Ludwig Küng und Urs Bürgler heißen die beiden Männer, die sich wohl zugutehalten dürfen, Roger Federer zu seinem großen Glück verholfen zu haben.
Die beiden ehemaligen Ringer wohnten 2000 in Sydney im Olympischen Dorf in einem Haus mit den Tennisspielern.
Küng war als Trainer dabei, Bürgler als Athlet. Die beiden merkten schnell, dass Federer sich in Mirka Vavrinec, wie sie damals noch hieß, verguckt hatte. So erzählt es Küng jedenfalls heute.
Tennis
"Ein letzter Versuch": Federer will's nochmal wissen
30/03/2021 AM 21:16
"Wir wussten, dass Roger auf Mirka steht und haben ihm dann ein wenig geholfen", erzählte Küng vor ein paar Tagen dem "Wohler Anzeiger". Was bedeutete: Die Ringer setzten die Tennisprofis kurzerhand vor die Tür.

Küng zu Federer: "Jetzt lernt ihr euch kennen"

Mit den Worten "Jetzt lernt ihr euch kennen" habe man Federer und Vavrinec ausgesperrt. "Von da an waren sie ein Paar", erinnert sich Küng.
Federer erzählte die Geschichte des Kennenlernens einst so: "Wir haben zwei Wochen mit allen Athleten der Schweizer Delegation verbracht. Wir waren im selben Haus wie die Ringer. Die stärksten Typen, wir waren in Sicherheit. Und auch mit der Tennis-Equipe. Dort habe ich Zeit mit Mirka verbracht, die ein Teil des Teams war, aber mehr auf freundschaftliche Art. Wir hatten viele tolle Momente zusammen und am letzten Abend haben wir uns geküsst."
Und weiter: "Ich denke, es war ein guter Kuss." Wohl auch ein Trost: Federer hatte zuvor das Olympische Halbfinale knapp gegen Tommy Haas verloren. "Du bist so jung. Fast noch ein Baby", soll Mirka dem drei Jahre jüngeren Roger nach dem ersten Kuss gesagt haben.

Nach dem ersten Kuss ging es erst mal auseinander

Und zunächst trennten sich auch die Wege wieder. Am nächsten Tag sei Mirka nach Tokio weitergereist, er allerdings zurück in die Schweiz, berichtete Roger Federer später.
"Wir wussten nicht, wo uns das hinführt. Aber jetzt sind wir hier, knapp 20 Jahre später, mit vier Kindern, verheiratet und glücklicher als je zuvor", erzählte er Ende 2019 in Buenos Aires.
"Ich habe am Anfang gar nicht gemerkt, dass er ein wenig attackiert", erzählte derweil Mirka mal dem "SonntagsBlick": "Ich fand ihn sympathisch, er war ein lustiger Kerl, überhaupt kein Langweiler. Das gefiel mir." Beim Hopman-Cup 2002 in Perth standen Federer und Vavrinec sogar mal als Mixed-Doppel auf dem Platz, gewannen eins von drei Spielen.

Zweimal Zwillinge

2009 heiratete das Paar. Noch im selben Jahr kamen die Zwillingstöchter Charlene Riva und Myla Rose zur Welt, 2014 folgten die Zwillingssöhne Leo und Lennart.
Während Mirka Federer, einst die Nummer 76 der Weltrangliste, ihre Tennis-Karriere verletzungsbedingt 2002 beenden musste, ist Roger Federer freilich noch immer auf der Tour unterwegs.
Sein großer Traum: Olympia-Gold im Sommer in Tokio. Dabei allerdings können ihm die Ringer nun wirklich nicht helfen.
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