Boris Becker hinterfragt Berichterstattung vor und nach US-Open-Finale und adelt Daniil Medvedev
Novak Djokovic hätte im Finale der US Open gegen Daniil Medvedev den historischen Grand Slam gewinnen können, scheiterte an jedoch an den eigenen Nerven und Daniil Medvedev. Eurosport-Experte Boris Becker hinterfragt die einseitige Berichterstattung im Vorfeld des Finals und adelt stattdessen den 25-Jährigen Premierensieger. Medvedev habe auch Djokovic "deklassiert".
Daniil Medvedev
Fotocredit: Getty Images
Der Erfolg von Daniil Medvedev im US-Open-Finale gegen Novak Djokovic ließ den großen Traum des Serben vom ersten Grand Slam seit Rod Laver im Jahr 1969 jäh zerplatzen. Damit wurden auch die großen Erwartungen der Öffentlichkeit und der vielen Schaulustigen im Arthur-Ashe-Stadium enttäuscht, die den geschichtsträchtigen Moment mit aller Macht herbeisehnten.
"Medvedev habe im ungünstigsten Zeitpunkt sein größtes Turnier gewonnen", war im Anschluss an das Match der allgemeine Tenor in der Berichterstattung. Auch vor dem Finale habe sich alles auf Djokovic konzentriert und Medvedev zu wenig Fläche bekommen.
"Das ist nunmal die Medienwelt, da müsste man mal Fragen, ob das alles immer so richtig ist", kritisierte Becker nun in Das Gelbe vom Ball, dem Tennispodcast von Eurosport.
"Er (Medvedev, Anm. d. Red.) hat einen Satz verloren in sieben Matches und hat fast jeden Gegner deklassiert - das muss man so deutlich sagen - auch einen Djokovic" lobte der 53-Jährige und führte aus: "Da ist dann dann völlig egal, warum das so war, er hat es einfach geschafft."
Becker über Medvedev: Tennis kann froh sein"
Medvedev verdiene aufgrund seiner Leistungen laut Becker mehr Anerkennung: "Er war vor zwei Jahren im Finale, im letzten Jahr im Halbfinale, in Melbourne im Finale und hat auf verschiedenen Belägen viele Turniere über das Jahr gewonnen."
Für Becker, der selber sechs Grand-Slam-Turniere in seiner Karriere gewinnen konnte, sei Medvedev der absolut verdiente Gewinner der US Open und habe seinen ersten Grand-Slam-Titel allein schon aufgrund der vergangenen Jahre verdient.
"Wenn einer aus der jungen Generation über eine längere Dauer am besten gespielt hat, dann war das Daniil Medvedev", so Becker, der sich vor allem über die Persönlichkeit des Russen freue: "Wie er manche Punkte gewinnt, ist einfach sagenhaft - Tennis kann froh sein, so jemanden zu haben!"
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Quelle: Eurosport
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