US Open 2023: Novak Djokovic schlägt Ben Shelton im Halbfinale und steht zum 36. Mal in einem Grand-Slam-Finale
Eurosport bei GoogleNovak Djokovic hat bei den US Open 2023 problemlos das Finale erreicht und damit seinen Status als neue Nummer eins der Welt untermauert. Gegen den 20 Jahre alten US-Youngster Ben Shelton siegte der Djoker klar 6:3, 6:2, 7:6 (7:4). Djokovic peilt in New York seinen insgesamt 24. Grand-Slam-Titel an. Im Endspiel trifft er auf Daniil Medvedev (Nr. 3), der Carlos Alcaraz (Spanien/Nr. 1) schlug.
US Open 2023: Novak Djokovic schlägt Ben Shelton im Halbfinale
Fotocredit: Getty Images
Bei am Freitagnachmittag im Arthur Ashe Stadium angenehmen Temperaturen - das Dach war wegen Regens geschlossen - sah der 20 Jahre alte US-Shootingstar Ben Shelton gegen den Altmeister Novak Djokovic nur wenig Sonne.
Der College-Meister von 2022 konnte in seinem ersten Grand-Slam-Halbfinale nur selten die Klasse zeigen, die er noch im Viertelfinale gegen seinen Landsmann Frances Tiafoe bewiesen hatte. Das US-Publikum bejubelte zwar jeden spektakulären Punktgewinn des Youngsters frenetisch, hatte aber nur selten Gelegenheit dazu.
"Das sind die Art von Matches, die ich immer noch sehr genieße, die mich kitzeln, inspirieren und morgens für den Sport aufstehen lassen", sagte Djokovic zu seinem Sieg: "Ich versuche, so hart wie die jungen Typen zu arbeiten."
Djokovic musste sich in seinem 100. Einzelmatch bei den US Open nur selten auf Weltklasseniveau der Wucht von Shelton erwehren, der dem ersten Triumph eines US-Amerikaners seit Andy Roddick 2003 immer näher kam.
Shelton nur im dritten Satz ebenbürtig
Beide Profis standen sich zum ersten Mal überhaupt gegenüber - und Djokovic stellte die Weichen im Duell mit dem jüngsten Halbfinalisten aus den USA seit Michael Chang 1992 von Beginn an auf Sieg.
In Satz eins gelang dem 36-Jährigen das Break zum 4:2, im zweiten gleich zwei zum 3:2 und 5:2. Shelton servierte bis zu 233,35 km/h schnell, streute aber auch sehr viele Fehler ein. "Es ist ein wichtiges Element, dass du auch mental mit dem Druck auskommst. Man kann ihn zu leicht lesen", sagte Tennislegende Boris Becker am Mikrofon von "Sportdeutschland.TV".
Im dritten Durchgang führte der Favorit ebenfalls schnell 4:2, ehe sich Shelton mit dem erst zweiten Breakball sein erstes Break sicherte (4:4) und kurz darauf bei 5:4 als Returnspieler sogar Satzball hatte. Djokovic wehrte diesen jedoch mit einem starken ersten Service ab und breakte den US-Amerikaner danach zum 6:5.
Zum Matchgewinn servierend zitterte Djokovic dann ein wenig der Arm - Shelton zwang ihn nach einem weiteren Aufschlagverlust in den Tiebreak. Nach 2:41 Stunden verwandelte der Djoker dann aber seinen zweiten Matchball zum Finaleinzug und beendete so die Hoffnung der US-Amerikaner auf den ersten Heimsieg seit 20 Jahren.
Djokovic "klaut" Sheltons Jubelgeste
Im Anschluss an den Matchball zeigte der Serbe die Telefonhörer-Geste, die Shelton zuvor etabliert hatte - ein kleiner Seitenhieb auf den aufstrebenden US-Amerikaner. "Er hat sich lange auf die Zunge gebissen und wollte es dem Herausforderer irgendwann zurückzahlen", mutmaßte Becker, der Djokovic von 2013 bis 2016 bei insgesamt sechs Grand-Slam-Titeln gecoacht hatte.
In New York hatte Djokovic zuvor nur in der dritten Runde gegen seinen Landsmann Laslo Djere gewackelt, den er nach 0:2-Satzrückstand in 3:45 Stunden 4:6, 4:6, 6:1, 6:1, 6:4 niederrang. Ansonsten gab der Serbe bis ins Finale keinen Satz ab und blieb meist unter 2:40 Stunden Spielzeit.
Djokovic hatte in der Runde zuvor mit Taylor Fritz (Nr. 9) schon einen Lokalmatadoren besiegt, Shelton mit Tommy Paul (Nr. 14) und Tiafoe (Nr. 10) sogar zwei weitere Amerikaner rausgenommen.
Mit seinem Erfolg gegen Shelton schraubte Djokovic seine Bilanz gegen Einheimische bei Grand Slams auf 30:1-Siege hoch - nur im Wimbledon-Finale 2013 zog er gegen den Briten Andy Murray den Kürzeren (4:6, 5:7, 4:6).
Djokovic hat seine Nerven im Griff
"Gegen einen Amerikaner hier zu spielen, ist nie leicht", sagte Djokovic: "Man muss immer bei sich bleiben und die Nerven im Griff behalten. Am Ende des dritten Satzes war es total offen und sehr laut im Stadion. Ich bin sehr froh über den Sieg heute."
Im Endspiel trifft Djokovic wie 2021 auf Daniil Medvedev, der überraschend Carlos Alcaraz 7:6 (7:3), 6:1, 3:6, 6:3 bezwang. "Egal gegen wen es geht - es wird das härteste Match des Turniers für mich", sagte der Serbe.
Der Russe vermasselte Djokovic vor zwei Jahren den "Grand Slam", also den Sieg bei allen vier Major-Turnieren innerhalb eines Jahres. Insgesamt hat der Serbe eine 9:5-Siegbilanz gegen Medvedev.
Djokovic mit 36 zum 36. Mal in einem Grand-Slam-Finale
Bei seinen letzten 19 Grand-Slam-Teilnahmen seit Wimbledon 2018 hat Djokovic 16-mal das Halbfinale erreicht, 15-mal davon marschierte er ins Finale durch - nur im Semifinale der French Open 2019 scheiterte er in fünf Sätzen an Dominic Thiem.
Insgesamt war es Djokovics 47. Grand-Slam-Halbfinale (Rekord), von denen er nur elf verlor. Am Sonntag (22:00 Uhr im Liveticker) steht der 36 Jahre alte Serbe also zum 36. Mal in einem Grand-Slam-Finale und könnte seinen 24. Titel holen. Die Weltranglistenführung wird er so oder so von Alcaraz übernehmen.
"Disziplin, Willensstärke und Klarheit darüber, was man kurzfristig und langfristig erreichen will", hätten ihn so weit gebracht, sagte Djokovic: "Ich bin gesegnet, dass ich diesen Sport so lange so erfolgreich spielen kann. Ich habe aber immer noch das Gefühl, dass ich noch etwas in meinen Beinen übrig habe und dem Sport noch etwas geben kann."
Bei den French Open hatte sich Djokovic mit seinem 23. Major-Triumph schon zum Rekordhalter aufgeschwungen. In New York war der Serbe allerdings erst dreimal erfolgreich (2011, 2015, 2018) und verlor sechsmal im Endspiel (2007, 2010, 2012, 2013, 2016, 2021) - seine schlechteste Final-Bilanz bei den vier großen Turnieren des Jahres.
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(mit SID)
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Becker blickt auf US-Open-Triumph: Der berühmteste Netzroller
Quelle: Eurosport
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