Wimbledon - Lesia Tsurenko teilt bewegende Geschichte: Familie zum zweiten Mal von russischem Krieg betroffen

Lesia Tsurenko aus der Ukraine hat in Wimbledon bewegende Einblicke gegeben. "In der Neujahrsnacht von 1992 auf 1993 sind wir aus Georgien geflohen, weil dort Krieg herrschte. Dieser Krieg wurde von Russland angezettelt. Für mich ist es also das zweite Mal, dass meine Familie von Aktionen der russischen Regierung betroffen ist." Der Bann gegen Profis aus Belarus und Russland sei richtig.

Lesia Tsurenko

Fotocredit: Imago

Für Lesia Tsurenko stand in der 2. Runde von Wimbledon ein besonderes Match an: Es ging gegen ihre ukrainische Landsfrau Anhelina Kalinina.
Tsurenko trug nicht nur den für Wimbledon obligatorischen weißen Tennisdress, sondern auch eine blau-gelbe Schleife am Trikot. Von den Rängen gab es ebenfalls massiven Zuspruch. "We stand with Ukraine", war auf einigen Flaggen zu lesen.
Während in der Unterstützung für das vom Krieg gebeutelte Land Einigkeit in der Szene besteht, gehen die Meinungen beim Bann der russischen und belarussischen Profis auseinander.
"Es ist nur ein Schritt, aber es ist ein guter, um zu zeigen, dass wir das alle tun müssen. Ich bin Ukrainerin und in meinem Kopf ist kein Platz für eine andere Meinung", erklärte Tsurenko auf der Pressekonferenz nach dem 3:6, 6:4, 6:3 gegen Kalinina.

Tsurenko: "Dachte, ich hätte eine Menge Freunde ..."

"Ich wäre die Erste, die sagen würde: Nein, man sollte ihnen die Teilnahme nicht verbieten. Aber mich haben nur ein belarussischer und ein russischer Profi angesprochen und mir gesagt: 'Ich bin gegen den Krieg.' Von anderen habe ich nichts gehört", berichtete die 33-Jährige, sichtlich bewegt von ihren Emotionen.
Diese "Stille", so Tsurenko, sei nicht gut. "Ich dachte, ich hätte eine Menge Freunde auf der Tour, vor allem aus Russland und Belarus", so Tsurenko.
Die Weltranglisten-101. appellierte an alle Menschen, zu helfen - auch kleine Gesten seien wichtig. "Es stimmt nicht, wenn man denkt, dass es nichts bedeutet, zehn Dollar zu spenden. Es bedeutet eine Menge. In der Stadt, in der wichtigsten Stadt meiner Region, der Region Mykolajiw, gibt es schon seit einigen Monaten kein Wasser mehr. Wenn man also glaubt, dass zehn Dollar nichts sind, dann sind das zehn Flaschen Wasser für diese Menschen", betonte Tsurenko, die aus Wolodymyrez in der nordwestlichen Oblast Riwne stammt.

Tsurenko über Russland: "Es ist zu viel"

Und so nutzt die viermalige WTA-Turniersiegerin die Bühne in Wimbledon nicht für ihr Tennisspiel, in Runde drei geht es gegen Jule Niemeier aus Dortmund, sondern für das wichtigste Anliegen.
"Russland muss gestoppt werden. Länder wie die Ukraine und Georgien tun mir sehr leid", sagte Tsurenko: "Es ist nicht so, dass mir andere Konflikte in der Welt nicht leid täten - aber ich denke nur, dass Russland sich zu viel leistet. Es ist zu viel."
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Quelle: Eurosport

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