US Open 2023: Novak Djokovic stellt sich auf feindselige Atmosphäre ein - allein gegen die USA
Novak Djokovic hat bei den US Open 2023 nur noch US-Amerikaner in seiner Hälfte des Tableaus. Im Viertelfinale trifft die designierte Nummer eins der Welt auf Taylor Fritz (Nr. 9), danach wäre entweder Frances Tiafoe (Nr. 10) oder Ben Shelton Halbfinalgegner. Dass er bisher vom Publikum in New York gut aufgenommen wurde, wird sich nun wohl ändern, vermutete der 36-Jährige.
Novak Djokovic gestikuliert bei den US Open 2023 in Richtung seiner Box
Fotocredit: Getty Images
Novak Djokovic sieht sich bei den US Open 2023 in der unteren Turnierhälfte drei US-Amerikanern gegenüber. Im Viertelfinale trifft der 23-fache Grand-Slam-Sieger auf Taylor Fritz (Nr. 9), im Halbfinale würde es dann gegen Frances Tiafoe (Nr. 10) oder Ben Shelton gehen.
Wurde der Djoker in New York nach einem Jahr impfbedingter Abwesenheit in den ersten Turnierrunden freundlich empfangen, schwant dem Serben nun, dass sich der Wind drehen könnte.
"Ich nehme an, im nächsten Match werden die Leute mehr für Taylor Fritz sein", sagte er nach seinem Achtelfinal-Sieg gegen den Kroaten Borna Gojo: "Und wenn ich gewinne, wird es im Halbfinale gegen Shelton oder Tiafoe dasselbe sein. Ich bin darauf vorbereitet."
Heißsporn Djokovic sagte allerdings auch, dass ihm das nicht viel ausmache - was auch die Vergangenheit schon gezeigt hat. "Wir sind in Amerika und ich spiele gegen Lokalmatadoren. Ich wäre überrascht, wenn es anderes wäre, um ehrlich zu sein", sagte der 36-Jährige.
Djokovic macht sich "auf alles gefasst"
Er wisse genau, was auf ihn zukäme, er mache sich "mental auf alles gefasst". Dass es überhaupt drei US-Amerikaner ins Viertelfinale geschafft haben, sei positiv. "Das ist wichtig für dieses Turnier, eins der vier Majors, eins der größten Events in der Geschichte dieses Sports", sagte er.
Beim Dreisatzsieg gegen Gojo hatte Djokovic auch seine emotionale Seite gezeigt, als er einmal in Richtung seiner Box gestikulierte und dabei vehement auf seine Brust klopfte. Später erklärte der Djoker, er habe seinem Tross andeuten wollen, nicht den Fokus zu verlieren.
"Sie halten mich scharf und ich halte sie scharf", sagte er anschließend. Er fordere ein, dass sein Team während des Matches ebenfalls konzentriert bei der Sache bleibe, gab er als Einblick.
Djokovic lässt sich im Match coachen
"Nichts anderes fordern sie auch von mir. Im Eifer des Gefechts fällt dann schon mal das ein oder andere Wort", gab er zu.
Seit diesem Jahr ist Coaching auf der Tour zwischen den Ballwechseln erlaubt, wenn der Spieler auf der Seite seiner eigenen Box spielt. "Ich versuche dann auch, zu kommunizieren, was nicht immer sehr effizient oder einfach ist, aber im Grunde hilft es", sagte Djokovic.
"Es hilft mir, wenn ich beim Aufschlag meinen Rhythmus verloren habe oder so. Ich schaue dann hoch und hoffe auf einen Ratschlag, ein bisschen Hilfe und die kriege ich dann auch meistens."
McEnroe hofft auf USA-Unterstützung
Gegen Fritz hat der Djoker eine makellose 7:0-Siegbilanz - da habe der US-Amerikaner Unterstützung des eigenen Publikums dringend nötig, findet Tennis-Legende John McEnroe im Gespräch mit Eurosport. "Ich meine: Wir haben seit 20 Jahren hier nicht mehr gewonnen!", sagte er.
Fritz' einzige Chance gegen Djokovic sei indes, auf einen schlechten Tag des Serben zu hoffen.
"Er muss drauf hoffen, dass er physisch nicht ganz auf der Höhe ist", sagte McEnroe: "Vielleicht, wenn ihm die Hitze zusetzt." Die Partie der beiden ist für den Nachmittag angesetzt.
Fritz, Tiafoe und Shelton pushen sich
Für das amerikanische Tennis sei es indes "zunehmend ein Problem", dass seit Andy Roddick 2003 kein einheimischer männlicher Profi mehr die US Open gewonnen hat. "Es wird viel darüber gesprochen. Und die Jungs kommen der Sache wieder näher", sagte er.
"Für Fritz ist das Viertelfinale gegen Djokovic das wichtigste Spiel seiner Karriere, weil er noch nie in einem Grand-Slam-Halbfinale stand. Tiafoe hat vergangenes Jahr schon großartig gespielt und Shelton hat das größte Entwicklungspotenzial von den dreien. Aber es ist wichtig für das amerikanische Tennis, dass sich wieder herausragende Ergebnisse einstellen", sagte er.
Es sei deshalb gut, wenn sich Fritz, Tiafoe und Shelton gegenseitig pushen. "Ich denke, sie verstehen immer besser, was es bedeutet, an der Spitze ihres Sports zu stehen. Aber dort sind sie noch nicht", so der 64-Jährige.
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