Alle wollen "Angie": Angelique Kerber ist in Stuttgart der Star

Alle wollen "Angie": Der Rummel um Angelique Kerber ist beim Heimspiel in Stuttgart enorm. Keine Zeit für eine Pause für die Grand-Slam-Gewinnerin. Einen Tarnumhang wie Harry Potter besitzt Angelique Kerber nicht. Deshalb zieht sie sich manchmal einfach die Kapuze über den Kopf, wenn sie zwischen ihren vielen Terminen mal unerkannt entwischen will.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Das bleibt in den Tagen des WTA-Turniers von Stuttgart allerdings ein schwieriges Unterfangen. Der Rummel um Titelverteidigerin Kerber ist beim Heimspiel groß. Ihre Sternstunde Down Under hat alles verändert. Alle wollen "Angie" - aber der neue und bodenständige Tennisstar braucht eben auch mal seine Ruhe.
Eine Erkenntnis, die die 28-Jährige nach turbulenten Wochen im Rampenlicht und einer kurzen Schwächephase auf dem Court gewonnen hat. "Ich habe in den letzten Wochen gelernt, jede einzelne Minute voll zu nutzen, um Energie und Kraft zu tanken", sagte Kerber nach dem 4:6, 6:3, 6:1 gegen Annika Beck (Bonn) und ihrem Viertelfinaleinzug in Stuttgart.
Die Weltranglistendritte hatte sich bewusst dafür entschieden, ihre Auftaktpartie am Mittwoch zu absolvieren, um sich am Donnerstag komplett zurückzuziehen. Keine Termine - einfach mal mit den als Glücksbringer angereisten Großeltern gemütlich frühstücken und quatschen.

Enormer Medienrummel um Kerber

Kerber hatte Oma und Opa sicherlich viel zu erzählen. Vielleicht auch über ihr volles Programm im Schwabenland. Erst am Montagmittag war die erste deutsche Major-Siegerin seit Steffi Graf 1999 zusammen mit dem Fed-Cup-Team per Privatjet vom Play-off-Spiel in Rumänien (4:1) angereist.
Danach standen für Kerber ein Fotoshooting, mehrere Medientermine, eine Einpark-Challenge, ein Show-Doppel, die Präsentation auf dem Platz sowie die Players Night auf dem Plan.
Dienstagfrüh schlug die Kielerin mit ein paar Hochbegabten Bälle, die jüngst ihr Mathe-Abitur mit 15 Punkten "gebaut" hatten. Dazwischen erfüllte sie geduldig jeden Wunsch der Autogrammjäger. Der Bodyguard, der ihr in diesen Tagen nur selten von der Seite weicht, brauchte nicht einzugreifen.
Kerber präsentiert sich sympathisch und volksnah - nichts zu spüren von Starallüren. Ihre Ankündigung nach dem Melbourne-Coup ("Die Angie bleibt die Angie") beherzigt sie wie erwartet.
Doch der Stress zehrt auch an den Kräften. Beschweren will sich die deutsche Nummer eins aber nicht. "Soll ich mich beklagen? Ich habe doch immer von so einem Erfolg geträumt", meinte Kerber.

Steffi Graf unterstützt Kerber

Wichtige Tipps konnten ihr diesbezüglich Steffi Graf und deren Mann André Agassi geben, mit dem die Australian-Open-Gewinnerin jüngst in Las Vegas trainierte. Grand-Slam-Rekordsiegern Graf riet Kerber zu Gelassenheit. "Wir haben versucht, Angie klarzumachen, dass sie die innere Ruhe finden muss", berichtete Graf und sagte: "Hektik ist nicht angebracht".
Auch Boris Beckers früherer Manager Ion Tiriac hatte Kerber am Rande des Fed Cups in Rumänien am vergangenen Wochenende in den höchsten Tönen gelobt. "Sie ist ein Glücksfall für das deutsche Tennis", meinte Tiriac: "Ich sehe noch Potenzial bei ihr, Angelique kann noch einiges gewinnen."
Zum Beispiel zum zweiten Mal den Porsche Grand Prix in Stuttgart. Ein gutes Omen gibt es schonmal: Bei der Einpark-Challenge führt Kerber mit 1:43 Minuten. Auch 2015 hatte sie den Geschicklichkeits-Wettbewerb für sich entschieden - und wenige Tage später auch das prestigeträchtige Hallen-Sandplatzturnier.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung