Auf Roger Federer angesprochen, geriet John McEnroe auch ohne konkreten Anlass ins Schwärmen: "Roger Federer ist eine lebende Legende. Wir alle wissen das. Er ist der stilistisch schönste Spieler, den ich je habe spielen sehen. Ich habe Laver (Tennislegende Rod Laver, Anm. d. Red.) vergöttert. Er ist für mich so etwas wie ein aktualisierter Laver", sagte der 63-jährige US-Amerikaner im Rahmen seiner Tätigkeit für "ESPN".
Laver hatte zwischen 1960 und 1969 elf Grand-Slam-Titel gewonnen. Federer steht seit 2018 bei 20 Major-Siegen.
Der 40-jährige Schweizer laboriert weiterhin an einer Knieverletzung und wird das diesjährige Wimbledon-Turnier folglich verpassen. Eine Schande in den Augen von McEnroe, der Federer sichtlich vermisst: "Zwanzig Jahre lang, man muss das Positive sehen", so der siebenfache Grand-Slam-Sieger: "Man hatte eine lange Zeit, in der man die Chance hatte, diesen Kerl spielen und gewinnen zu sehen."
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Für die bisherige Karriere des Schweizers hat der TV-Experte nichts als Hochachtung, hofft aber zugleich auf eine Fortsetzung: "Wir müssen hoffen, dass er mit der Entscheidung, die er trifft, zufrieden ist. Er ist 40. Er hat es so weit gebracht. Es ist erstaunlich."
Schon am Rande der Australian Open sagte McEnroe im exklusiven Eurosport-Interview, wie sehr der Sport Federer vermisst: "Es versteht sich von selbst, dass wir ihn jedes Mal vermissen, wenn wir an einem Event sind, an dem Roger nicht spielt", so der 63-Jährige.

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McEnroe hofft auf Federer-Comeback

Der in Deutschland geborene ehemalige Weltranglistenerste weiß um die Verletzungshistorie des Maestros: "Was die Zukunft anbelangt - er ist 40 Jahre alt. Er hat zahlreiche Operationen an seinem Knie hinter sich, es gibt eine Menge Verschleißerscheinungen."
Auf ein Comeback hofft McEnroe dennoch: "Es wäre unglaublich, wenn er zurückkommen und annähernd das Niveau erreichen könnte, auf dem er einmal war." Das wäre nicht das erste Mal, ergänzte der US-Amerikaner: "Vor fünf Jahren dachte ich das Gleiche, als ich Raonic trainierte und Roger nach dem Wimbledon-Halbfinale humpelnd vom Platz ging und sechs Monate lang nicht spielte. Dann hat er die Australian Open gewonnen."
Eine erneute Rückkehr würde den Legenden-Status von Federer wohl weiter zementieren. Dass "FedEx" das Comeback gelingen kann, bezweifelte McEnroe nicht. Er glaubt sogar an einen erneuten Triumph in London: "Er hat schon öfter das Unwahrscheinliche geschafft, aber das wäre das Unglaublichste von allem, wenn er noch einmal Wimbledon gewinnen würde."
Bei aller Vorfreude solle der 20-fache Grand-Slam-Sieger seine Genesung aber nicht überstürzen, fügte der 63-jährige Experte noch hinzu: "Wenn er spielen will, sind wir froh, dass er spielt, aber ich möchte Roger nicht bei 80 Prozent sehen. Wir haben das bei Murray gesehen, und es ist nicht einfach. Man möchte, dass die Spitzenleute ihr Bestes geben."
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