Thomas Muster wühlt der Rücktritt von Dominic Thiem auf: "Er hat viele falsche Personalentscheidungen getroffen"

Mit Dominic Thiem hat sich in Österreich der zweite Grand-Slam-Sieger in den Ruhestand verabschiedet. Nach langjährigen Handgelenksproblemen sagte der US-Open-Sieger von 2020 diese Woche in Wien goodbye. Ex-French-Open-Sieger Thomas Muster findet Thiems Rücktritt ungewöhnlich. "Mir tut es leid, weil ich vor Jahren schon sagte, dass er besser ist, als ich es jemals war", sagte er.

Top 5 shots from Thiem's career

Quelle: Eurosport

Im Interview mit dem "Kurier" lässt Muster, der Anfang 2020 selbst kurzzeitig Thiems Trainer war, aber auch seine Enttäuschung über die zu kurz geratene Karriere des Niederösterreichers durchblicken.
"Die Frage, die ich mir stelle, ist nur, warum nach seinem Sieg bei den US Open nichts mehr gegangen ist. Er hat ja vor seiner Handgelenksverletzung auch nicht gut gespielt", führte Muster an. Thiem müsse sich "fragen, was habe ich erreicht, muss ich mir neue Ziele stecken? Andere haben dann weitergewonnen. Und er ist in ein Loch gefallen …"
Laut Muster habe nicht nur das lädierte Handgelenk zu Thiems Absturz in der Weltrangliste geführt. "Tatsache ist, dass er viele falsche Personalentscheidungen getroffen hat", meinte der French-Open-Sieger von 1995, der auch Thiems Motivation infrage stellte.
"Hat er finanziell ausgesorgt? Oder wollte er mehr Zeit mit der Freundin verbringen? Es gibt viele Spieler, die das getan haben. Man muss sich fragen: Wo ist mein Lebenssinn? Das kann nur er beantworten", so der 57-Jährige. Muster habe "in den vergangenen vier Jahren jedes Match von ihm gesehen, da frage ich mich: Warum ist er so weit weg?"

Muster: "Jeder kennt mich als Kämpfer"

Er selbst sei nach seinem Triumph in Paris 1995 "in viele Löcher" gefallen, meinte der ehemalige Weltranglistenerste. Doch er habe sich dort wieder rausgekämpft und insgesamt 44 Karrieretitel errungen - nach Roland-Garros immerhin noch 15 bis März 1997.
Muster: "Jeder kennt mich als Kämpfer, im Prinzip war ich faul, man musste mich oft auf den Platz treiben, dort habe ich dann alles gegeben." Allerdings habe er dafür "jahrelang mit Schmerzmitteln" spielen müssen.
Vergleiche zwischen sich und Thiem, wer nun der erfolgreichere Tennisspieler gewesen sei, lehnt Muster indes ab: "Das kann man überhaupt nicht vergleichen. Das war eine ganz andere Zeit. Außerdem, wie bewertet man dies? Sind 55 Finalteilnahmen besser als vier Grand-Slam-Endspiele? Ich habe auch 44 Titel geholt (Thiem 17, Anm. d. Red.). Außerdem ist eines Fakt: Nummer eins ist Nummer eins, Nummer drei ist Nummer drei."
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Auf einer Stufe mit Muster: Eurosport-Expertin Schett adelt Thiem

Quelle: Eurosport


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