Daniil Medvedev: Ausraster und Pleitenserie machen dem Russen zu schaffen - und täglich grüßt das Murmeltier

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Daniil Medvedev stand in den vergangenen Wochen kaum aus sportlichen Gründen in den Schlagzeilen. Stattdessen war es zum wiederholten Male sein Verhalten auf dem Court, das beim Masters-Turnier in Cincinnati für Aufmerksamkeit sorgte. Der ehemalige Weltranglistenerste ist aktuell einmal mehr auf Formsuche - und das ausgerechnet auf seinem Lieblingsbelag. Die Wende soll nun bei den US Open kommen.

Medvedev erneut früh raus: Nakashima schockt Topstar beim Masters

Quelle: SNTV

Medvedev könnte sich wie in einer Zeitschleife gefangen fühlen. Wäre dem so, dann wüsste er, was als Nächstes kommt: ein Erstrundenaus in Flushing Meadows. So endete seine letzte Krise auf den nordamerikanischen Hartplätzen im vergangenen Jahr.
Drehen wir die Zeit kurz ein Jahr zurück: Medvedev fliegt bei den Australian Open schon in der zweiten Runde raus, fängt sich im Frühjahr, spielt eine ordentliche Sandplatzsaison - und geht in Roland-Garros trotzdem in der ersten Runde baden.
In Wimbledon ist ebenfalls schon nach der ersten Partie Schluss, in Kanada und Cincinnati verliert er einmal zum Auftakt und einmal eine Runde später - und bei den US Open fliegt er gegen Benjamin Bonzi in fünf Sätzen raus, gegen den er zuvor bereits in Wimbledon verlor.
Das Muster ist erschreckend ähnlich. Zugegeben, die Saison 2026 begann mit den Turniersiegen in Brisbane und Dubai besser, in Melbourne ging es immerhin bis ins Achtelfinale. Doch danach? Roland-Garros - Erstrundenaus, Wimbledon - immerhin dritte Runde, in Kanada und Cincinnati gewann er wieder nur ein Match.

Déjà-vus und Ausraster prägen Medvedevs Krise

Die Konsequenzen sind diesmal andere, Medvedev will aus dem Hamsterrad ausbrechen. 2025 trennte er sich erst nach den US Open von seinem langjährigen Trainer Gilles Cervara. Nachfolger Thomas Johanson musste schon nach Wimbledon im Juli gehen.
Dabei lief es mit dem Schweden besser als zuvor. Immerhin drei Turniersiege konnte der 30-Jährige in dieser Zeit verbuchen, dazu die Finalteilnahme in Indian Wells. Trotzdem zog Medvedev erneut die Reißleine. Auch am Kalender nahm Medvedev Änderungen vor. In letzter Minute sicherte er sich eine Wildcard für das Turnier in Winston-Salem. Es ist die allerletzte Möglichkeit, vor den US Open Spielpraxis zu sammeln.
In Montréal und Cincinnati gelang das dem Russen nicht. Der Auftritt in der Runde der letzten 32 gegen Brandon Nakashima im US-Bundesstaat Ohio stand dabei sinnbildlich für die Probleme des US-Open-Siegers von 2021.
Schon im ersten Satz warf er seinen Schläger in einen Bildschirm am Rande des Courts. Den Satz gewann er anschließend im Tiebreak, hatte im zweiten Satz drei Matchbälle und verlor diesen Satz wiederum im Tiebreak.
In diesem rastete er erneut aus: Der Russe legte sich mit dem Schiedsrichter an, trat in eine Werbebande - und verlor nicht nur den Tiebreak, sondern wenig später auch den dritten Satz sang- und klanglos 1:6. Das alles vor den Augen des neuen Trainers Andrey Golubev, mit dem Medvedev ein zunächst bis zu den US Open befristetes "Experiment" wagen möchte.

Medvedev ist der Doppelfehler-König der ATP

Nakashima musste zur Entscheidung selbst kaum noch etwas beitragen. Medvedev nahm sich mit einer Vielzahl an unerzwungenen Fehlern selbst aus dem Spiel. Über drei Sätze verteilt servierte er zehn Doppelfehler - kein neues Problem des 30-Jährigen, aber eines, das sich mehr und mehr bemerkbar macht, wenn sein ansonsten so solides Spiel Risse bekommt.
Mit 191 Doppelfehlern führt er die ATP-Rangliste in dieser Kategorie an. In der ATP-Weltrangliste liegt er auf Platz acht. Hier könnte ein weiterer Grund für die Teilnahme in Winston-Salem liegen. Mit einem Turniersieg könnte er mit Beginn der US Open auf Platz fünf vorrücken.

Medvedev muss aus Hamsterrad ausbrechen

Die Top Ten sind kein schlechter Ort für einen, der seit zwei Jahren in einer vermeintlichen Krise steckt. Doch Medvedev profitiert in seinem Ranking vom zwischenzeitlichen Aufschwung Ende 2025 und Anfang 2026 - derzeit ist davon nur noch wenig zu sehen.
Bezeichnend ist auch, dass der erneute Ausraster in Cincinnati kaum noch Reaktionen bei Experten hervorruft.
Die Schwierigkeiten von Medvedev sind lange bekannt: Seine mentalen Schwankungen beeinflussen auch sein Spiel. Früher gelang es ihm noch, sich daraus wieder in die richtige Spur zu steuern - das ist ihm inzwischen völlig abhandengekommen.
Im zweiten Jahr der steten Wiederholung steht der Russe nun an einem entscheidenden Punkt. Bei den US Open muss er aus dem Hamsterrad ausbrechen.
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Quelle: SNTV


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