Laura Siegemund im Viertelfinale von Wimbledon gegen Aryna Sabalenka: "Fröhlicher Underdog" bereit für nächsten Coup
Laura Siegemund hat im Alleingang dafür gesorgt, dass die 138. Wimbledon Championships aus deutscher Sicht keine Enttäuschung sind. Die 37-Jährige sprüht vor Spielklasse und Temperament, der Achtelfinalerfolg gegen Solana Sierra war eine Demonstration der Stärke. Nun wartet die wohl größte Aufgabe: Es geht gegen die Nummer eins. Siegemund ist entspannt, sie sei eben "der fröhliche Underdog".
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Quelle: Perform
Geht es um Laura Siegemund, kommt fast unvermeidlich ihr Alter zur Sprache. Ein Ärgernis? Von wegen! "Das nervt mich gar nicht", stellt die 37-Jährige im Gespräch mit "Prime Video" klar.
Sie bringe das Thema ja selbst immer wieder auf den Tisch. "Ich finde, es ist wichtig, darüber zu sprechen. Ich kann nicht mehr trainieren wie mit Anfang 20, auch nicht wie mit Ende 20", sagt die Weltranglisten-104.
Mit 37 ist Siegemund die älteste Spielerin, die noch im Einzel dabei ist - quasi das Pendant zum 38-jährigen Novak Djokovic bei den Männern. Erfolg haben beide Profis noch, ganz spezielle Qualitäten ebenfalls.
Siegemund etwa hat eine Fähigkeit an sich entdeckt, die im Achtelfinale extrem wertvoll war: Regenunterbrechungen sind keine Rhythmusstörungen, sondern Chancen. Sie nehme sich "immer etwas vor in den Pausen", was sie bei Wiederaufnahme der Partie einen Tick besser machen wolle.
Siegemund: Schnipsel-Slices reichen nicht gegen Sabalenka
Gegen Solana Sierra, so Siegemund, "bin ich beide Male sehr gut aus der Pause gekommen, habe Breaks geschafft". Gleichwohl ist sich die letzte deutsche Hoffnungsträgerin bewusst, was da im Viertelfinale auf sie zukommt.
"Aryna ist jemand, die sich nicht durch drei Schnipsel-Slices rausbringen lässt", brachte es Siegemund gewohnt direkt auf den Punkt. "Ich darf jetzt wieder fröhlich der Underdog sein." Nichtsdestotrotz wolle sie "ein klares Spiel" zeigen am Dienstag.
Vorher hat Siegemund allerdings noch einen Termin. Am Montag tritt sie zusammen mit der Brasilianerin Beatriz Haddad Maia im Doppel an, es geht um den Einzug ins Viertelfinale. "Die Priorität lag eigentlich auf dem Doppel- und dem Mixed-Wettbewerb", unterstreicht Siegemund.
Lisicki: So kann Siegemund die Nummer eins packen
Die Perspektive hat sich unerwartet verschoben, das Duell mit Sabalenka ist eine einmalige Chance. Wie es gelingen könnte, die dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin ins Wanken zu bringen, erläutert derweil die einstige Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki. "Das Brechen des Rhythmus' der Gegnerin ist die Stärke von Laura, das wird sie gegen Sabalenka sicher auch probieren", betont die 35-Jährige bei "Prime Video".
Das gestalte sich gegen die Nummer eins der Welt natürlich "viel schwieriger, weil Aryna so gut serviert". Von daher sei es wichtig, dass Siegemund ebenfalls hervorragend aufschlage und "den ersten Schlag danach" sauber treffe.
Siegemund: Erst Keys, dann Sabalenka?
Unabhängig vom Ausgang der Partie ist das Turnier ein großer Erfolg für Siegemund, die Einstellung des persönlichen Grand-Slam-Rekords und das absolute Topresultat im All England Club.
Darüber hinaus schließt sich ein Kreis. Zehn Mal scheiterte Siegemund einst in der Qualifikation für einen Grand-Slam-Wettbewerb, bevor sie 2015 erstmals im Hauptfeld dabei war - in Wimbledon.
Damals war schon in Runde eins Endstation, jetzt winkt das Halbfinale. Die amtierende Australian-Open-Siegerin Madison Keys hat sie im Turnierverlauf bereits bezwungen. Nicht ausgeschlossen, dass Siegemund das Kunststück nun gegen die aktuelle US-Open-Championesse wiederholt.
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