Nach ihrem Sieg über Venus Williams hat Sabine Lisicki die Top Ten der Weltrangliste im Visier

Nur sechs Tage nach der peinlichen Pleite gegen die 44 Jahre alte Kimiko Date-Krumm in Stanford gab Lisicki in Toronto gegen Venus Williams die passende Antwort. Mit 6:0, 6:3 deklassierte sie die siebenmalige Grand-Slam-Siegerin aus den USA. Mit Trainer Christopher Kas kam sie überein, "dass wir an den richtigen Dingen arbeiten müssen". Darüber hinaus visiert sie große Ziele für die Zukunft an.

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Sabine Lisicki ist nicht dafür bekannt, sich lange mit eigenen Niederlagen zu beschäftigen, was ihr oft den Vorwurf einbrachte, beratungsresistent durch die Tennis-Welt zu schlingern. Als die ebenso talentierte wie unbeständige Berlinerin bei ihrem Lieblingsturnier in Wimbledon rausflog, weil sie der Schweizerin Timea Bacsinszky zu selten in deren offensichtlich schwächere Vorhand spielte, später aber "keine Erklärung" für das bittere Aus fand, wunderte sich selbst Bundestrainerin Barbara Rittner über die Einstellung ihrer Nationalspielerin.
"Ich wusste, dass ich die letzte Woche hinter mir lassen muss", sagte Lisicki. Mit Trainer Christopher Kas kam sie überein, "dass wir an den richtigen Dingen arbeiten und dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis alles wieder funktioniert". Zweifel verbietet sich Lisicki, Zweifel gibt es nicht in ihrer Tennis-Welt. Von Fans und Kritikern fordert sie Geduld, irgendwann werde sie schon das Maximum aus sich herausholen.
Ziel zunächst aus den Augen verloren
Seit Jahresbeginn arbeitet Lisicki mit Ex-Profi Kas zusammen, die Liaison sollte ihr Konstanz und damit einen Schub verleihen, der sie in der Weltrangliste in die Region katapultiert, wo sie nicht nur nach eigener Ansicht hingehört: in die Top 10. Nach einem verheißungsvollen Frühjahr mit dem Halbfinale in Indian Wells und dem Viertelfinale in Miami verlor sie das Ziel jedoch aus den Augen.
Lisickis eigentümliche Erklärung für den schwachen Sommer: Die Umstellungen vom Hartplatz auf Sand und vom Sandplatz auf Rasen seien ihr nicht geglückt. Zurück auf dem Hardcourt, auf dem in weniger als drei Wochen die US Open in New York (31. August bis 13. September) steigen, strauchelte sie in Stanford erneut, umso wichtiger war der Erfolg gegen die ältere der beiden Williams-Schwestern. Den Sieg muss sie nun gegen Barbora Strycova (Tschechien) oder Varvara Lepchenko (USA) bestätigen.
Lisicki tankt neues Selbstvertrauen
Überbewerten darf sie den Erfolg gegen eine 35 Jahre alte Gegnerin nicht, zu harmlos servierte die einstige Branchenführerin Venus Williams, die ihre Karriere trotz der Autoimmunkrankheit Sjögren-Sydrom unermüdlich fortsetzt, mit dem zweiten Aufschlag. Lisicki nahm alle Geschenke inklusive sieben Doppelfehler dankend an, anders als gegen Date-Krumm (6:1, 4:1), brachte sie diesmal auch ihre klare Führung ins Ziel. "Das gibt mir viel Selbstvertrauen nach dieser Niederlage", sagte Lisicki und ließ für einen Moment erkennen, dass die peinliche Pleite doch ihre Wirkung hinterlassen hatte.
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