Alexander Zverev ist mit einer beeindruckenden Vorstellung erstmals ins Viertelfinale der US Open eingezogen. Die 23 Jahre alte deutsche Nummer eins aus Hamburg (Nr. 5) schlug den ungesetzten Spanier Alejandro Davidovich Fokina mit 6:2, 6:2, 6:1 und brauchte dafür nur 94 Minuten. Zverev ist der erste Deutsche seit Tommy Haas 2007, der bei den US Open unter den letzten Acht steht.

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Anfang des dritten Satzes verletzte sich der Spanier am Knöchel und musste behandelt werden, kämpfte aber anschließend weiter. "Im dritten Satz ist er langsamer geworden, konnte sich beim Abschlag nicht mehr richtig abdrücken", sagte der Deutsche.

Alexander Zverev nur "einigermaßen zufrieden"

"Ich bin einigermaßen zufrieden, aber ich finde immer noch, dass ich im Training teilweise besser spiele als im Match. Langsam wird es. Die ersten zwei Sätze war es ein gutes Niveau von mir. Immer noch nicht perfekt, aber es wird langsam", sagte Zverev selbstkritisch.

"Er hat seine Sache hervorragend gemacht", lobte Eurosport-Experte Boris Becker den in Monaco lebenden Hamburger: "Er hat von Anfang an die Kontrolle übernommen und den Gegner gar nicht mehr ins Spiel kommen lassen."

Sein Umfeld in New York scheine ihm gut zu tun, meinte Becker: "Dieses Puzzle scheint zusammenzupassen."

"Feine Hand!" Zverev entscheidet spektakulären Ballwechsel für sich

Alexander Zverev hochkonzentriert und eiskalt

Zverev präsentierte sich von Beginn an hochkonzentriert und dominierte die Partie gegen seinen 21 Jahre alten Gegner, der in der Weltrangliste auf Rang 99 geführt wird. Er servierte stark und leistete sich kaum einfache Fehler. Schon nach 58 Minuten gewann er den zweiten Satz.

Zverev, der bei den Australian Open im Frühjahr das Halbfinale erreicht hatte, blieb souverän und setzte sich problemlos durch.

Fokina will Zverev beim Matchball reinlegen - doch der riecht den Braten

Nach 1:34 Stunden verwandelte Deutschlands Topspieler seinen ersten Matchball und wandte sich danach an die Spieler, die die US Open kritisieren:

Ich habe sechs Monate auf diesen Moment gewartet. Ich weiß - viele Spieler beschweren sich über die Umstände, aber ich finde das völlig unnötig. Wir sollten froh sein, dass wir wieder Tennis spielen können. Ich finde, dass die US Open hier einen überragenden Job machen, ein Event wie dieses in New York in diesen unglaublichen Stadien zu veranstalten. Klar, wie wohnen nicht im Four Seasons', aber man muss es aus einem anderen Blickwinkel sehen: Wir spielen. Und darüber sollten wir froh sein. Die, die sich jetzt beschweren, hätten auch die Möglichkeit gehabt, zuhause zu bleiben.

Man müsse dem Veranstalter Respekt zollen "für das, was sie hier auf die Beine gestellt haben. Für uns Spieler ist das sicher anders. Aber meiner Meinung nach ist das so sogar besser, wir haben so viel Platz. Sie haben sogar eine Minigolfanlage für uns aufgebaut und anderes möglich gemacht. Sie haben echt einen tollen Job gemacht."

Im Viertelfinale trifft Zverev auf Borna Coric (Kroatien/Nr. 27), der nach Stefanos Tsitsipas auch Außenseiter Jordan Thompson (Australien) bezwang (7:5, 6:1, 6:3). "Man muss schauen, wie es mit seinen Kräften aussieht", sagte Zverev: "Er stand viel auf dem Platz. Sein Match gegen Tsitsipas war Wahnsinn."

Und Becker meinte: "Er gehört auch zur Generation, die jetzt so langsam übernimmt. Das wird ein brutaler Fight."

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(mit SID)

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