Wimbledon 2017 - Manic Monday! Zverev, Nadal, Kerber und Federer brennen Tennis-Feuerwerk ab

Angelique Kerber und Alexander Zverev spielen in Wimbledon grandiose Matches und stehen mit leeren Händen da. Dominic Thiem geht es nach harten fünf Sätzen nicht anders. Roger Federer spielt derweil wie das berühmte Schweizer Uhrwerk, während Rafael Nadal sensationell raus ist. Wir sortieren für Euch Emotionen, Reaktionen und Ergebnisse eines verrückten Tages.

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Fotocredit: Eurosport

Mit dem griffigen Schlagwort "Manic Monday" kündigte der Turnierveranstalter den 7. Tag im All England Club an. Clever - und eine Untertreibung! Denn was die Achtelfinals boten, war über weite Strecken der pure Wahnsinn.
Da war zum Beispiel die Weltranglisten-Erste Angelique Kerber, der viele schon gar nicht mehr zutrauten, gegen eine Spielerin vom Format Garbiñe Muguruzas ein großes Match zu liefern. Zwei Stunden und 20 Minuten später waren alle Kritiker eines Besseren belehrt. Kerber verkündete danach:
Damit keine Missverständnisse aufkommen, die 29-Jährige hat die Partie mit 6:4, 4:6 und 4:6 verloren. Eine Enttäuschung, sicher - aber kein Niederschlag. Dazu hatte Kerber viel zu gut gespielt.
Die Wimbledon-Organisatoren waren selbst schuld, dass sie diese Partie nicht auf dem Centre Court angesetzt hatten, sondern auf No. 2 Court. Und genau dort griffen nach dem Erfolg von Simona Halep gegen Victoria Azarenka auch die Herren Alexander Zverev und Milos Raonic ins Geschehen ein.

Zverev und Raonic reißen die Fans mit

Wieder so ein episches Duell mit deutscher Beteiligung. Der 20-jährige Hamburger spielte einen nahezu perfekten ersten Satz. Und Raonic? Schlug zurück, kam zurück. Im dritten Satz schrie dann Zverev nach seinem Break zum 4:3 die Freude aus sich heraus, ballte die Faust. Zurecht, er holte sich wieder die Satzführung.
Die beiden Kontrahenten zogen die Zuschauer komplett in ihren Bann - umso mehr, als Raonic im vierten Satz wieder die Oberhand behielt und den fünften erzwang. Erst jetzt war der Widerstand des jungen Deutschen gebrochen - und der war verständlicherweise enttäuscht:
Ganz ähnlich hörte sich das bei Kumpel Dominic Thiem an. Der an Position acht gesetzte Österreicher rieb sich gegen Tomas Berdych ebenfalls über fünf Sätze auf, um am Ende mit leeren Händen dazustehen. "Ich war mir sehr sicher, dass ich die Partie gewinne, vor allem als ich den vierten Satz gewonnen habe. Deshalb tut es doppelt weh, dass es dann nichts geworden ist."

"Der Sieg seines Lebens"

Wie man seiner Favoritenrolle gegen einen schweren Gegner elegant gerecht wird, demonstrierte Roger Federer auf dem Centre Court.
Der siebenfache Wimbledon-Champion machte einfach 98 Minuten lang so gut wie alles richtig - und schon war der 6:4, 6:2, 6:4-Erfolg gegen Grigor Dimitrov unter Dach und Fach. Obwohl Federer damit zum 50. Mal in der Runde der letzten Acht bei einem Grand-Slam-Turnier steht, zeigte der Maestro echte Freude:
Für den krönenden Abschluss des Manic Monday sorgten Rafael Nadal und Gilles Muller. 4:48 Stunden lang trieben sich der French-Open-Champion und der Luxemburger über den Platz. Völlig verrückt wurde es im fünften Satz, der sage und schreibe 2:14 Stunden dauerte und mit 15:13 (!) sensationell an Muller ging. Die Fans quittierten das Spektakel mit "La Ola" und frenetischem Applaus.
"Der Sieg seines Lebens", titelten die Veranstalter nach Mullers Manic Match. Keine Übertreibung. "Ich habe nicht wirklich realisiert, was hier passiert ist. Ein großartiges Gefühl", brach es aus dem 34-Jährigen heraus.

Was ist eigentlich mit Djokovic?

Bleibt nur noch die Frage: Was war eigentlich mit Novak Djokovic? Nun, bei all' dem Wahnsinn im All England Club war am Ende gar keine Zeit mehr für das Match des dreimaligen Wimbledon-Champions gegen Adrian Mannarino. Djokovic muss am Dienstag wiederkommen...
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