US Open 2026: Alexander Zverev trifft im Finale auf Ben Shelton und 24.000 Zuschauer - das spricht für den Deutschen
Von Jannik Schneider
Update 13/09/2026 um 17:40 GMT+2 Uhr
Am Tag vor seinem sechsten Grand-Slam-Finale ging Alexander Zverev etwas abgeschotteter als in den Tagen zuvor seinen Trainingsroutinen nach. Am Sonntag erwarten den French-Open-Sieger im Arthur-Ashe-Stadium rund 24.000 amerikanische Fans, die Ben Shelton siegen sehen wollen. Viel auszumachen scheint das Zverev nicht. Der Deutsche hat gegen Linkshänder Shelton einen entscheidenden Vorteil.
Zverev im Finale der US Open - ein Schritt fehlt zur Krönung in New York
Quelle: SID
Wenn man in seinem sechsten Grand-Slam-Finale am Sonntag (ab 20:00 Uhr MESZ im Liveticker) mit Ben Shelton erstmals auf einen Linkshänder trifft, hilft es, einen Bruder an der Seite zu wissen, der als "Leftie" die Top 30 der Weltrangliste und das Viertelfinale der Australian Open erreicht hat.
Gegen Ende der mehr als 90-minütigen Trainingseinheit auf Practice-Court fünf im Schatten des Centre Courts stellte sich Mischa Zverev mehr als zwei Meter in das Feld, um die Aufschlaghärte Sheltons etwas realitätsnaher darzustellen.
Sein Bruder hatte zuvor schon gut eine halbe Stunde Aufschlagroutinen abgearbeitet, nun feilte er an Reaktionszeit und Returnqualität.
Das Ganze im Übrigen etwas abgeschotteter als in den Tagen zuvor. Die Verantwortlichen des US-Verbands hatten die Zugangsberechtigungen an den Platz verändert, nur noch wenige Mitarbeiter der übertragenden Sender durften filmen. Für den Rest blieb ein distanzierterer Blick von der kleinen Tribüne am Ende des Platzes aus.
Zverevs starke Bilanz gegen Linkshänder
Mehr Ruhe vor einem großen Finale schadet grundsätzlich nicht. Zverevs zweitem Slam-Titel steht Shelton mit einem maximalen Selbstvertrauenslevel und ein aufgeheiztes Rekordpublikum im Weg. Für beide Herausforderungen scheint er gerüstet.
Zverev hat in fünf Partien noch nicht gegen den aufstrebenden Amerikaner verloren und dabei erst einen Satz abgegeben. 2026 wird das US-Open-Finale am Sonntag Duell Nummer eins sein, zudem das erste Aufeinandertreffen bei einem Majorturnier. Für Shelton ist es das erste große Finale.
"Ben ist einfach ein großer, gewaltiger Typ, massiver Aufschlag, massive Grundlinienschläge. Alles, was er auf dem Platz anstellt, ist groß, hart, massiv", erklärte Zverev am Freitag. Bereits nach Sheltons Viertelfinalsieg über Carlos Alcaraz hatte sich Zverev von der Entwicklung des Amerikaners beeindruckt gezeigt. Dieser habe sich vor allem an der Grundlinie seht verbessert.
Dass Shelton Linkshänder ist, spielt Zverev in die Karten. Seit den French Open 2023 hat er eine 43:1-Bilanz gegen Linkshänder. Die Stärke ist naturgemäß auf das enge Verhältnis zu Bruder Mischa und jahrelange Trainingsarbeit mit ihm im jungen Alter zurückzuführen. Der Spin, die Flugkurve und die Winkel könnten sich nicht natürlicher anfühlen. Zverev geht als Favorit in die Partie.
Drama gegen Thiem jährt sich am Sonntag
Am Sonntag jährt sich Zverevs erstes Grand-Slam-Finale zum sechsten Mal. Während der Corona-Pandemie unterlag der damals 23-Jährige Dominic Thiem im fünften Satz im Matchtiebreak.
"Als ich hier 2020 das Finale erreicht habe, habe ich nicht gut gespielt - das gesamte Turnier über. Das hatte sich damals nicht geändert. Trotzdem war ich zwei Punkte entfernt, hier zu gewinnen", erklärte Zverev im Rückblick.
Die Niederlage nagte lange am Deutschen. "Eigentlich ist die Narbe geblieben, bis ich dieses Jahr Paris gewonnen habe." Insgesamt habe er sich seitdem sehr weiterentwickelt. "Ich war damals fast noch ein Kind", sagt Zverev. Vier weitere Grand-Slam-Finals kann er mittlerweile in seinem Erfahrungsschatz verbuchen.
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Alexander Zverev greift nach seinem zweiten Grand-Slam-Titel
Fotocredit: Getty Images
24.000 Fans gegen sich? Zverev liebt die Atmosphäre
Zverev scheint von sich selbst und seiner Entwicklung bei den diesjährigen US Open etwas überrascht: "Alles ist anders. Meine Entwicklung und Verbesserung hier war ziemlich dramatisch dieses Mal. Dinge können sich im Tennis schnell ändern. Ich bin glücklich, dass es auf meine Seite umgeschwungen ist." Ein Stück weit ist das der eigene Verdienst vieler, vieler Trainingseinheiten in Flushing Meadows.
Im Finale werden knapp 24.000 Zuschauer gegen ihn sein. Das macht Zverev aber nichts aus - im Gegenteil. Es sei ein "fantastisches" Gefühl vor ausverkauftem Haus. "Ich genieße diese Atmosphären, hatte feindseliges Publikum oft genug in Frankreich. Die Australier in Melbourne, in Wimbledon ging es gegen Artur Fery. Solange die Fans nicht in den Aufschlag reinschreien, ist alles ok."
Am Samstag trainierte er noch, als die weiteren Trainingsplätze neben ihm bereits verwaist waren. Erst als die Finalistinnen Aryna Sabalenka und Elena Rybakina ins Stadion unter tosendem Applaus einliefen, hörte er auf. Das war bereits ein minimaler Vorgeschmack auf den Lärm, der ihn Sonntag erwartet.
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