Jannik Sinner übertrifft mit dem Einzug ins Wimbledon-Finale Carlos Alcaraz - X-Faktor im Kampf um den Titel von London?

Jannik Sinner hat mit einer Gala im Wimbledon-Halbfinale gegen Novak Djokovic zur Dominanz aus der ersten Turnierwoche zurückgefunden. Der 23-Jährige, im Achtelfinale gegen Grigor Dimitrov bei einem 0:2-Satzrückstand vor dem Knockout, kann am Sonntag im Duell mit Carlos Alcaraz seinen ersten Titel in London holen. Sinner ist nicht unbedingt der Favorit, hat dem Titelverteidiger aber etwas voraus.

Sinner vor Finale: "Alcaraz ist der Favorit"

Quelle: Perform

Jannik Sinner staunte, dann sah er ziemlich zufrieden drein. Da sei er ja in "guter Gesellschaft", erklärte der Südtiroler, nachdem er im On-Court-Interview von der historischen Komponente seines Finaleinzugs erfuhr.
Sinner ist seit 1995 erst der fünfte Spieler nach Roger Federer, Rafael Nadal, Djokovic und Andy Murray, der es in alle vier Grand-Slam-Finals geschafft hat. Er hat aus den Big 4 die Big 5 gemacht, wenn man so will. "Es ist erstaunlich und zeigt, dass ich mich auf allen Belägen weiterentwickele", befand Sinner.
Hinsichtlich der Thematik übertrifft er seinen Finalgegner Carlos Alcaraz (Sonntag ab 17:00 Uhr MESZ im Liveticker) sogar, denn dem Spanier fehlt noch eine Endspielteilnahme bei den Australian Open.
Dieser Statistik dürfte Sinner in der Vorbereitung auf den Showdown im All England Club zwar nicht allzu viel Bedeutung beimessen, es kann aber nicht schaden, Bescheid zu wissen.
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Jannik Sinner erreicht das Finale von Wimbledon

Fotocredit: Getty Images

Denn: Die übrigen Zahlen sprechen für Alcaraz. Der 22-Jährige ist in Wimbledon seit 20 Partien (!) ohne Niederlage, führt im direkten Vergleich 8:4 und gewann die vergangenen fünf Matches gegen Sinner allesamt.

Sinner und die bittere Erinnerung an Paris

Besonders bitte für den Italiener ist die Erinnerung an das bis dato letzte Aufeinandertreffen vor etwas mehr als zwei Monaten. Sinner vergab bei den French Open drei Matchbälle gegen Alcaraz, ehe er das längste Finale der Roland-Garros-Geschichte nach 5:29 Stunden mit 6:4, 7:6 (7:4), 4:6, 6:7 (3:7), 6:7 (2:10) verlor.
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Finale: Alcaraz wehrt Sinner-Matchbälle ab und siegt - Highlights

Quelle: Eurosport

Und nun? Er hoffe auf ein ebenso "gutes Match wie beim letzten Mal, aber ich denke nicht, dass das möglich sein wird", räumte Sinner im On-Court-Interview ein. Die Zielstellung ist freilich eine andere. Der erste Wimbledon-Titel soll her, ob es nun über drei, vier oder fünf Sätze geht.

Petkovic staunt über Sinner: "Nahezu perfektes Match"

Das Halbfinale jedenfalls macht Mut. Die Ellbogenverletzung, die ihn im Achtelfinale noch massiv behinderte, ist überwunden. Spielerisch war die Darbietung gegen Djokovic auf einem grandiosen Level. Er habe "sehr gut aufgeschlagen, mich großartig gefühlt auf dem Platz. Ich habe mich viel besser bewegt", zog Sinner eine durchweg positive Bilanz.
Andrea Petkovic sprach in ihrer Rolle als Expertin für "Prime Video" von einer "absoluten Machtdemonstration der Nummer eins der Welt. Jannik hat ein nahezu perfektes Match gespielt", so die ehemalige Top-Ten-Spielerin aus Darmstadt.
Eine Partie auf diesem Niveau wird es auch brauchen, um Alcaraz im Endspiel zu schlagen. Der fünfmalige Grand-Slam-Champion wirkte im bisherigen Turnierverlauf zwar angreifbar und musste schon in Runde eins gegen Routinier Fabio Fognini über fünf Sätze gehen - davon wird sich Sinner aber kaum blenden lassen.

Alcaraz und Sinner mit grandioser Grand-Slam-Bilanz

Mental, so scheint es, ist er weiterhin extrem stabil. Die dreimonatige Dopingsperre hat Sinner weggesteckt, seine Topleistungen bringt er bei Major-Wettbewerben fast auf Bestellung.
28 Partien hat der Mann aus dem Pustertal in dieser Saison insgesamt gespielt - 20 davon bei Grand-Slam-Events. 19 dieser 20 Begegnungen hat er für sich entschieden. Alcaraz' steht 2025 bei einer Bilanz von 17:1 auf Major-Ebene.
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Carlos Alcaraz bekommt es im Finale von Wimbledon mit Jannik Sinner zu tun

Fotocredit: Getty Images

Dass die beiden Youngster nun auch um den Wimbledon-Thron kämpfen, muss man als logische Folge dieser Dominanz sehen. Wer sich ob dieser Ausgangslage auf einen klaren Favoriten festlegt, darf als mutig gelten.
Vielleicht ist es am Ende der Reiz des Neuen, der den Ausschlag zugunsten des Italieners gibt. Den Rasenklassiker an der Church Road habe er "als junger Mann immer im Fernsehen gesehen", sagte Sinner mit einem Leuchten in den Augen. "Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich hier im Finale stehen würde."
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Roland-Garros kocht! Alcaraz wehrt drei Sinner-Matchbälle ab

Quelle: Eurosport


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