Kerber als Hoffnungsträger

Angelique Kerber bekommt immer noch Herzklopfen, für Tommy Haas ist das aufregendste Grand-Slam-Turnier schon lässige Routine. Wenn es bei den US Open so etwas wie Hoffnungsträger für das wiedererwachte deutsche Tennis gibt, dann die beiden gebürtigen Norddeutschen.

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"Es ist so aufregend, in dieser Stadt zu sein, an die ich so großartige Erinnerungen aus dem letzten Jahr habe", übermittelte die Vorjahres-Halbfinalistin aus Kiel via Twitter.
Zur Turnier-Ouvertüre haben Kerber und Haas noch spielfrei. Von den insgesamt 16 deutschen Profis (zehn Herren, sechs Damen) starten sechs in das Grand-Slam-Spektakel in New York - neben Florian Mayer, Daniel Brands und Björn Phau das Fed-Cup-Trio Julia Görges, Sabine Lisicki und Rückkehrerin Andrea Petkovic.
Doch während die Darmstädterin vor dem Match gegen Romina Oprandi aus der Schweiz die Erwartungen dämpft ("Mein Ziel ist es, ein Spiel zu gewinnen"), kann Kerber die Erstrunden-Partie gegen die Britin Anne Keothavong kaum erwarten. An einen möglichen Zweitrunden-Knüller gegen US-Star Venus Williams verschwendet sie (noch) keinen Gedanken.
"Kerber zählt zum erweiterten Favoritenkreis"
"Ich freue mich darauf, auf dem Platz zu stehen und das besondere und berühmte New Yorker Publikum zu treffen", sagte Kerber. Bei keinem anderen Turnier im Tenniszirkus johlen und pfeifen die Zuschauer so laut, dröhnen die Flugzeuge so dicht über den Köpfen und kann einem die schlaflos-pulsierende Stadt den Nerv rauben.
All diese Begleitmusik konnte Kerber vor einem Jahr ausblenden. Die mittlerweile 24-Jährige verblüffte die Fachwelt mit ihrem Vormarsch in die Vorschlussrunde. Aus der 92. der Weltrangliste ist die Nummer sechs im Branchenranking geworden. Und so gehört die beste deutsche Tennisspielerin zumindest zu den Geheimtipps. "Sie stand beim größten Vorbereitungsturnier (in Cincinnati) im Finale, sie steht in den Top Ten - ja, sie zählt zum erweiterten Favoritenkreis", sagt Bundestrainerin Barbara Rittner.
Gleichwohl weiß auch die Fed-Cup-Chefin, dass der ganz große Grand-Slam-Coup im größten Tennisstadion der Welt ein äußerst ambitioniertes Unterfangen ist. "Es muss alles stimmen, aber Angelique wird wieder Match für Match spielen, und dann werden wir sehen", sagte Rittner.
Absolute Top-Anwärterin auf die Trophäe ist Olympia- und Wimbledonsiegerin Serena Williams aus den USA. Als schärfste Kontrahentinnen gelten die Weltranglisten-Erste Victoria Asarenka aus Weißrussland und die Russin Maria Scharapowa.
Federer vermisst Nadal
Auch in der Herren-Konkurrenz ist mit Wetten auf einen Titel-Dreikampf am wenigsten Geld zu verdienen. Roger Federer, Andy Murray, Novak Djokovic - einer der big three wird sich in Abwesenheit des am Knie lädierten Rafael Nadal wohl den letzten zu vergebenden Grand-Slam-Titel im Jahr 2012 sichern.
"Ich fühle mich körperlich stärker und besser vorbereitet als letztes Jahr", sagte der Weltranglisten-Zweite Djokovic in New York. Die verbale Kampfansage galt natürlich den Olympia-Finalisten Murray und Federer.
"In New York geht es wieder bei null los", sagte auch der 31 Jahre alte Schweizer, der zuletzt Silber bei Olympia holte und das Vorbereitungsturnier in Cincinnati gewann. Der 17-malige-Grand-Slam-Champ fand sogar die Zeit, ein paar Grüße an seinen langjährigen Dauerrivalen Nadal zu schicken. "Es ist schade, dass er nicht da ist", betonte Federer - und äußerte die Hoffnung, dass der Spanier gestärkt und gesund aus dem "brutalen Prozess" wieder auf die Tennisplätze zurückkehrt.
Schon mehrere schmerzhafte Comebacks hat Tommy Haas hinter sich gebracht. Der 34-Jährige kämpfte sich in den vergangenen Monaten auf wundersame Art und Weise wieder einmal zurück in die erweiterte Weltspitze und sammelte im Gegensatz zu den Nicht-Olympia-Startern Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer reichlich Sympathien. "Ich habe einfach noch Spaß am Tennis", wiederholte Haas zuletzt immer wieder. Die 2012er-Festspiele in Flushing Meadows müssen nicht die letzten für Haas sein.
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