Trainer Gilles Cervara erklärt Trennung von Daniil Medvedev: "Mag arrogant klingen, aber das ist nicht der Grund"
VonNiklas Bien
Publiziert 04/09/2025 um 13:07 GMT+2 Uhr
Es sind unruhige Zeiten für Daniil Medvedev: Auf sein Erstrundenaus bei den US Open - inklusive heftigem Ausraster - folgte vor wenigen Tagen die Trennung von Trainer Gilles Cervara. Der langjährige Erfolgscoach des Russen hat sich nun zum Ende der Zusammenarbeit geäußert. Er selbst habe als Erstes über die Trennung nachgedacht, die endgültige Entscheidung sei aber in Medvedevs Händen gelegen.
Daniil Medvedev scheiterte bei den US Open an Benjamin Bonzi.
Fotocredit: Getty Images
Das Jahr 2025 ist für Daniil Medvedev eines zum Vergessen. Bei den Australian Open reichte es immerhin noch für die zweite Runde. Bei den French Open, Wimbledon und zuletzt den US Open scheiterte Medvedev gleich in der ersten Runde.
Für einen negativen Höhepunkt sorgte die ehemalige Nummer eins der Welt mit seinem beispiellosen Ausraster in New York, als er den Schiedsrichter hart anging, Gegner Benjamin Bonzi irritierte und das Publikum mehrere Minuten lang anstachelte.
Die logische Konsequenz dieses Horror-Jahres folgte nur wenige Tage später: Medvedev und Trainer Cervara beenden ihre Zusammenarbeit.
"Ich habe lange darüber nachgedacht. Nach seiner Niederlage in der ersten Runde in Wimbledon in diesem Jahr war ich mir sicher, dass sich etwas ändern musste, wenn sich die Ergebnisse im Sommer nicht verbessern würden", sagte Cervara im Gespräch mit "Tennis Majors".
Medvedev und Cervara: Trennung nach Gespräch
Bekanntermaßen verbesserten sich die Ergebnisse nicht, in der Nachbesprechung der US Open entschieden sich Medvedev und Cervara für die Trennung.
"Er selbst brachte die Idee auf: 'Nach acht Jahren ist es vielleicht Zeit für etwas Neues.' Ich sagte zu ihm: 'Hör mal, genau das muss meiner Meinung nach passieren, denn ich glaube nicht, dass ich dich weiterhin in dem Energiezustand, in dem wir uns gerade befinden, auftreten lassen kann. Du brauchst etwas Neues, etwas Anderes, um dich zu verändern'", so der langjährige Coach.
In dieser Konstellation weiterzumachen hätte "ein großes Risiko" dargestellt, erklärte Cervara. Schlechte Ergebnisse hätten gleich zu Beginn der neuen Saison wie ein "Damoklesschwert" über der Zusammenarbeit geschwebt.
Cervara wehrt sich gegen Kritik
Kritik, er habe Medvedev nicht mehr das geben können, was er für den Erfolg gebraucht habe, wiegelte Cervara derweil mit Nachdruck ab.
"Ich hatte nie das Gefühl, Daniil nichts bieten zu können. Ich war mir vollkommen bewusst, was ich alles zu bieten hatte", stellte der Franzose klar.

2021 gewann Daniil Medvedev die US Open.
Fotocredit: Getty Images
Medvedev werde "fähige Leute finden, die ihm die richtige Perspektive auf sein Spiel vermitteln - daran zweifle ich keine Sekunde", sagte Cervara.
"Es mag arrogant klingen, kurz nachdem die Zusammenarbeit beendet wurde, aber das ist nicht der Grund, warum sie beendet wurde. Aber ich glaube, er braucht jemanden, der ihm zuhört und ihn versteht. Da bin ich mir sicher".
Erfolgreiche Zusammenarbeit endet
Nach acht Jahren, insgesamt 20 Turniersiegen, einem US-Open-Erfolg und 16 Wochen an der Spitze der Weltrangliste trennen sich die Wege der langjährigen Weggefährten.
Im Guten, wie Cervara betont. "Sich im Guten zu trennen, ist befriedigend - es setzt das fort, was wir erlebt haben", sagte der ATP-Trainer des Jahres 2019.
An Selbstbewusstsein mangelt es dem Franzosen nicht. Möglichst zur neuen Saison will er die nächste Herausforderung auf der Tour annehmen. Die ersten Anfragen seien bereits da.
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