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Wimbledon: Djokovic-Trainer Boris Becker überrascht sich selbst: "Wie ein Traum"
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Publiziert 14/07/2015 um 12:49 GMT+2 Uhr
Genugtuung? Nein. Boris Becker ist nach eigener Einschätzung eben keiner, der herumläuft und denkt: Jetzt habe ich es allen gezeigt. Hat er aber doch. Und das überrascht sogar den großen Meister selbst. "Ich hätte mir vor fünf Jahren nie erträumen lassen, dass ich hier Trainer bin vom amtierenden Wimbledonsieger", sagte Becker der "Bild".
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Am Sonntag hatte sein Schützling Novak Djokovic das bedeutendste Tennis-Turnier der Welt zum dritten Mal gewonnen und seinen Status als unangefochtene Nummer eins eindrucksvoll untermauert.
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Becker erlebte in der Box des Serben beim Finalsieg gegen Roger Federer (Schweiz) großes Kino. "Dass Novak diesen Sieg 30 Jahre nach meinem ersten Titel holt, ist fast filmreif", meinte der 47-Jährige im Gespräch mit deutschen Medien: "Was da passiert, ist wie ein Traum. Es wirkt alles auf mich wie Schicksal: Wimbledon hat wohl immer etwas Besonderes mit mir vor."
Beim Champions Dinner applaudierte Becker stolz, als Djokovic zusammen mit Siegerin Serena Williams (USA) zum Bee-Gees-Klassiker "Night Fever" abtanzte.
Ein Lächeln ins Gesicht zauberte dem gebürtigen Leimener auch die Tatsache, dass er es den ewigen Zweiflern wieder einmal gezeigt hat. "Kritik stachelt meinen Ehrgeiz an, ist eher Motivation für mich, macht mich besser", sagte Becker, der Kämpfer.
"Ich werde gerne skeptisch betrachtet und in Frage gestellt"
Er sei "schlicht überrascht" gewesen, dass man seine Tennis-Kenntnisse bei seinem Amtsantritt als Djokovic-Coach im Dezember 2013 in Frage stellte. "Aber das ist immer so in meinem Leben gewesen", meinte der in London lebende Becker: "Ich werde gerne skeptisch betrachtet und in Frage gestellt."
Der sechsmalige Grand-Slam-Champion ist in seinem Job "ganz Teamplayer". Er bereitet den "Djoker" auf die großen Momente, die sogennanten Big Points, in einer Partie vor.
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Und Becker macht keinen Hehl daraus, dass er während der Matches seines Schützlings Nerven lässt: "Innerlich brodelt alles. Es ist schlimm, auf der Tribüne zu sitzen." Tauschen wolle er mit Djokovic und Federer nicht mehr: "Ich habe genug große Kämpfe da draußen durchgemacht."
Offenbar kann sich Becker auch vorstellen, seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag zu verlängern. "Es macht Novak und mir sehr viel Spaß. Wir lernen dazu, haben einen großen Schritt gemacht im Vergleich zum letzten Jahr. Ich helfe Novak, er nimmt die Hilfe an - das ist einfach großartig", meinte Becker, der selbst dreimal an der Church Road triumphiert hatte.
Das ultimative Ziel
Der prominente Trainer gibt es nicht gerne zu, aber der letzte noch fehlende Grand-Slam-Coup bei den French Open ist das ultimative Ziel der Djokovic-Becker-Connection. Der Titel in Roland Garros fehlt dem 28-jährigen Serben noch in seinem Portfolio. Auch Becker stand beim Sandplatz-Turnier am Bois de Boulogne im Gegensatz zu den Veranstaltungen in Melbourne (1991 und 1996), Wimbledon (1985, 1986, 1989) und New York (1989) nie ganz oben.
"Paris ist nicht ständig in unserem Hirn", beteuerte Becker. Wohlwissend, dass es "ein Problem" wäre, "wenn man am Ende seiner Karriere abrechnet und die French Open nicht gewonnen hat".
Die nächste Herausforderung für "Beckovic" wartet bei den US Open (31. August bis 13. September). "Dann greifen wir wieder richtig an", verspricht Becker, für den Stillstand Rückschritt bedeutet: "Jedes Jahr gilt es, sich zu steigern, sonst wirst du von der Konkurrenz überholt."
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