Alexander Zverev geht in der 1. Runde von Wimbledon gegen Außenseiter Arthur Rinderknech in die Knie
Alexander Zverev muss seinen Traum vom ersten Grand-Slam-Titel ein weiteres Mal aufschieben. Der Weltranglistendritte scheiterte in Wimbledon bereits in der 1. Runde mit 6:7 (3:7), 7:6 (10:8), 3:6, 7:6 (7:5), 4:6 an Arthur Rinderknech aus Frankreich. Eine herbe Enttäuschung für Zverev, der sich auf Rasen generell schwertut und im All England Club noch nie über das Achtelfinale hinauskam.
Ein Tag zum Vergessen: Das Zverev-Desaster in Bildern
Quelle: Eurosport
"Manchmal fühle ich mich da draußen sehr allein. Seit den Australian Open habe ich mental zu kämpfen. Ich versuche einen Weg zu finden, aus diesem Loch herauszukommen", erklärte Alexander Zverev auf der Pressekonferenz nach dem Wimbledon-Aus.
Er fühle sich "generell im Moment allein im Leben. Ein Gefühl, das nicht sehr schön ist" und das er noch nie verspürt habe, fand der 28-Jährige ehrliche Worte für sein aktuelles Befinden.
"Es ist derzeit schwierig für mich, außerhalb des Tennisplatzes Freude zu empfinden", führte Zverev aus. Er habe bislang keine Antwort darauf gefunden, wie er mit der Situation bestmöglich umgehen könne.
Die Partie gegen Artur Rinderknech musste am Vorabend aufgrund der Sperrstunde in Wimbledon, die auf 23:00 Uhr Ortszeit terminiert ist, nach zwei Sätzen unterbrochen werden.
Bis dahin tat sich Zverev sehr schwer gegen die Nummer 72 des ATP-Rankings. Den ersten Satz verlor er im Tiebreak (3:7), im zweiten wehrte er drei Satzbälle ab und behielt wiederum im Tiebreak mit 10:8 die Oberhand.
Rinderknech kommt besser aus den Startlöchern
Der Favorit war also mehr als gewarnt. Und dennoch war es Rinderknech, der bei Wiederaufnahme besser aus den Startlöchern kam.
Der Franzose schaffte das erste Break im gesamten Match zum 2:1 und manövrierte den Weltranglistendritten mit einer Vielzahl von Stopbällen aus.
Die Jungs schauen sich die Matches von Zverev gesehen, vor allem das gegen Novak Djokovic - und sie ziehen ihre Schlüsse daraus", erläuterte "Prime"-Expertin Andrea Petkovic und spielte damit auf das French-Open-Viertelfinale vor Wochen an.
Petkovic lobt Rinderknech: "mehr Energie und Intensität"
Rinderknech sei "deutlich" besser ins Rollen gekommen, "er hat viel mehr Energie und Intensität in der Beinbarbeit". Zverev hingegen wirke "etwas behäbig".
- Das Match-Protokoll: So lief Zverev gegen Rinderknech
Die Quittung: Rinderknech durchbrach Zverevs Aufschlagspiel ein weiteres Mal im neunten Spiel und schnappte sich mit 6:3 erneut die Satzführung auf dem Centre Court.
Zverev rettet sich in den fünften Satz
Es blieb ein zähes Unterfangen für den Favoriten: Rinderknech wackelte zwar im vierten Satz, wehrte aber vier Breakbälle von Zverev ab.
"Er muss mehr ins Risiko gehen. Es reicht nicht, den Ball einfach reinzuspielen und zu schauen, was Rinderknech macht. Zverev muss das Herz in die Hand nehmen", forderte Petkovic.
Dies gelang bedingt. Immerhin kam Zverev in den Tiebreak, machte dabei einen 1:4-Rückstand wett und rettete sich mit 7:5 in den fünften Satz.
Rinderknech breakt Zverev - die Vorentscheidung
Das berühmte Momentum hatte der Deutsche trotzdem nicht auf seiner Seite, im Gegenteil: Rinderknech schaffte im dritten Spiel trotz 0:40 mit fünf Punkten in Folge das Break zum 2:1.
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Arthur Rinderknech wirft Alexander Zverev in Wimbledon raus
Fotocredit: Getty Images
Der 29-Jährige transportierte seinen Vorteil, ließ beim Aufschlag nichts mehr anbrennen und machte die Sensation nach 4:40 Stunden mit dem dritten Matchball perfekt.
"Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll", rang Rinderknech im On-Court-Interview um Worte. "Ich beginne mal mit den Zuschauern, die immer dieses 'Whooo' geschrien haben. So fühle ich mich auch, meine Beine zittern noch. Ich bin so glücklich, dass das Match jetzt vorbei ist." Er habe nur sechs Stunden geschlafen, führte der Franzose aus, der mit Zverev erstmals einen Spieler aus den Top der Weltrangliste schlug.
In Runde zwei wartet nun Cristian Garín. Der chilenische Lucky Loser setzte sich zum Auftakt 7:6 (10:8), 6:4, 6:4 gegen Qualifikant Chris Rodesch aus Luxemburg durch.
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