Vor lauter Glück gönnte sich Angelique Kerber drei kleine Freudenhüpfer. Selten in dieser Saison war sie nach einem Sieg so beschwingt über den Platz gefedert, doch diesmal hatte sie allen Grund dazu.
Beim 6:4, 6:2 gegen Bencic bezwang Kerber in Indian Wells nicht nur die Spielerin der Stunde, sondern zog auch in ihr erstes Finale seit dem Wimbledonsieg 2018 ein. Am Sonntag winkt wieder ein prestigeträchtiger Titel.
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Bei Kerber ist die Freude zurück

Im Endspiel des größten Turniers nach den vier Grand Slams trifft Kerber auf die 18 Jahre alte Kanadierin Bianca Andreescu. "Sie ist hier dank einer Wildcard und hat schon viele gute Spielerinnen geschlagen", lobte Kerber ihre Gegnerin, die im Januar im neuseeländischen Auckland ihr erstes großes Finale gegen die deutsche Nummer zwei Julia Görges (Bad Oldesloe) verloren hatte:
Sie hat nichts zu verlieren, hat Spaß und ist eine tolle Spielerin.
Freude ist auch bei Kerbers Auftritten wieder zu spüren. Nach ihrem komplizierten Saisonstart hat sie in der kalifornischen Wüste nicht nur starke Gegnerinnen wie die hochgehandelte Aryna Sabalenka (Weißrussland) oder US-Altmeisterin Venus Williams, sondern auch die aufkommenden Zweifel besiegt. Die Zusammenarbeit mit ihrem Trainer Rainer Schüttler zahlt sich aus, Kerber glaubt wieder an sich und ihre Stärken. Das zeigte sie im Match gegen Bencic.

Kerber zurück "im Wand-Modus"

"Sie hat nichts verschlagen. Sie war wieder im Wand-Modus", sagte die Schweizerin anerkennend über die Verteidigungskünste der Kielerin. Bencic hatte bis zum Duell mit Kerber zwölf Matches nacheinander gewonnen, darunter auch das Finale in Dubai und das Aufeinandertreffen mit der Weltranglistenersten Naomi Osaka (Japan) in Indian Wells. Gegen Kerber war sie in 69 Minuten jedoch klar unterlegen. "Sie hat mich meiner Waffen beraubt", sagte Bencic.
In den ersten Monaten nach dem Wechsel zu Schüttler schienen Kerbers eigene Waffen stumpfer geworden zu sein. Bei den Australian Open war sie untergegangen, auch in Doha und Dubai flog sie ohne große Gegenwehr im entscheidenden Satz raus. "Ich gehe immer schon durch Höhen und Tiefen", sagte sie nach ihrem zweiten Sieg im vierten Match gegen Bencic: "Ich weiß, wie es sich anfühlt zu verlieren, oder wie ich damit umgehen muss, wenn ich nicht meinen besten Tag habe."
Spätestens seit ihrem ersten Grand-Slam-Titel 2016 in Melbourne weiß Kerber auch, was es bedeutet, als Favoritin den Platz zu betreten. Diese Rolle muss sie auch am Sonntag wieder ausfüllen, obwohl Andreescu im Halbfinale gegen die Ukrainerin Jelina Switolina (6:3, 2:6, 6:4) ihr immenses Potenzial bewies. Kerber ist darauf vorbereitet, die schwerste Last fiel schon nach dem Sieg über Bencic von ihr ab.
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