Wimbledon 2024 - Novak Djokovic legt sich nach Sieg gegen Holger Rune mit Publikum an: "Ihr könnt mir nichts anhaben"

Novak Djokovic hätte nach seinem Dreisatz-Erfolg im Achtelfinale von Wimbledon gegen den Dänen Holger Rune eigentlich allen Grund zur Freude gehabt. Doch der Serbe, an der Church Road auf der Jagd nach seinem achten Titel, fühlte sich vom Publikum auf dem Centre Court respektlos behandelt - und legte sich prompt mit der Menge an. Dabei könnte sein Ärger auf einem Missverständnis beruhen.

Novak Djokovic.

Fotocredit: Getty Images

Novak Djokovic kommt in Wimbledon immer besser in die Gänge. Der Rekord-Grand-Slam-Sieger gab sich in seinem Achtelfinale gegen Holger Rune keine Blöße und bezwang den Dänen 6:3, 6:4, 6:2.
Dennoch war dem Serben sein Frust im Siegerinterview auf dem Platz anschließend anzumerken.
"An alle Fans, die Respekt gezeigt haben - von Herzen Dankeschön. Das schätze ich sehr", sagte Djokovic an die Zuschauer gewandt. "An alle anderen, die sich dazu entschlossen haben, das Spiel und die Spieler - in diesem Falle mich - nicht zu respektieren: Guuuuuuuute Nacht!"
Die aktuelle Nummer zwei der Welt hatte offenbar die lang gezogenen "Rune"-Anfeuerungsrufe des Publikums als Buh-Rufe in seine Richtung aufgenommen. Auch On-Court-Interviewer Rishi Persad äußerte sich in diese Richtung: "Ich hoffe, sie haben nur Rune angefeuert und waren nicht respektlos dir gegenüber."

Stich und Petkovic: Djokovic provoziert gerne

Doch Djokovic ließ sich davon nicht abbringen: "Das waren sie. Das waren sie. Ich akzeptiere das nicht. Nein, nein, nein. Ich weiß, dass sie auch Rune angefeuert haben, aber das ist eine Ausrede, um mich auszubuhen."
Nach über 20 Jahren auf der ATP-Tour wisse er, wie die Dinge funktionieren, fügte Djokovic schließlich hinzu. "Ihr könnt mir nichts anhaben", sagte er abschließend.
Die Experten beim übertragenden Sender "Prime Video" glaubten anschließend an ein Missverständnis. Andrea Petkovic vermutete gar, dass sich Djokovic die Buh-Rufe absichtlich einrede: "Ich glaube, er denkt sich teilweise Sachen aus - dass sie gegen ihn sind. Dann wacht er am nächsten Morgen auf und trainiert noch härter. Damit er noch mehr über die Grenzen geht."
Auch Michael Stich, der letzte deutsche Wimbledon-Sieger, wunderte sich über das Verhalten von Djokovic: "Er kann nicht loslassen. Er muss es dann auch immer weiter treiben und nochmal kommentieren. Das verstehe ich nicht so ganz."
Weiter mutmaßte Stich, dass Djokovic sich nach derselben Zuneigung des Publikums sehne, die seine größten Konkurrenten Roger Federer und Rafael Nadal jahrelang zuteilwurde. Nun sei Djokovic der einzig Verbliebene der "Großen Drei" und die jüngere Generation stoße nach - und dennoch werde ihm die Liebe der Zuschauer weiterhin verwehrt.

Djokovic geriet schon einmal mit Fans aneinander

Bereits im vergangenen Jahr war Djokovic in Wimbledon wiederholt mit dem Publikum aneinandergeraten. Im Halbfinale gegen Jannik Sinner waren immer wieder Buhrufe in seine Richtung zu hören.
Im dritten Satz konnte er sich gar eine "Heult doch"-Geste in Richtung der Ränge nicht verkneifen.
Schon damals kommentierte Eurosport-Experte Mats Wilander das Geschehen ähnlich wie nun Petkovic: "Es waren genug Irritationen von außen da, aber ich denke, das hat Novak geholfen. Es hat ihm geholfen, sich zu fokussieren und ein bisschen sauerer zu werden, als er normalerweise ist."
Ob mit dem Publikum im Rücken oder mit dem Konflikt als Ansporn - in Wimbledon ist Djokovic nun wieder der Top-Favorit auf den Titel.
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Quelle: Perform


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