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ATP und WTA verhandeln wegen Konkurrenz aus Saudi-Arabien über Zusammenschluss - neue Zeitrechnung im Tennis?
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Publiziert 04/09/2023 um 09:42 GMT+2 Uhr
Die beiden Tennisvereinigungen ATP und WTA verhandeln Ende September über einen Zusammenschluss. Die jeweiligen Vorsitzenden Andrea Gaudenzi und Steve Simon wollen damit ihre Kräfte gegenüber der zunehmenden Konkurrenz aus Saudi-Arabien bündeln. Die praktische Umsetzung dieser Verschmelzung könnte allerdings aufgrund unterschiedlicher Turniere, Fernseh- und Datenrechte noch einige Zeit dauern.
Iga Swiatek (l.) und Rafael Nadal
Fotocredit: Getty Images
Ein zweitägiges Gipfeltreffen der Vertreter von ATP und WTA in London wurde auf Ende dieses Monats angesetzt. Während der US Open gab es bereits Vorbereitungstreffen.
Die jeweiligen Vorsitzenden Andrea Gaudenzi (ATP) und Steve Simon (WTA) sehen sich einer zunehmenden Bedrohung durch das große Investment Saudi-Arabiens in den Tennissport ausgesetzt und wollen daher ihre Kräfte bündeln.
Laut "The Telegraph" befürchte man, dass Saudi-Arabien ein Äquivalent zu LIV Golf einführen wolle, eine professionelle Golf-Tour, die mit wesentlich höheren Preisgeldern als die PGA und DP World Tour lockt.
Auch die zunehmende Beliebtheit von Novak Djokovics vor vier Jahren gegründeter Spielervereinigung PPTA werde kritisch gesehen.
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Novak Djokovic: Seine 2019 gegründete Professional Tennis Players Association (PTPA) soll die Interessen der Spieler stärker vertreten
Fotocredit: Getty Images
Sponsoren und Rechteverträge als Herausforderungen
Eurosport-Experte Alex Corretja sagte zu einer potenziellen Verschmelzung: "Es wäre fantastisch, es wäre brillant." Die Grand Slams seien "sehr erfolgreich, weil sie von Männern und Frauen gespielt werden".
Die Verhandlungen über eine Verschmelzung von ATP und WTA zu einer gemeinsamen Organisation könnten sich aber noch eine Weile hinziehen, da beide Tourneen unterschiedliche Sponsoren, Fernseh- und Datenrechteverträge haben.
Auch könnten die männlichen Tennisspieler unzufrieden sein, wenn die Preisgelder von Männern und Frauen bei den Turnieren generell ausgeglichen werden könnten, da sie momentan noch 75 Prozent mehr als die Damen verdienen.
Federer prescht mit Idee voran
Die Idee war bereits im April 2020 von Roger Federer in einem Tweet vorangetrieben worden. Darin schrieb er: "Bin ich der Einzige, der denkt, dass Männer- und Frauentennis sich gerade jetzt vereinigen sollten?"
Wie Federer weiter ausführte, hätte dies bereits vor langer Zeit passieren sollen. "Aber vielleicht ist es jetzt wirklich an der Zeit. Es sind harte Zeiten für jeden Sport. Wir können sie überwinden mit zwei geschwächten Organisationen oder einer stärkeren Organisation."
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