US Open: Früh gescheiterter Fritz lässt Social-Media-Rant vom Stapel - Wilson-Tennisbälle "weich und tot"
Eurosport bei GoogleFünf Tage nach seinem überraschend frühen Aus bei den US Open 2026 hat Taylor Fritz via Social Media einen "massiven Rant über Tennisbälle" vom Stapel gelassen. Der US-Amerikaner hatte in New York in Runde drei gegen Francisco Cerúndolo nach 2:0-Satzführung einen Systemabsturz erlebt. Im Training nach der Grand-Slam-Enttäuschung musste sich Fritz nun extrem wundern.
Tennis: Taylor Fritz (USA) erlebte enttäuschende US Open 2026
Fotocredit: Getty Images
"Jetzt kommt ein massiven Rant über Tennisbälle" - mit diesen Zeilen startet Taylor Fritz am Donnerstag einen "X"-Post, der sich gewaschen hatte.
In seiner 520 Wörter umfassenden Schimpftirade attackierte der US-Tennisstar den Sportartikelhersteller Wilson, genauer dessen Tennis-Bälle, die bei den US Open eingesetzt werden. Dabei ging es ihm aber explizit nicht um die beim Grand Slam gespielten Filzkugeln, sondern um die Bälle des gleichen Fabrikats, die er aktuell zum Training zur Verfügung hat.
Genauer: das Modell "Wilson US Open Extra Duty". Nach den Turnieren in Washington, Cincinnati und New York habe Fritz nämlich eigentlich ein gutes Gefühl dafür entwickelt, wie sich das Spielgerät verhält. Im Training sei davon aber gar nichts mehr zu spüren.
Die Trainingsexperience mit den Wilson-Bällen sei demnach nicht weniger als "miserabel". Sein Vorwurf: "Sie werden als dieselben Bälle verkauft (wie bei den US Open, Anm. d. Red.), beworben und gekennzeichnet, könnten sich von meinem Schläger aber kaum unterschiedlicher anfühlen."
Fritz spricht von "Kinderbällen"
Seine Trainingsgeräte würden sich anfühlen "wie diese druckreduzierten Kinderbälle mit grünem Punkt: extrem weich, tot und ohne Tempo". Und das, obwohl er auf einem Platz trainiere, der von der Geschwindigkeit her den US-Open-Courts ähnlich sei.
Er habe Bälle aus unterschiedlichen Chargen ausprobiert, allerdings mit dem gleichen, schlechten Ergebnis. Fritz sei auch nicht der einzige, dem das aufgefallen ist. "Auch andere Spieler, mit denen ich seit den US Open gesprochen habe, haben mir dasselbe beschrieben", meinte er.
Wegen der schlechten Qualität der Bälle müsse einen hohen Aufwand betreiben, "um überhaupt einen normalen Ballwechsel spielen zu können". Das sei "verrückt". Er müsse seinen "ganzen Körper einsetzen und praktisch aus den Schuhen heraus schwingen, nur um einen ordentlichen Ball zu spielen. Das ist nicht nur frustrierend, sondern fördert aus meiner Sicht auch schlechte Gewohnheiten."
Fritz' eigentlicher Punkt: Qualität muss beständig sein
Würde er mit einem Turnierball so durchschwingen, würde die Filzkugel vermutlich "im Zaun landen". Er müsse also seine "Schlagbewegung verändern, nur um einen Ball zu kompensieren, der sich ganz anders verhält als der Ball im Wettkampf".
Die Spielgeräte, die auf dem US-Swing der ATP-Tour verwendet wurden, nahm er von seiner Kritik explizit aus. Fritz: "Das waren gute Bälle, und ich hatte bei keinem dieser Turniere etwas auszusetzen."
Sein eigentlicher Grund für den Rant ist demnach die Forderung, fürs Training auch wirklich dieselbe Qualität an Bällen wie bei den ATP-Turnieren zur Verfügung gestellt zu bekommen: "Wir müssen mit denselben Bällen trainieren können, mit denen wir auch Turniere spielen."
Auch andere Bälle betroffen
Das Problem beschränke sich indes auch nicht nur auf die Wilson-Produkte. Auch bei Dunlop-Bällen sei ihm in den vergangenen anderthalb Jahren ein signifikanter Unterschied zwischen Trainings- und Turnierqualität aufgefallen.
"Es beeinflusst, wie man Punkte aufbaut, welche Risiken man eingeht und wie man Ballwechsel generell spielt. Ich übertreibe nicht: Auf Profiniveau macht das wirklich einen so großen Unterschied", so Fritz, der befürchtet, dass sich durch die irreführenden Trainingseindrücke "die gesamte Spielweise verändert". Natürlich zu Ungunsten des Profis.
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Taylor Fritz bei den US Open 2026
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Mit beißendem Zynismus fügte er in seinem Rant hinzu, dass sich durch den Kraftaufwand, den er zum Schlagen der schlechten Bälle aufgewendet habe, zumindest "ein gutes Ausdauertraining" ergeben habe. Unterm Strich bleibe aber: "Training macht deutlich weniger Spaß und ist deutlich weniger produktiv, wenn man mit Bällen übt, die sich so stark von denen unterscheiden, die später im Wettkampf verwendet werden."
Fritz nur noch drittbester US-Amerikaner
Zum Schluss seines Posts wünschte er seinen Followern noch "viel Spaß beim Zuschauen der restlichen US Open".
Bei dem Turnier in New York hatte der dort an Neun gesetzte Fritz, nach seinem Turniersieg in Washington mit großen Ambitionen angereist, schon in der dritten Runde gegen den Argentinier Francisco Cerúndolo 6:3, 6:4, 3:6, 4:6, 4:6 verloren.
In der Weltrangliste wird der US-Amerikaner zwar einen Top-Ten-Platz behalten, hinter Ben Shelton und Frances Tiafoe aber nur noch drittbester US-Spieler sein.
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