Tennisprofi Tara Moore verklagt die WTA auf Schadenersatz - Dopingsperre mutmaßlich wegen kontaminiertem Fleisch
VonNiklas Bien
Publiziert 23/02/2026 um 12:57 GMT+1 Uhr
Die britische Tennisspielerin Tara Moore hat die WTA vor einem US-Bundesgericht wegen grober Fahrlässigkeit auf 20 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Die Doppelspezialistin war im Mai 2022 wegen eines positiven Dopingtests bei einem Turnier in Bogotá gesperrt worden. Moore sieht die Ursache bei kontaminiertem Fleisch, vor dem die WTA nicht gewarnt hatte. Seit 2025 ist sie gesperrt.
Tara Moore hat die WTA verklagt.
Fotocredit: Getty Images
Bevor die 33-Jährige im vergangenen Sommer für vier Jahre gesperrt wurde, hatte es ein juristisches Hin und Her um den positiven Dopingtest auf die verbotenen Substanzen Boldenon und Nandrolon gegeben.
Unmittelbar nach der Probe war Moore gesperrt worden. Ende 2023 dann von einem unabhängigen Tribunal freigesprochen worden, das ihrer Verteidigung folgte, sie habe die Substanzen unwissentlich über kontaminiertes Fleisch zu sich genommen.
Dagegen legte die International Tennis Integrity Agency allerdings wiederum Berufung ein und bekam vom internationalen Sportgerichtshof CAS recht.
Im November 2025 sprach das Gericht eine vierjährige Sperre aus, rückwirkend beginnend ab Juli 2025.
Moore fordert 20 Millionen Dollar
Nun gibt es aber möglicherweise die nächste Wendung: Moore fordert nicht nur eine Aufhebung der Sperre, sondern geht juristisch in die Offensive und verklagt die WTA vor einem US-Bundesgericht auf 20 Millionen US-Dollar Schadenersatz.
Ihr Vorwurf: Die WTA habe die Spielerinnen in Bogotá nicht ausreichend vor der Gefahr des kontaminierten Fleisches gewarnt - obwohl das Problem bekannt gewesen sei.
Ihre Karriere, so Moore, sei durch unterlassene Fürsorge zerstört worden. Neben Moore wurde auch die Chilenin Bárbara Gatica in Kolumbien des Dopings überführt.
Der CAS sieht die Pflicht zur Warnung derweil nicht beim organisierenden Verband.
Ein Verfahren mit Folgen?
Die Anwälte von Doppelspezialistin Moore erkennen in dem aktuellen Verfahren bei positiven Dopingproben indes noch viel grundsätzlichere Fehler: Das System unterstelle Schuld, statt sie ohne Zweifel nachzuweisen.
Das Verfahren in den USA dürfte für alle Akteure im Tenniskosmos interessant sein, denn es klärt, wer in ähnlichen Fällen die Verantwortung trägt - der Verband oder der Spieler.
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Quelle: Perform
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