Elf Mal spielte Alexander Zverev in seiner Karriere schon bei einem Grand-Slam-Turnier gegen einen Top-10-Spieler, elf Mal war spätestens fünf Sätze später Endstation für den 24-Jährigen. Eine erschreckende Bilanz für jemanden, der bereits zwei Major-Halbfinals und ein Finale erreicht hat und sich seit Jahren selbst unter den besten zehn Spielern der Welt tummelt.
"Das sind natürlich nackte Tatsachen, das ist nun mal so, aber ich glaube nicht, dass er gegen Djokovic an einer eigenen Schwäche gescheitert ist", sagte Eurosport-Experte Boris Becker zum jüngsten Ausscheiden bei den US Open in New York gegen die Nummer eins der Welt. "Da stand auf der anderen Seite ein Spieler, der wollte Geschichte schreiben, war körperlich wie geistig noch fit genug und hat dann seinen besten Satz im 5. Satz gespielt, da kann man Sascha (Alexander Zverev, Anm. d. Red.) keine Vorwürfe machen."
Becker hält derzeit nichts davon, Deutschlands bestem Tennisspieler Vorwürfe zu machen oder gar dessen Klasse auf allerhöchstem Niveau infrage zu stellen. "Mir hat die Art und Weise, seines Spiels sehr gut gefallen", lobte die Tennis-Legende.
Tennis
Tennis-Stars glänzen bei Met Gala in New York
14/09/2021 AM 16:13
"Über das ganze Turnier hat er sehr offensiv gespielt, ob das jetzt beim Aufschlag war, der wieder eine absolute Bank ist oder bei den Return-Spielen. Er kam oft ans Netz und konnte sein Spiel variabel gestalten. Das ist einfach der beste Zverev, den ich bis jetzt gesehen habe. Da stört es mich auch nicht, dass er den 5. Satz gegen Djokovic verloren hat. Er muss nur da weitermachen."

Becker zu Zverev: "Trete die Tür ein"

Becker, der Djokovic einige Jahre lang selbst trainierte, weiß genau, wo die Schwachstellen des Serben liegen und wie man ihn in der Theorie schlagen kann. Das Problem: so viele Schwachstellen gibt es nicht - in manchen Matches gibt gar keine.
"Ich habe danach mit Zverev gesprochen und er hat mich gefragt, woran es lag", verriet Becker. "Da habe ich gesagt: 'Du, ich kann dir jetzt nicht einen Grund geben, aber wenn du das Törchen auf hast gegen Djokovic und es ist nur ganz schmal geöffnet – trete die Tür ein, das ist die Chance!'"
Ohnehin sieht der sechsmalige Grand-Slam-Sieger Deutschlands Top-Spieler Zverev auf einem guten Weg, schon bald in seine Fußstapfen zu treten und der erste deutsche Mann seit ihm selbst zu werden, der eines der vier großen Turniere gewinnt. Dazu müsse die Nummer vier der Welt noch nicht einmal etwas verändern.
Becker: "Wenn er einfach so weitermacht, dann ist er für mich der nächste aus der jungen Garde, der an der Reihe ist, einen Grand Slam zu gewinnen. Ich halte ihn noch stärker als Tsitsipas (Nummer drei der Welt, Anm. d. Red.)."
Das könnte Dich auch interessieren: Djokovic verpasst Grand Slam - aber gescheitert ist er nicht

Feinstes Kleinholz: Djokovic und Shapovalov rasten komplett aus

Tennis
Verletzung mit Folgen: Alcaraz muss um nächstes Highlight bangen
14/09/2021 AM 13:59
US Open
Becker analysiert: Deshalb zerplatzte Djokovics Traum vom Triumph
13/09/2021 AM 10:42