US Open 2023: Caroline Wozniacki verblüfft in New York - zweifache Mutter bittet junge Generation zum Tanz

Das Comeback-Märchen von Caroline Wozniacki überstrahlt bei den US Open 2023 zurzeit alles. Nach dreieinhalb Jahren Pause steht die Dänin sensationell im Achtelfinale des Grand-Slam-Turniers in New York - und setzt nun zum ganz großen Wurf an. Auf ihrem Weg zurück in die Weltspitze verblüfft die zweimalige Mutter mit ihrer physischen Präsenz und bittet nun sogar die junge Generation zum Tanz.

Caroline Wozniacki

Fotocredit: Getty Images

Genau vor einem Jahr betrat Caroline Wozniacki den Centre Court bei den US Open in New York - nicht aber als Spielerin.
Sie begleitete Freundin Serena Williams bei ihrem letzten Turnier und ihrem Rücktritt als moralische Unterstützung.
An ein Comeback habe sie ob der Atmosphäre dort damals noch nicht gedacht.
"Ganz ehrlich, damals kreisten meine Gedanken eher darum, wie ich ein Leben mit zwei Kindern zum Laufen bekomme", erklärte die Dänin am Freitag. Wozniacki war zu diesem Zeitpunkt damals mit ihrem zweiten Kind im achten Monat schwanger.

Wozniacki mischt die WTA-Tour auf

Nun, zwölf Monate später ist der Sohn neun Monate alt, die ältere Tochter bereits zwei und die 33-Jährige steht nach einem 4:6, 6:3 und 6:1 gegen Jennifer Brady völlig überraschend im Achtelfinale der US Open 2023.
Es ist der nächste beeindruckende Schritt während des noch ganz frischen Comebacks nach mehr als drei Jahren Tennispause. Dabei überraschen viele Komponenten, allen voran die physische Stärke trotz einer Autoimmunkrankheit.
Nach den Australian Open 2020 hatte Wozniacki ihre aktive Laufbahn beendet. "Ich habe mir immer gesagt: Wenn die Zeit gekommen ist, dass mir andere Dinge neben dem Tennis wichtiger sind, ist es Zeit, aufzuhören. In den letzten Monaten habe ich realisiert, dass es noch mehr gibt im Leben, das ich abseits des Platzes erreichen will", schrieb die Dänin damals auf Instagram. Mit 29 Jahren und 30 WTA-Titeln tauschte die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste den Tenniszirkus gegen ein Familienleben ein, heiratete.
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Caroline Wozniacki

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Der Körper spielt mit: "Klopf auf Holz"

Anders als in einigen Berichten hatte ihr Rücktritt primär nichts mit ihrer Krankheit zu tun, der Autoimmunerkrankung rheumatoide Arthritis.
Drei Jahre später in New York vermittelte sie Reportern den Eindruck, dass sie die Gelenkentzündungen dank spezieller Diät, gezieltem Sportprogramm und möglichst viel Schlaf losgeworden sei. Das sportliche Comeback birgt allerdings das Risiko, dass sich der Zustand verschlechtert. Der ärztliche Rat empfiehlt nicht gerade Tennis auf Spitzensport.
Nachdem sie gegen Brady am Freitag zehn der letzten elf Spiele gewonnen hatte, erklärte sie überraschend, sie hätte noch ein, zwei Sätze weiterspielen können. "Klopf auf Holz, meinem Körper geht es gut."
Bereits nach zwei grandiosen Sätzen gegen Petra Kvitova in Runde zwei hatte sie gesagt: "Derzeit macht mein Körper alles mit. Aber ich kann nicht sagen, wie er reagiert, wenn ich einige Matches gewinne und im Turnier weit komme."

Wozniacki geht als Mutter-Vorbild voran

Dass sie als Mutter zurück in den Spitzensport gekehrt ist, ist nicht mehr die Geschichte. Im Profitennis gibt es mittlerweile fast ein Dutzend Athletinnen, die es zurückgeschafft haben.
Elina Svitolina erreichte dieses Jahr bei ihrem Grand-Slam-Comeback das Viertelfinale. Doch auch wenn diese Leistungen normaler werden. Sie bleiben stets beeindruckend. Angelique Kerber will die nächste sein, soll zurzeit mit einem vertrauten Trainer am Wiedereinstieg arbeiten.
Zurück nach New York: Die Art und Weise, wie sich Wozniacki physisch und spielerisch sich in diesen Tagen präsentiert, nötigt allen Beobachtern Respekt ab. Eine ganz Zeit lang habe sie gar nicht zum Schläger gegriffen, erst 2023 aus Fitnessgründen wieder begonnen.
Kim Clijsters hatte bereits im Juni in Paris so eine Vorahnung, als beide zusammen im Legendenturnier bei den French Open antraten. "Sie war mir und den anderen Rentnerinnen ein gutes Stück voraus", erinnert sich die Belgierin lächelnd, "sie spielte einfach beeindruckend."

Kinder fiebern bei Comeback mit

Clijsters gewann 2009, nach zweieinhalb Jahren Babypause, beim Comeback die US Open. Gegnerin im Finale war ausgerechnet Wozniacki, die sich in der ersten Hochphase ihrer noch jungen Karriere befand. 2010 und 2011 beendete die Frau aus Odense das Tennisjahr nach insgesamt 13 Titeln jeweils als Nummer eins der Weltrangliste. Lange wurde ihr trotz der Dominanz auf der Tour nachgesagt, sie könnte nichts Großes gewinnen.
2017 und 2018 dann auf den letzten Metern ihrer ersten Laufbahn gewann sie die WTA Finals und mit den Australian Open noch den den lange ersehnten Grand-Slam-Titel.
Beim Comeback nun in Nordamerika sind die Kinder dabei. "Sie werden überall mit dabei sein. Egal wohin ich gehe, meine Kinder und meine Familie werden dort sein." Sie könne einfach nicht zu lange von ihren Kindern getrennt sein, sie würde sie viel zu sehr vermissen.

Gauff bittet zum Tanz der Generationen

Am Freitag gegen Brady lag sie bereits Satz und Break zurück. "Als ich 0:2 im zweiten Satz zurücklag, habe ich gedacht: 'Weißt du was, ich höre jetzt einfach auf, Bälle zu verfehlen.'" Diese fehlerfreie Block- und Konterspiel war und ist typisch für die Dänin, die in 2023 aber auch einen neuen, offensiveren Stil, vor allem cross mit der Vorhand gefunden zu haben scheint.
Jenseits der 600 gestartet, befindet sich Wozniacki im Liveranking bereits wieder in der Nähe der Top 200. Im Generationenduell wartet im Achtelfinale Lokalmatadorin Coco Gauff, von der viele in New York ihren ersten Grand-Slam-Titel erwarten. Ein Sieg Wozniackis wäre die Turniersensation schlechthin
"Ich bin gefährlich", lautete ihre Kampfansage bereits nach dem Coup gegen die Weltranglistenelfte Kvitova: "Der Glaube ist da." Zuschauen an einem ihrer Endgeräte wird dann auch Serena Williams, von der Wozniacki am Freitag sagte: "Wir haben ständig Kontakt, sie hat mein Match geschaut."
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Quelle: Eurosport

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