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Ohne Selbstvertrauen, ohne Erfolg: Kerber-Frust vor den US Open

Ohne Selbstvertrauen, ohne Erfolg: Kerber-Frust vor den US Open
Von Eurosport

06/08/2019 um 14:14Aktualisiert 06/08/2019 um 16:39

Angelique Kerber ist beim WTA-Turnier in Toronto in der ersten Runde gegen die Russin Daria Kassatkina ausgeschieden. Ihren Negativlauf setzt sie also auch nach Wimbledon fort. Sie scheint nicht mehr in die Spur zu finden, auch nach der Trennung von Trainer Rainer Schüttler. In Toronto schien sie außerdem nicht auf dem Fitness-Level zu sein, der sie eigentlich auszeichnet.

Angelique Kerber musste sich geschlagen geben, in drei Sätzen mit 6:0, 2:6, 4:6. Daria Kassatkina, die in diesem Jahr bei 15 Turnier-Teilnahmen gerade mal zwölf Matches gewonnen hat, verriet anschließend ihr Erfolgsrezept, das so simpel klingt und doch Kerbers ganze Misere aufzeigt.

Ich habe einfach versucht, den Ball immer wieder zurückzuspielen und sie zu Fehlern zu zwingen", sagte Kassatkina. Das funktionierte, Kerber leistete sich in dem 1:57 Stunden dauernden Match 45 Unforced Errors und konnte selbst eine 4:2-Führung im dritten Satz nicht zum Sieg nutzen.

Video - Einbruch nach 6:0 im ersten Satz: Kerber scheitert in Toronto in Runde eins

01:17

Kerber dominiert - und verliert den Faden

Wie so oft, wenn sie ein Match am Anfang dominiert, verlor Kerber gegen Kassatkina den Faden. Immer mehr machte sie den Eindruck, das Match nicht gewinnen, sondern irgendwie nicht verlieren zu wollen. Sie wich weit hinter die Grundlinie zurück, spielte defensiv, überließ Kassatkina die Kontrolle. "Ich habe im zweiten Satz gemerkt, dass was geht", sagte die Russin, die das 0:6 scheinbar unbeeindruckt weggesteckt hatte und einfach den Schalter umlegte.

Genau das schafft Kerber in kritischen Situationen nicht, auch gegen Kassatkina spielte sie ihr Match nicht fertig. Ihre Körpersprache verriet wie so oft das fehlende Selbstvertrauen, zudem wirkte sie in der zweiten Hälfte der Partie nicht so fit, wie sie es normalerweise ist. Die Beine schienen schwerer als sonst, oft kam Kerber einfach zu spät zum Ball.

Nur noch zwei Wochen bleiben bis New York

Toronto war Kerbers erster Auftritt seit der frustrierenden Zweitrunden-Niederlage gegen die Amerikanerin Lauren Davis in Wimbledon. Danach folgten die einvernehmliche Trennung von Trainer Rainer Schüttler und der ersehnte Urlaub. Seit knapp zwei Wochen ist Kerber wieder im Wettkampfmodus, Toronto sollte auf dem Weg zu den US Open das erste Erfolgserlebnis werden. Nun bleiben ihr in den nächsten beiden Wochen noch Cincinnati und das 250.000-Dollar-Turnier Bronx Open im unmittelbaren Vorfeld der US Open.

Kurz nach ihrem Aus in Wimbledon hatte sie sich via Instagram zu Wort gemeldet: "Egal, ob du das letzte Match gewonnen oder verloren hast, es ist vorbei, und du musst aus Sieg und Niederlage lernen. Es hat immer ein Auf und Ab in meiner Karriere gegeben, ich habe das als Teil meiner Geschichte akzeptiert. Mehr noch, ich habe daraus gelernt und die Herausforderungen angenommen." Leichter wird es nicht.

(SID)