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Eurosport-Expertin Barbara Schett: Das unterscheidet Serena Williams von anderen Tennis-Legenden
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Publiziert 19/08/2022 um 11:38 GMT+2 Uhr
Die ehemalige WTA-Spielerin und heutige Eurosport-Expertin Barbara Schett hat vor dem Start der US Open den einzigartigen Charakter von Serena Williams erläutert und die eine oder andere persönliche Anekdote über die US-Amerikanerin zum Besten gegeben. Für die 23-malige Grand-Slam-Siegerin ist das Turnier in Flushing Meadows mit hoher Wahrscheinlichkeit der letzter Auftritt als Tennisprofi.
Serena Williams
Fotocredit: Getty Images
"Sie ist emotional. Sie zeigt, dass sie ihr Herz auf der Zunge trägt. Sie zeigt, wie sie sich fühlt, wenn sie wütend ist, wenn sie aufgebracht ist, wenn sie glücklich ist", beschreibt Schett die 40-Jährige und resümiert: "Und das ist der Grund, warum sie so unterhaltsam war und das ist der Grund, warum sie für mich als GOAT [beste Spielerin der Geschichte, Anm. d. Red.] in die Geschichte eingeht."
Für Schett ist Williams das, weil sie mehr verkörpert als eine Tennisspielerin. "Ich habe auch großen Respekt vor Steffi Graf. Und ich respektiere, was Margaret Court und viele andere erreicht haben, Martina Navratilova, Chris Evert", erklärte die Österreicherin und führte fort: "Aber am Ende des Tages hat Serena Williams so viele Dinge abgedeckt. Sie hat so viele Tickets verkauft. Die Fernsehquoten im Damentennis waren in Amerika und manchmal auf der ganzen Welt besser, wenn sie spielte. Ich denke, sie live Tennis spielen zu sehen, war auch so anders als alle anderen."
Die ehemalige Nummer sieben der Welt, die 2005 ihren Rücktritt erklärte, hatte in ihre Karriere dreimal das Vergnügen, mit Williams den Court zu teilen. Ein Sieg sprang dabei nicht heraus. Im Gegenteil: In der dritten Runde von Roland Garros 2003 fertigte die dreimalige French-Open-Siegerin die Eurosport-Expertin 6:0, 6:0 ab. "Es dauerte vielleicht knapp 50 Minuten. In der Umkleidekabine war es sehr still. Und ich sagte: 'Okay, ich habe in 50 Minuten verloren. Könnt ihr das, Mädels?' Und alle lachten", erinnerte sich Schett.
Nach der Partie hatte Serena aufmunternde Worte für die Österreicherin parat: "Sie sagte, mach dir keine Sorgen, du hast dein Bestes versucht. Sie war also immer für ein Schwätzchen zu haben; nicht am Anfang ihrer Karriere, aber als sie sich auf Tour wohlgefühlt hat und sie die Mädels kennengelernt hat, hat sie immer gequatscht. Sie hatte immer einen Witz parat."
Schett wollte gegen Williams "einfach nur einen Helm tragen"
Auch im Doppel begegnete Schett Serena Williams an der Seite ihrer Schwester Venus das eine oder andere Mal - mit mäßigem Erfolg für die Österreicherin.
"Dann wollte ich einfach nur einen Helm tragen, weil sie mit so viel Kraft geschlagen haben. Wenn man direkt am Netz stand, konnte man leicht getroffen werden", erklärte Schett, die zwischen den Williams-Schwestern auf und abseits des Platzes unterschied: "Abseits des Platzes hatte ich einmal ein Fotoshooting mit Venus und Serena, und sie waren großartig. Sie waren so einladend. Sie waren so warm. Sie gaben mir ein gutes Gefühl, weil sie bereits Superstars waren."
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Schett unterliegt Williams 0:6, 0:6
Fotocredit: Getty Images
Eine weitere Anekdote weiß Schett aus erster Hand zu berichten. Als Team-Trainer erlebte ihr Ehemann Joshua Eagle Williams im Rahmen der damals in Indien ausgetragenen International Premier Tennis League, wo Eagle und sein Team - bestehend aus Williams, Nick Kyrgios, Thomas Berdych, Pat Rafter und Lleyton Hewitt - die Amerikanerin bis zum erstem Match kaum zu Gesicht bekamen.
Kyrgios mit dem Eisbrecher
"Niemand wusste wirklich, wie man so einen Superstar behandelt. Also begann sie ihr Match, sie spielte schrecklich, sie lag 1:4 hinten. Alle dachten, 'Gott, was ist mit ihr los?'", berichtete Schett.
"Und dann sagte Nick Kyrgios beim Seitenwechsel tatsächlich zu ihr: 'Serena, ich respektiere dich wirklich und ich liebe, was du getan hast, und es ist phänomenal, was du in deiner Karriere erreicht hast. Aber heute spielst du verdammt schlecht (bloody disgusting in Englisch, Anm. d. Red.). Es ist lächerlich, wie du spielst."
"Es herrschte Schweigen im Team, alle dachten: Oh mein Gott. Aber sie drehte sich zu Kyrgios um und sagte: 'Nick, du hast Recht! Ich spiele heute verdammt schlechtes Tennis.' Und dann lachten alle und das Eis war gebrochen. Sie hatte so viel Spaß, sie war so warmherzig."
Schett erzählte, dass Williams zuvor mit einem privaten Fahrer unterwegs gewesen sei, den sonst niemand hatte. Nach der Episode mit Kyrgios sagte sie aber zu ihrem Chauffeur: "Ich brauche dich nicht mehr, ich will mit in den Teambus. Dort machte sie dann viele Witze und lachte, weil sie so viel Spaß hatte."
All das charakterisiere Williams sehr treffend. "Ich denke, du musst direkt auf sie zugehen und dann respektiert sie dich noch mehr, wenn du keine Angst hast", fasste Schett zusammen und gab Hinweise darauf, wie man mit dem Superstar am besten umgehen könne.
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