"Der Druck, der auf Emmas Schultern lastet, muss riesig sein und es ist sicherlich schwierig, damit umzugehen", sagt Corretja exklusiv bei Eurosport. Der frühere Tennis-Profi ergänzt: "Sie hat bereits ein Grand-Slam-Turnier gewonnen und kann sich eigentlich sagen: Okay, alles, was jetzt noch kommt, ist für meine Karriere und nicht für die Karrieren der anderen Menschen. Sie muss sich auf sich selbst konzentrieren."
Dass Wimbledon insbesondere für britische Athleten und Athletinnen einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt, weiß Corretja. Dementsprechend sei es "wichtig, dass Emma gesund ins Turnier geht." Corretja weiter: "Sie braucht Beständigkeit, sie muss trainieren und sich auf einen Spielstil festlegen. Wenn sie ihren Weg findet, sieht man, wie gefährlich und aggressiv sie ist und wie gut sie sich bewegt."
In der jüngeren Vergangenheit habe die 19-Jährige ihren Weg laut Corretja "manchmal gefunden, manchmal eben aber auch nicht." Der Spanier ist sich trotz der sportlichen Rückschläge, die Raducanu zuletzt immer wieder hinnehmen musste, sicher, dass dem Top-Talent eine rosige Zukunft blüht. "Wenn sie konstant ist, wird sie absolut großartig sein. Denn sie hat alles, um Turnier zu gewinnen", so Corretja.
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Raducanu hatte sich kürzlich über den großen Druck beklagt, der seit dem US-Open-Sieg auf sie ausgeübt werde: "Jeder hat von mir erwartet, dass ich jedes Turnier gewinnen werde, bei dem ich jemals wieder antreten werde. Ich denke, das ist ein wenig unrealistisch, weil Perfektion einfach nicht existiert", sagte sie.

Badosa: "Leute müssen aufhören, Druck auszuüben"

Zuletzt hatte sich auch die spanische Top-Spielerin Paula Badosa über die hohen Erwartungshaltungen an Raducanu geäußert – und gefordert, den enormen Druck auf Raducanu zu verringern. "Ihre Situation ist sehr schwierig, sie hat in jungen Jahren schon erstaunliche Dinge in unserem Sport geleistet", sagte Badosa auf einer Pressekonferenz. Sie schob nach: "Ich denke, die meisten Leute sind zu hart zu ihr, auf der anderen Seite kann ich es auch ein bisschen verstehen. Presse ist eben Presse."
Badosa erklärte außerdem: "Trotzdem übt es großen Druck auf sie aus. Sie ist noch ein Teenager und muss viel lernen. Sie braucht Zeit und Erfahrung auf der Tour und sie wird sie bekommen. Die Leute müssen aufhören, all diesen Druck auf sie auszuüben."
Raducanu feierte ihren Durchbruch im vergangenen Jahr in Wimbledon, als erst im Achtelfinale gegen Ajla Tomljanovic Endstation war (Raducanu musste wegen Atemproblemen aufgeben). Kurz darauf gewann sie sensationell als Qualifikantin die US Open. Seither vermochte sie jedoch nur noch selten zu überzeugen. Auch, weil sie ein ums andere Mal von Verletzungen zurückgeworfen wurde.
In der ersten Runde der diesjährigen Wimbledon-Ausgabe bekommt es Raducanu mit der Belgierin Alison van Uytvanck zu tun.
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