Olympia 2021: Europameister Timo Boll feiert souveränen Auftaktsieg nach Fehlstart

Tischtennis-Altmeister Timo Boll ist mit einem souveränen Sieg in seine sechsten Olympischen Spiele gestartet. Der 40 Jahre alte Europameister bezwang Werder Bremens kasachischen Bundesliga-Spieler Kirill Gerassimenko nach Startschwierigkeiten klar mit 4:1 (7:11, 11:6, 11:7, 11:2, 11:1) und zog zum sechsten Mal ins Achtelfinale ein. Dimitrij Ovtcharov startet am Dienstag in die Olympischen Spiele.

Tischtennis-Star Timo Boll zieht in das Achtelfinale ein.

Fotocredit: Getty Images

"Am Anfang habe ich den Ball noch nicht so gespürt, aber das ist normal. Im zweiten Satz wurde ich dann immer besser und besser", sagte Boll nach dem letztlich klaren 4:1 in Sätzen gegen Gerassimenko: "Gut, dass ich da die Wende geschafft habe und mein Spiel spielen konnte."
Auch bei seinen sechsten Spielen steht Boll somit im Achtelfinale. Auf dem Weg zu seiner erhofften ersten Olympia-Medaille im Einzel trifft Boll nun auf den Südkoreaner Jeoung Young-sik oder seinen ehemaligen Klubkollegen Panagiotis Gionis (Griechenland). Im Viertelfinale droht allerdings ein Duell mit dem chinesischen Weltranglistenersten Fan Zhendong.
So weit wollte Jörg Roßkopf indes noch nicht denken. "Es ist noch ein weiter Weg", sagte der Männer-Bundestrainer dem "SID" nach dem gelungenen Auftakt: "Timo wird jetzt erst einmal ein schweres Spiel gegen Jeoung bekommen, denke ich. Da brauchen wir uns über das Viertelfinale noch keine Gedanken zu machen."

Wende im dritten Satz

Bolls Form jedenfalls passt. Im Tokyo Metropolitan Gymnasium in Sichtweite zum Olympiastadion brauchte der frühere Weltranglistenerste zwar etwas Anlaufzeit, siegte dann aber souverän. Knackpunkt war der dritte Satz, als der Routinier beim Stand von 7:7 die Nerven behielt und mit vier Punkten in Folge den Durchgang für sich entschied.
"Danach habe ich auch ein paar schwere Bälle getroffen. Da war er dann gebrochen", sagte Boll, der bei Olympia im Einzel noch nie über das Viertelfinale (2004) hinausgekommen ist. Bei seinen vielleicht letzten Sommerspielen soll sich das ändern. "Timo ist in einer guten Form, körperlich wie mental", sagte Roßkopf: "Aber hier haben 20, 25 Spieler realistische Chancen auf eine Medaille. Und da gehört Timo dazu, ganz klar. Dafür ist er hier."
Es wäre die Krönung einer schon jetzt sensationellen Karriere. Mit dem Team gewann Boll bei Olympia einmal Silber (2008) und zweimal Bronze (2012, 2016), doch im Einzel fehlt Edelmetall noch. "Mal schauen, was noch passiert", sagt Boll und eilte zurück ins Dorf. Dort werde er bis zum nächsten Spiel "Serien gucken" und "dummes Zeug mit den Kollegen quatschen", sagt Boll: "Wie es halt in einer Männer-WG abläuft."
Der London-Dritte Dimitrij Ovtcharov (Orenburg/Hameln) greift ebenso wie Abwehrspezialistin Han Ying (Düsseldorf/Tarnobrzeg) erst am Dienstag ins Geschehen ein. Ovtcharov, in Tokio vor Boll an Nummer sieben gesetzt, trifft auf den Russen Kirill Skatschkow.
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(SID)
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Quelle: Eurosport

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