Laura Siegemund setzt Höhenflug in Wimbledon fort und bucht Viertelfinale - jetzt wartet Favoritin Aryna Sabalenka
Laura Siegemund hat ihren Lauf in Wimbledon fortgesetzt und mit dem Viertelfinaleinzug ihren persönlichen Grand-Slam-Rekord (French Open 2020) eingestellt. Die 37-Jährige schlug im Achtelfinale die argentinische Lucky Loserin Solana Sierra 6:3, 6:2. Damit hat Siegemund nun Zutritt zu einem elitären Klub auf der Anlage: dem Last-8-Club. Nächste Gegnerin ist die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka.
Boris Becker und Wimbledon - die Zahlen zum Märchen in Grün
Quelle: Eurosport
"Das war für mich das schwerste Spiel. In der ersten Runde war ich nur glücklich, im Main Draw zu stehen. Ich war immer der Underdog, nun war ich auf dem Papier die Favoritin", erklärte Laura Siegemund im On-Court-Interview.
Dieser Rolle wurde sie vollauf gerecht. Das Match auf dem No. 2 Court war indes gerade einmal vier Ballwechsel alt, da gab es schon die erste Unterbrechung wegen Regens.
In der Folge entwickelte sich ein enges Duell, in dem sich Siegemund mit dem Break zum 4:3 den entscheidenden Vorteil im ersten Satz verschaffte. Mit zwei weiteren Spielen in Serie marschierte die 37-Jährige zum 6:3.
Kurz darauf gab es beim Stand von 1:0 und Breakball für Siegemund die nächste Regenunterbrechung. Die Schwäbin ließ sich von den kniffligen Bedingungen allerdings nicht aus dem Rhythmus bringen.
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Laura Siegemund surft auf der Erfolgswelle in Wimbledon
Fotocredit: Getty Images
Im Gegenteil: Mit dem ersten Ballwechsel nach dem Re-Start holte sich die Nummer 104 des WTA-Rankings das Break zum 2:0 im zweiten Satz.
Siegemund macht massiv Boden gut im WTA-Ranking
Es war die Vorentscheidung. Siegemund ließ nichts mehr anbrennen und machte den Einzug ins Viertelfinale nach einer Stunde und 19 Minuten klar.
Das bringt ihr schon jetzt 400.000 Pfund (~463.338 Euro) an Preisgeld ein, in der Weltrangliste wird sie rund 50 Plätze gutmachen.
Siegemund fordert Sabalenka im Viertelfinale
Das Viertelfinale ist ein Riesenerfolg für Siegemund, zumal es für die Dauerbrennerin in der Vergangenheit an der Church Road nie über die 2. Runde hinausgegangen war.
- Das Achtelfinal-Protokoll: So lief Siegemund gegen Sierra
Die nächste Aufgabe aber ist wohl die schwerstmögliche: Es geht gegen die dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin Aryna Sabalenka. Die Belarussin musste in ihrem Viertelfinale gegen Elise Mertens aus Belgien beißen, ehe der 6:4, 7:6 (7:4)-Erfolg unter Dach und Fach war.
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Laura Siegemund in Wimbledon
Fotocredit: Imago
Der direkte Vergleich mit Siegemund steht bei 2:0, Sabalenka geht ohne Zweifel als Favoritin ins Match. Aber: Die beiden Duelle sind lange her, fanden in der Saison 2019 statt.
Siegemund tritt in den Last-8-Club ein
Dazu kommt das enorme Selbstvertrauen, das sich Siegemund erspielt hat. Und nicht nur das: Sie ist ab sofort auch Mitglied im sogenannten Last-8-Club von Wimbledon. Zutritt haben nur Profis, die das Viertelfinale im Einzel, das Halbfinale im Doppel oder das Endspiel im Mixed erreicht haben.
Die Mitgliedschaft bringt einige Privilegien mit sich, darunter das Recht, den All England Club auf Lebenszeit besuchen zu dürfen. Auch der Zugang zum Centre Court und Court No. 1 wird garantiert.
Siegemund: "bekomme nicht oft ein Kompliment fürs alt sein"
Siegemund ist die letzte im Einzelwettbewerb verbliebene Spielerin aus Deutschland, nachdem Tatjana Maria (1 Runde), Ella Seidel (1. Runde) und Eva Lys (2. Runde) früh ausschieden.
Und: Sie ist mit 37 Jahren die Älteste, die noch um den Titel bei den Frauen kämpft. Das Publikum bedachte diese Information mit großem Applaus. "Man bekommt nicht oft ein Kompliment fürs alt sein", lachte Siegemund.
Siegemund auch im Doppel auf Kurs
Was ihre Leistung noch beeindruckender macht: Siegemund tritt in London auch im Doppel an, wo sie zusammen mit der Brasilianerin Beatriz Hadda Maia im Achtelfinale steht. Aus dem Mixed-Wettbewerb zog sie sich am Samstag aus Regenerationsgründen zurück.
Bei den Männern schaffte es indes mit Alexander Zverev (1. Runde), Daniel Altmaier (1. Runde) und Jan-Lennard Struff (3. Runde) kein DTB-Profi in die zweite Turnierwoche.
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