Wimbledon 2023 - Carlos Alcaraz setzt erstes Ausrufezeichen und erobert den All England Club im Sturm

Carlos Alcaraz hat erst eine Partie gespielt bei der 136. Auflage des Rasenklassikers von Wimbledon - und schon fliegen dem Spanier die Herzen nur so zu. "Ich habe noch nie einen Tennisspieler gesehen, der die Reaktionen des Publikums während eines Punktes so sehr auf sich zieht wie Carlos", staunt Tennis-Legende Mats Wilander im Gespräch mit Eurosport. "Er ist so wichtig für unseren Sport."

Carlos Alcaraz in Wimbledon

Fotocredit: Imago

Es mag nur eine erste Runde gewesen sein, gegen die Nummer 548 der Weltrangliste - und doch war es ein beeindruckender Auftritt, den Carlos Alcaraz im All England Club hinlegte.
Im gerade einmal zwölften Rasenmatch seiner Laufbahn zeigte der 20-Jährige eine sehr reife Vorstellung. Die ersten beiden Sätze tütete Alcaraz im Schnelldurchgang ein, im dritten machte er einen 2:4-Rückstand wett. Nach einer Stunde und 53 Minuten war die Aufgabe erledigt.
Es zeugte von Alcaraz' Weitblick, dass er danach erklärte, froh gewesen zu sein, dass der chancenlose Jérémy Chardy sich im Matchverlauf steigerte.
"Ich mag es, wenn es zu Rallies kommt und sich ein gutes Duell entwickelt", so der Weltranglistenerste. Er sei "froh, dass wir dann beide auf hohem Niveau agiert haben".

Wimbledon feiert Alcaraz

Alcaraz weiß genau, dass er sich nicht blenden lassen darf vom Titelgewinn beim Vorbereitungsturnier im Londoner Queen's Club und den vielen Vorschusslorbeeren, mit denen er infolge dessen bedacht wurde.
Gegen Chardy wurde er der großen Erwartungshaltung gerecht. Genüsslich listeten die Wimbledon-Veranstalter auf der Homepage drei "Hotshots" des jungen Spaniers auf und stuften sein Spiel als "world-conquering" ein. Bezogen auf den Tennissport ist Alcaraz tatsächlich auf bestem Wege, die Welt zu erobern. Das sehen und goutieren auch die Fans in Wimbledon, die den amtierenden US-Open-Champion in Runde eins mit Beifall und Sympathiebekundungen hofierten.
"Es ist schon einfach, ihn zu mögen, wenn er keinen Schläger in der Hand hat", sagt der siebenmalige Grand-Slam-Champion Mats Wilander bei Eurosport. Nehme Alcaraz aber ein Racket in die Hand und beginne, sich auf dem Platz zu bewegen, sei das Publikum geradezu elektrisiert.
"Bei Carlos ist man so involviert, wenn man ihm zusieht. Er spielt so viele unglaubliche Punkte, die man bei anderen Spielern nicht sieht", ergänzt Wilander. Alcaraz agiere extrem klug und "er lächelt während der Partien". Das Gesamtpaket aus Klasse, Bescheidenheit und Erfolg mache das Supertalent schon in jungen Jahren "so wichtig" für den Tennissport.

Wilander: Nur Djokovic steht über Alcaraz

Auf dem heiligen Rasen von London sehe er nur noch einen Spieler, der höher zu bewerten sei, betont Wilander. "Carlos ist mit seinem Sieg im Queen's Club sehr gefährlich, aber kann er in nur einem Jahr und mit nur wenigen Matches auf Rasen genug gelernt haben, um Novak zu gefährden? Ich glaube nicht", so der Schwede. Nichtsdestotrotz halte er den Spanier für den aussichtsreichsten Titelkandidaten hinter Djokovic, der seine erste Partie gegen den Argentinier Pedro Cachín in drei Sätzen gewann.
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Wilander exklusiv: Warum Djokovic die Widrigkeiten helfen

Quelle: Eurosport

Alcaraz selbst dürfte so weit noch gar nicht denken und sich in der Analyse mit Coach Juan-Carlos Ferrero vor allem über die vielen guten Szenen seines Auftritts gegen Jérémy Chardy freuen. Der Trainer dürfte nicht viel auszusetzen haben an der Leistung seines Schützlings.

Alcaraz "eifersüchtig" wegen Federer

Eigentlich bedauerte Alcaraz nach seinem gelungenen Einstand nur eines: Roger Federer und Prinzessin Kate hatten sich entschieden, das parallel auf dem Centre Court laufende Match von Elena Rybakina zu verfolgen. "Nach der Partie habe ich mein Telefon gecheckt, all' die Geschichten und Postings. Ich habe gesehen, dass Federer da war und war ein wenig eifersüchtig", scherzte der Youngster.
Er wünsche sich, dass Federer auch eines seiner Matches besuche. Wie die Dinge liegen, dürfte der Maestro aus der Schweiz bei diesem Wimbledon-Turnier noch sechsmal die Gelegenheit haben, eine Alcaraz-Begegnung von der Tribüne aus zu verfolgen.
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Quelle: Eurosport

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