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Olympia in Rio 2016: Angelique Kerber in Medaillenform: Viertelfinale perfekt!
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Publiziert 10/08/2016 um 00:09 GMT+2 Uhr
Angelique Kerber ist Laura Siegemund ins Viertelfinale von Rio gefolgt und hat das beste Abschneiden der deutschen Tennisspielerinnen bei Olympia seit 1992 perfekt gemacht. Die an Nummer zwei gesetzte Australian-Open-Siegerin Kerber bezwang Samantha Stosur (Australien/Nr. 13) nach einer starken Leistung nach 1:30 Stunden 6:0, 7:5 und ist nur noch zwei Siege von einer Medaille entfernt.
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"Bis dahin ist aber noch ein weiter Weg. Es war ein sehr intensives Match. Und ich bin froh, es in noch in zwei Sätzen geschafft zu haben", sagte Kerber.
Die Wimbledonfinalistin gilt nun als Favoritin auf Gold, weil die große Serena Williams (USA/Nr. 1) überraschend im Achtelfinale ausschied. Die viermalige Olympiasiegerin war am Ende der Partie gegen Jelina Switolina (Ukraine/Nr. 15) völlig von der Rolle und unterlag 4:6, 3:6.
Am Mittwoch trifft Kerber in einer Neuauflage des Melbourne-Halbfinals auf Johanna Konta (Großbritannien/Nr. 10).
Die Weltranglisten-32. Siegemund, die sich mit 6:4, 6:3 gegen Kirsten Flipkens (Belgien) durchsetzte, bekommt es mit Monica Puig aus Puerto Rico zu tun, die überraschend French-Open-Siegerin Garbine Muguruza (Spanien/Nr. 3) ausschaltete.
"Viertelfinale - das hört sich bombig und genial an. Alles was jetzt noch kommt, ist ein Sahnehäubchen. Was nicht heißt, dass ich keine Sahnehäubchen mag", sagte Siegemund.
Kerber schockt Stosur
Kerber dominierte die Partie auf Court 1 von Beginn an und zwang die ehemalige US-Open-Siegerin Stosur immer wieder zu Fehlern. Nach nur 32 Minuten holte sich die Kielerin den ersten Satz und erteilte ihrer Gegnerin dabei die "Höchststrafe".
Im zweiten Durchgang wurde Stosur sicherer. Kerber musste trotz einer 5:3-Führung noch einmal den Ausgleich hinnehmen, doch wenig später entschied sie das Match für sich.
Auf den Spuren von Huber und Graf
Zuletzt hatten in Steffi Graf und Anke Huber 1992 in Barcelona zwei Deutsche in einem olympischen Viertelfinale gestanden. Graf hatte damals Silber geholt, Huber war in der Runde der letzten acht gescheitert. Als letzter DTB-Profi hatte Tommy Haas vor 16 Jahren in Sydney eine Medaille (Silber) gewonnen.
1988 war Tennis nach 64 Jahren wieder ins Programm aufgenommen worden.
Bei Siegemund lebt der Traum vom Gipfelsturm am Zuckerhut, doch zu viel über eine Medaille reden will sie (noch) nicht. "Das wäre eine Sackgasse. Ich bin entspannt und habe Spaß. Schon jetzt war das eine Riesenleistung", sagte sie.
Bundestrainerin Barbara Rittner schwärmte von ihrer Nummer zwei: "Ich habe Laura auf Hartplatz noch nie so gut spielen sehen. Sie strotzt vor positiver Energie, alles ist möglich", lobte die 43-Jährige.
Siegemund: "Hatte es nicht auf dem Schirm"
Siegemund und Olympia - es ist eine späte Liebe. Aber eine, die Feuer hat. "Wenn mir vor einiger Zeit jemand gesagt hätte, dass ich hier in Rio dabei bin, hätte ich es ihm nicht abgenommen. Ich hatte das nicht auf dem Schirm", gesteht Siegemund. Aber sie weiß, dass sie hierher gehört, in den olympischen Kreis der Besten.
Siegemund, die als Teenager schon als neue Steffi Graf bezeichnet wurde, will so viel wie möglich mitnehmen von ihrem Olympia-Abenteuer. In jeder Beziehung. Nach ihrem Achtelfinaleinzug brachte sie einen norwegischen Volunteer in der Interview-Zone mit ihrem Charme dazu, ihr seine begehrte kleine Umhängetasche mit Rio-Logo zu überlassen. Auf den Kommentar, die bronzene Farbe des Beutels sei doch ein gutes Omen, meinte Siegemund mit einem Augenzwinkern: "Könnte auch Gold sein."
Nach Karriereende zu neuen Höhen
Die Emotionen der Eröffnungsfeier im Maracana-Stadion haben ihr die erhoffte Lockerheit gebracht. Mit offenen Augen geht die lebensfrohe Frau mit den blonden Locken in diesen Tagen durch das Olympische Dorf. Die Atmosphäre in der riesigen Mensa gefällt Siegemund allerdings nicht: "Das ist nix fürs Auge, schade eigentlich."
Vor vier Jahren hatte Siegemund ihre Karriere bereits beendet, begann ein Studium und machte ihren A-Trainerschein. Doch irgendwie "stolperte" sie wieder zurück auf die Tour. Parallel schrieb die Schwäbin ihre Bachelor-Arbeit zum Thema "Versagen unter Druck".
Das Erlernte hilft der spektakulär agierenden Rechtshänderin. "Mittlerweile habe ich eine gute Weise, mit dem Druck klarzukommen", sagt Siegemund.
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