Laura Siegemund exklusiv: Darum sehe ich den Ausschluss russischer und belarussischer Profis kritisch

Die Entscheidung der Organisatoren von Wimbledon, in diesem Jahr keine russischen und belarussischen Profis am Rasen-Klassiker teilnehmen zu lassen, hat in der Tenniswelt eine kontroverse Debatte ausgelöst. Nun hat sich Laura Siegemund zum Thema geäußert. "Ich tue mich schwer damit, die Spielerinnen und Spieler pauschal nicht teilnehmen zu lassen", sage die 34-Jährige im Eurosport-Interview.

Russen und Russinnen ausgeschlossen - Siegemund zwiegespalten

Quelle: Eurosport

Für Laura Siegemund hat die Maßnahme der Wimbledon-Organisatoren, auf den Krieg in der Ukraine mit einem generellen Startverbot für Profis aus Russland und Belarus zu reagieren, auch sportliche Auswirkungen. Die Filderstädterin kann im All England Club in dieser Saison nicht mit ihrer russischen Doppelpartnerin Vera Zvonareva antreten.
"Ich bin vielleicht auch deshalb sehr zwiegespalten", sagt Siegemund im Gespräch mit Eurosport-Reporter Markus Paszehr.
"Ich sehe auch, dass Profis, die sich massiv und öffentlich gegen den Krieg positioniert haben, nun ausgeschlossen werden. Damit tue ich mich sehr schwer", so die Weltranglisten-231. im Einzel, die 2020 an der Seite von Zvonareva die Doppel-Konkurrenz bei den US Open gewann.
Die Tennisprofis hätten "nichts mit dem Krieg zu tun. Wenn sich Politik mit Sport vermischt, gibt es kein gutes Ergebnis", erklärte der 34-Jährige auf einer Pressekonferenz im Rahmen des ATP-Turniers von Belgrad.

ATP spricht nach Wimbledon-Entscheid von "Diskriminierung"

Die ATP selbst meldete sich ebenfalls zu Wort. "Eine Diskriminierung auf Grundlage einer Nationalität bedeutet eine Verletzung unserer Übereinkunft mit Wimbledon, wonach die Teilnahme von Spielern einzig auf der ATP-Rangliste fußt", teilte die Profivereinigung der Männer mit.
Nichtsdestotrotz sei es "sehr wichtig, ein Zeichen zu setzen", betont Siegemund. "Ich habe viel Kontakt zu ukrainischen Spielerinnen. Dieser Krieg hätte nie anfangen dürfen und jeden Tag, den er andauert, ist einer zu viel."
Eine klare Positionierung sei unverzichtbar, allerdings schränkt Siegemund ein: "Ich weiß nicht, ob dies das richtige Zeichen ist oder ob es nicht andere Wege gäbe."
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Siegemund: "Das kann keiner von mir erwarten, aber ..."

Quelle: Eurosport

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