Toni Nadal könnte Trainer von Alexander Zverev werden - Andrea Petkovic exklusiv: "Die wissen, wie das geht"

Alexander Zverev jagt seit Jahren vergeblich dem Traum vom ersten Grand-Slam-Turniersieg hinterher. Nun gibt es Berichte, dass der Deutsche von Toni Nadal trainiert wird. Eine sinnvolle Zusammenarbeit, wie Andrea Petkovic im Gespräch mit Eurosport einschätzte: "Das könnte noch einmal eine Initialzündung geben für ihn." Der Gewinn eines Grand Slams sei für Zverev immer noch möglich.

Alexander Zverev

Fotocredit: Getty Images

Andrea Petkovic ist guter Hoffnung, dass Alexander Zverev trotz der Dominanz von Jannik Sinner und Carlos Alcaraz eines Tages ein Grand-Slam-Turnier gewinnen wird.
"Ja, ich glaube daran", sagte sie im Gespräch mit Eurosport: "Ich bin sowieso immer optimistisch. Ich glaube, viele haben ihn noch nicht live spielen sehen. Ich habe ihn aber oft live spielen sehen, habe ihn oft kommentiert und weiß: Er ist ganz nahe dran. Er hat beide schon besiegt. Es ist nicht so, dass er gegen die beiden eine 0-10-Bilanz hat."
Die Bilder und Berichte, laut denen Zverev nun von Toni Nadal (Onkel und Ex-Trainer von Rafael Nadal) trainiert wird, machen ihr Mut. "Wenn diese Berichte stimmen, könnte das noch einmal eine Initialzündung geben für ihn, um noch einmal den nächsten Schritt zu machen. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass er auch mit seiner Familie sehr erfolgreich gewesen ist. Wimbledon war das erste Mal seit langer Zeit, dass er bei einem Grand Slam in der 1. Runde verliert. Ansonsten war er immer bis im Endstadium bei den Turnieren dabei."
Petkovic führt fort: "Er war die Nummer zwei der Welt, jetzt ist er die Nummer drei. Wenn man sich regelmäßig in diese Situation hineinspielt wie Sascha das tut, dann wird die Chance kommen. Die Chancen waren schon ein paar Mal da. Er konnte diese noch nicht ganz nutzen. Aber wieso sollte ihm das nicht in der Zukunft gelingen? Mit 28 Jahren ist man reifer. Man wird als Mensch gesetzter und weiß, wer man ist. Das kann dabei helfen, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen."

Die Nadals wissen, wie man Grand Slams gewinnt

Inwiefern ihn Nadal dabei helfen könnte? "Toni Nadal und auch Rafael Nadal, der im Hintergrund vielleicht auch noch ein paar Tipps gibt, haben Grand Slams gewonnen. Die wissen, wie das geht. Ich selbst habe nie ein Grand Slam Turnier gewonnen. Aber wenn ich mit Leuten wie Angie und Boris spreche, die solche Turniere gewonnen haben, dann sagen alle, dass es sehr darum geht, mit den Energien zu haushalten und die Emotionen zu managen. Denn es geht darum, sich in zwei Wochen in sieben Matches gegen die besten Spieler der Welt durchzusetzen. Wenn man diese Erfahrung hat, kann man das weitergeben."
Hier könnte der Nadal-Einfluss eine Unterstützung sein: "Toni hat viele, viele Grand Slams als Trainer, Rafa gefühlt hundert Grand Slams als Spieler gewonnen. Vielleicht könnte die beiden in dieser Kombination Sascha dabei helfen, ein paar Energie-Prozentpunkte einzusammeln, die am Ende den Unterschied ausmachen können."

Wimbledon-Aus "Vielleicht auch ein Segen"

Petkovic kann das mentale Tief, in dem sich Zverev nach dem Wimbledon-Aus befindet, gut nachvollziehen: "Ich würde mich wundern, wenn nicht jeder Tennisspieler auf der Tour mal so eine Phase hat. Bittere Niederlagen sind oft der Katalysator dafür, dass man merkt, eigentlich bereits seit Monaten unglücklich zu sein. Vielleicht war diese frühe Niederlage auch ein Segen im Fluch, weil man der Realität ins Auge blickt und sich um sich selber kümmern muss - körperlich und geistig."
Auch die öffentliche Erwartungshaltung könnte Zverev zu schaffen machen: "Er ist der einzige deutsche Tennisspieler, auf dem der ganze Druck lastet. Alle hoffen und beten, dass er endlich ein Grand Slam gewinnt. Und wenn nicht, ist es eine sportliche Katastrophe, obwohl er eigentlich regelmäßig gut spielt. All das kann für einen jungen Menschen mit 28 Jahren zu viel werden."
Grundsätzlich sei dieser Sport nämlich mental sehr anstrengend: "Tennis ist die einzige Sportart, wo die Saison am 1. Januar losgeht und erst Mitte November endet. Du bist ständig auf Reisen. Und dann hast du sechs Wochen, um dich auszuruhen und eigentlich schon wieder auf die nächste Saison vorzubereiten. Das ist völlig Balla-Balla. Und alle tun so, als wäre es das Normalste der Welt."
Möglicherweise können ihm die Nadal’s dabei helfen, diese Herausforderung zukünftig noch besser zu meistern.
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Quelle: Perform


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