nicht sicher für Spieler, das Halbfinale oder das Finale in New York zu erreichen, oder selbst nur das Viertelfinale, und dann am Dienstag in Madrid schon auf dem Sandplatz zu spielen, wenn du vorher lange Zeit nicht auf Sand angetreten bist", erklärte der 33-Jährige.

Murray: "Rangliste könnte verzerrt werden"

Entsprechend werde wohl kaum ein Topspieler in Madrid antreten, obwohl dort reichlich Punkte für die Weltrangliste zu holen sind, befürchtet der Schotte. "Die Rangliste könnte etwas verzerrt werden, wenn man die Punkte so belässt, wie sie sind", sagte der dreimalige Grand-Slam-Sieger: "Es gibt jede Woche große Turniere, und es wird für Spieler, die beständig gewinnen, sehr schwierig sein, sich auf so viele Veranstaltungen festzulegen."
Als Alternative schlug er eine vorübergehende Umstellung des Rankings auf einen Zweijahreszeitraum vor. "Es könnte sich lohnen, damit die Jungs, die im letzten Jahr gut abgeschnitten haben und ihre Punkte nicht richtig verteidigen können, nicht bestraft werden", sagte der zweimalige Olympiasieger. Doch vermutlich wird diese Thematik erst richtig aktuell, wenn der Wettkampfbetrieb im August wieder anfängt.
(SID)
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