Wimbledon 2023 - Novak Djokovic kann's nicht fassen: Punktverlust gegen Jannik Sinner wegen Stöhnens
Böse Überraschung für Novak Djokovic im Halbfinale der 136. All England Championships in Wimbledon. Weil der Serbe im zweiten Satz gegen den Italiener Jannik Sinner zu laut und vor allem zu spät nach einem Schlag stöhnte, brach der Stuhlschiedsrichter den Ballwechsel ab und gab Djokovics Gegner den Punkt. Der 23-malige Grand-Slam-Sieger verstand die Welt nicht mehr.
'Not enough to be 2-0 up' - Wilander on why Sinner must go long against Djokovic
Quelle: Eurosport
Djokovic ging vor Unglauben in die Hocke und blickte völlig fassungslos in Richtung des Stuhlschiedsrichters Richard Haigh.
Was war passiert? Djokovic und Sinner hatten sich im vierten Spiel des zweiten Satzes einen intensiven Ballwechsel geliefert, der plötzlich vom Offiziellen abgebrochen wurde.
Der Grund: Djokovic hatte nach einer Rückhand extrem laut und vor allem nicht während, sondern erst nach dem Schlag gestöhnt. Stöhnen an sich ist im Tennis eigentlich keine Besonderheit, in diesem speziellen Fall kam für den Offiziellen Haigh aber offenbar genug zusammen, um auf Behinderung ("Hindrance") zu entscheiden.
Djokovic war mit dem Call sichtlich nicht einverstanden und suchte die Diskussion mit dem Unparteiischen, der ihm den Sachverhalt darlegte.
Wimbledon: Djokovic bleibt cool
Die "Hindrance"-Regel besagt, dass jede Aktion, egal ob absichtlich oder unabsichtlich, die den Gegner während eines Ballwechsels ablenkt, zu einem Punktverlust führt. Die Entscheidung, was als "Hindrance" bzw. Behinderung gewertet wird, liegt dabei im Ermessensspielraum des Stuhlschiedsrichters.
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Novak Djokovic (l.) diskutiert mit Stuhlschiedsrichter Richard Haigh
Fotocredit: Getty Images
Was genau Djokovic und Haigh besprachen, war aufgrund der Buhrufe im Publikum nicht zu vernehmen. Nach einem kurzen Wortgefecht gab Djokovic jedoch auf und trabte zur Grundlinie zurück.
Einen großen Einfluss auf das Match hatte der kontroverse Call indes nicht. Sinner ging durch den Punktgewinn zwar 30:15 bei Aufschlag Djokovic in Führung, der Rekord-Grad-Slam-Champion konnte sein Aufschlagspiel zum 3:1 allerdings noch durchbringen.
Allerdings brachte die Entscheidung den Serben durchaus kurzzeitig aus dem Konzept, wie er später im Interview zugab. "Der 'Hindrance'-Call hätte den Verlauf des Matches verändern können. Ich war nach der Entscheidung sehr nervös", so Djokovic, der sich jedoch "zum Glück wieder sammeln" konnte: "Ich glaube es war das erste Mal in meiner Karriere, dass so etwas passiert ist. Ich habe normalerweise kein lautes Stöhnen. Vielleicht war es ein Echo vom Dach oder so etwas. Ich hatte nicht Gefühl, dass ich meinen Gegner damit behindert habe, aber ich muss diese Entscheidung respektieren."
Am Ende setzte sich Djokovic in drei Sätzen 6:3, 6:4, 7:6 (7:4) durch und zog zum neunten Mal ins Finale an der Church Road ein.
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Wilander: Das ist die entscheidende Frage bei Djokovic gegen Sinner
Quelle: Eurosport
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