US Open: Masters-Titel in Cincinnati nur Zwischenstation für Arthut Fils - Franzose hat in New York Großes vor
Von Jan Zesewitz
Update 26/08/2026 um 12:22 GMT+2 Uhr
Arthur Fils hat in Cincinnati den ersten Masters-Titel seiner Karriere gewonnen. Für den 22-Jährigen ist es nach etlichen Verletzungen ein Meilenstein - und gleichzeitig eine Ansage. Der Franzose drohte von den anderen Jungstars seiner Generation überholt zu werden. Die Schlagzeilen bestimmten Rafael Jodar, Joao Fonseca oder Learner Tien. Mit seinem Triumph in Ohio zeigte Fils: "Ich bin noch da."
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Quelle: SNTV
Viel Ruhe gönnte sich der Franzose nicht. Zwei Tage nach seinem Sieg in Cincinnati ist Fils in New York angekommen und trainiert am Dienstag mit keinem Geringerem als Carlos Alcaraz. Für beide eine interessante Paarung. Der Spanier suchte sich als Sparrings-Partner für sein Comeback den wohl aktuell formstärksten Spieler auf der Tour.
Und Fils zeigt damit, wo seine eigenen Ambitionen liegen: Er fordert immerhin den Titelverteidiger. Die US Open kommen für den Franzosen gerade recht.
Vergangenes Jahr verpasste er wegen einer hartnäckigen Rückenverletzung acht Monate, auch die Australian Open musste er absagen. Seit er in diesem Frühjahr zum ersten Mal seit langem fit ist, geht sein Weg steil nach oben. In Doha verlor er erst im FInale gegen Alcaraz. Beim Masters in Miami ging es bis ins Halbfinale (Niederlage gegen Jiri Lehecka), er gewann das Turnier in Barcelona und in Madrid scheiterte er erst im Halbfinale an Jannik Sinner.
Wenn sein Körper mitspielt, gehört Fils zu den stärksten Spielern der Welt. Die Sandplatzsaison endete in Rom erneut vorzeitig, aber rechtzeitig zur Hartplatzsaison ist er topfit. "Es war ein schwieriges Jahr", sagte er mit der Trophäe in der Hand. Es tut wirklich gut, eine Trophäe neben mir zu haben, besonders ein Masters 1000. Das hatte ich noch nie gewonnen. Dafür spiele ich Tennis."
Fils: "Ich denke, jetzt wird niemand mehr reden"
Sein Talent ließ er schon früher aufblitzen. 2024 schlug er im Finale von Hamburg Alexander Zverev, gewann später auch das 500er-Turnier in Tokio. In der Weltrangliste kletterte er trotz seiner langen Ausfallzeit auf Platz elf - im Race, das nur Ergebnisse 2026 berücksichtigt, ist er sogar Fünfter.
Fils spielt mit Flair, immer offensiv, druckvoll. So gibt er sich auch abseits des Platzes. Nach seinem Sieg in Cincinnati schrieb er auf die Kamera: "Who's gonna talk now?" - "Wer redet jetzt?" Eine klare Nachricht an die Personen, die nach seiner langen Verletzungspause an ihm gezweifelt haben.
"Die Leute haben mich sehr schlecht geredet", sagte er. "In Frankreich ist es manchmal sehr einfach, zu kritisieren. Ich habe Roland-Garros nicht gespielt, ich habe früh in Washington verloren, und die Leute denken, ich bin fertig und kann kein Tennis mehr spielen. Aber hier sind wir: Ich habe den Titel gewonnen. Und ich denke, jetzt wird niemand mehr reden."
Doch Fils hat mit Cincinnati längst nicht genug. Das nächste Ziel auf seiner Liste: die US Open. Auf Instagram schrieb Fils: "Das erste Masters 1000. Mehr zum Aufbauen." Der Masters-Titel soll für ihn kein Höhepunkt sein, sondern der nächste Schritt. Die Grand-Slam-Turniere sind das große Ziel des 22-Jährigen.
Fils hat in seiner Generation die Nase vorne
Mit dem Titel rief er sich auch wieder in Erinnerung. Die Youngster fordern die aktuelle Generation heraus - Alcaraz und Sinner sind zwar kaum älter, zählen aber seit Jahren zur absoluten Weltspitze. Fils war zuletzt etwas aus dem Blickfeld geraten, während Spieler wie Jodar, der ihn in diesem Jahr zweimal besiegte, Fonseca und Co. an ihm vorbeizuziehen schienen.
Mit einem 1000er- und zwei 500er-Titeln ist er seinen Altersgenossen bei den großen Trophäen etwas voraus. Auch in der Weltrangliste liegt er vor seinen ”Next-Gen”-Rivalen.
Mit dem Titel in Cincinnati hat Fils seine Position wieder deutlich gemacht. In Abwesenheit von Sinner und angesichts der Fragezeichen hinter dem Comeback von Alcaraz zählt er zu den Mitfavoriten in New York. Und noch eine weitere Statistik dürfte ihm in den USA Selbstvertrauen geben: Gegen Spieler aus der Gastgebernation hat er in diesem Jahr eine Bilanz von 9:0.
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