Zu Spielbeginn verlief für Murray alles nach Plan. Der zweimalige Wimbledon-Champion gewann sein erstes Aufschlagspiel, Shapovalov zeigte sich von der erneut herausragenden Atmosphäre auf dem Centre Court unbeeindruckt und brachte seinen ersten Service ebenfalls durch.
Murray rutschte dann auf dem Rasen und werkelte an seinen Schuhen rum. Helfen tat es nicht. Shapovalov holte sich das Break zum 2:1.
Fortan verlief die Partie ganz klar in Richtung des 22-Jährigen. Zwar wehrte Murray mit einer schönen Rückhand den Breakball zum 1:4 ab. Doch Shapovalov ließ nicht nach und nutzte schließlich seinen dritten Breakball. Mit einer Vorhand die Linie entlang stellte er auf 5:1.
Wimbledon
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Doch Murray biss sich zurück und startete ein kleines Comeback. Zunächst hielt er sein Aufschlagspiel und holte sich anschließend zu Null das Break zum 3:5.

Shapovalov gewinnt trotz Schwächephase zum Schluss den ersten Satz

Und so ging es weiter: Auch seinen Service hielt er zu Null.
Shapovalov wirkte zunehmend verunsichert und produzierte plötzlich unerzwungene Fehler. So hatte Murray gar einen Breakball zum 5:5, welchen der Kanadier jedoch abwehren konnte.
Doch mit großem Einsatz erspielte sich Murray weitere Breakchancen. Shapovalov war da jedoch immer zur Stelle.
Mit einem Smash erspielte er sich seinerseits den ersten Satzball. Mit einem ganz starken Stopp machte er nach 59 Minuten den Sack zu.

Shapovalov zieht im zweiten Satz gegen Murray auf 4:0 davon

Diesen Schwung nahm der Kanadier mit in den zweiten Satz, wo er seinem Kontrahenten direkt mal zwei Aufschlagspiele abnahm. Murray fand nicht wirklich zu seinem Spiel.
Bezeichnend war der Ballwechsel zum 0:3. Murray brachte Shapovalov in Bewegung und hatte die Chance am Netz zu punkten, doch der Brite legte die Filzkugel ins Netz.
Shapovalov zog anschließend gar auf 4:0 davon. Murray brachte dann aber erstmals im zweiten Satz sein Aufschlagspiel durch und erkämpfte sich erneut mehrere Breakbälle.
Shapovalov wehrte ab und war kurz davor auf 5:1 zu erhöhen. Doch ähnlich wie Murray zuvor versiebte er diese Chance, in dem er nach einem kurzen Lob von Murray den Ball aus wenigen Zentimetern ins Netz legte. Dabei hätte er ihn eigentlich nur volley rüberbringen müssen.
Entscheidend war dieser Patzer für den jungen Kanadier jedoch nicht. Kurze Zeit später stellte er auf 5:1.

Auch die Dach-Pause bringt Shapovalov nicht aus dem Rhythmus

Murrays Anschluss zum 2:5 ließ seine Fans zwar nochmal kurz von einem erneuten Comeback wie in Satz eins träumen, doch Shapovalov brachte seinen Aufschlag souverän durch und sicherte sich die 2:0-Satzführung.
Anschließend gab es eine längere Pause, da das Dach auf dem Centre Court angesichts der fortgeschrittenen Uhrzeit geschlossen wurde.
Aber auch von dieser Unterbrechung ließ sich Shapovalov nicht mehr auf seinem Weg ins Achtelfinale abbringen.
Zum Auftakt des dritten Durchgangs gelang ihm sofort das Break, welches er mit zwei Assen bestätigte.

Shapovalov macht mit einem Ass den Sieg gegen Murray perfekt

Es wurde immer ersichtlicher, dass der Bann bei Murray gebrochen war. Auch wenn er weiter kämpfte, kam am Weiterkommen seines 12 Jahre jüngeren Konkurreten keine Zweifel mehr auf.
Mit einem Ass erspielte sich Shapovalov beim 5:2 zwei Matchbälle. Mit einem weiteren Ass machte er seinen ersten Achtelfinal-Einzug in Wimbledon perfekt.
Nach dem Spiel erklärte Shapovalov mit einem Lächeln: "Ein Traum ist wahr geworden. Ich versuche alles aufzusaugen, bevor ich den Platz verlasse. Es ist wirklich großartig auf diesem Court (Centre Court, Anm. d. Red.) solch ein Match zu spielen. Ich denke nicht, dass ich besser hätte spielen können."

Shapovalov: "Habe Murray gesagt, dass er mein Held ist"

Zur Begegnung am Netz mit Murray nach dem verwandelten Matchball sagte der Kanadier: "Ich habe ihm am Netz gesagt, dass er mein Held ist. Ganz abgesehen von seinen Erfolgen, wie er mit dieser Verletzung zurückgekommen ist und sich auf dem Platz bewegt. Wie ich schon vorher gesagt habe, in seinem zweiten Match war es wie 'Vintage Andy' und es hat als Fan großen Spaß gemacht, sich das anzuschauen."
"Der erste Satz heute war sehr intensiv, ich musste wirklich alles geben. Danach habe ich versucht, das Level zu halten und er ist ein bisschen abgefallen. Aber dennoch ist es unglaublich, was er geleistet hat, um die dritte Runde zu erreichen. Und er hat gerade erst angefangen, wieder zurückkommen. Von daher wird es großartig sein zu sehen, was er noch erreicht", so Shapovalov weiter.
Dort trifft der Linkshänder auf den Spanier Roberto Bautista Agut, der am Nachmittag Dominik Koepfer ausgeschaltet hatte.
In der zweiten Runde hatte Andy Murray den Kölner Oscar Otte in fünf Sätzen niedergerungen, nachdem er zum Auftakt den an Nummer 24 gesetzten Georgier Nikoloz Basilashvili in vier Sätzen nach Hause geschickt hatte.
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