Le Mans: Neuer Hypercar-Rekord in der Hyperpole Qualifikation - Bestzeit für Cadillac, ein Toyota scheitert erneut

Das Qualifying für die 93. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans hat gleich für Aufreger gesorgt: Wie im Vorjahr verpasste der Toyota #7 (Conway/Kobayashi/de Vries; 16.) die Hyperpole. Nachdem im Vorjahr Kamui Kobayashi eine rote Flagge verursacht hatte und damit seine Zeiten verlor, war diesmal Nyck de Vries schlicht zu langsam. Beide Peugot und zwei Porsche kamen nicht in die Session.

Abflug zur Unzeit: Schumacher-Zeit fast von Teamkollegen ruiniert

Quelle: Eurosport

Die nachträgliche technische Kontrolle kostete dem Porsche #6 die Qualifikation. Der 963 von Kevin Estre, Laurens Vanthoor und Matt Campbell wurde wegen Untergewichts nachträglich disqualifiziert und muss nun vom Ende des Hypercar-Feldes ins Rennen starten.
Der Porsche #6 hatte sich ursprünglich als Vierter für die entscheidende Hyperpole-Session qualifiziert. Kevin Estre lag während des Qualifyings sogar zwischenzeitlich an der Spitze. Doch um 23:27 Uhr wurde das Urteil gefällt.
Bei der obligatorischen technischen Nachkontrolle stellten die Rennkommissare fest, dass der Porsche 963 das vorgeschriebene Mindestgewicht unterschritten hatte. Diese Regelverletzung führte zur sofortigen Disqualifikation aus dem Qualifying-Ergebnis.
Jubeln darf dadurch das Team The Heart of Racing (THOR): Weil alle nachfolgend platzierten Fahrzeuge um eine Position nach vorne rücken, ist der Aston Martin #009 (Riberas/Sörensen/De Angelis) der große Profiteur dieser Entwicklung. Der Valkyrie rutscht als 15. sensationell in die Hyperpole nach.

Schumacher im Glück

Ursprünglich hatte das britische Team den Einzug in die Top 15 knapp verpasst, weil Felipe Nasr sich im Porsche #4 (Nasr/Tandy/Wehrlein; 13.) in letzter Sekunde vorbeischob.
Damit hat der Valkyrie nun doch noch bei seinem Debüt auf dem Circuit de la Sarthe die Hyperpole erreicht, insbesondere gegen den Toyota #7 (Conway/Kobayashi/de Vries), an dessen Ausscheiden (16.) sich durch die Disqualifikation nichts geändert hat.
Bangen musste Mick Schumacher. Der Deutsche hatte im Alpine #36 (Gounon/Makowiecki/Schumacher; 9.) eine Gelbe Flagge missachtet. Diese war ausgerechnet durch seinen Teamkollegen Paul-Loup Chatin im Alpine #35 (Chatin/Habsburg/Milesi; 14.) mit einem Ausritt im Bereich Maison Blanche verursacht worden. Er kam jedoch mit einem blauen Auge davon.

Deutliche Steigerung bei den Hypercars

An der Spitze zauberte derweil Alex Lynn einen neuen Hypercar-Streckenrekord in den Asphalt. 3:22.847 Minuten waren 0,145 Sekunden schneller als die bisher schnellste Hypercar-Runde von Antonio Fuoco in der Hyperpole 2023.
Die Hypercar-Piloten steigerten sich im Laufe der Session deutlich und überboten sich regelmäßig. Anfänglich sah alles noch nach der befürchteten Ferrari-Dominanz aus, denn zunächst setzten sich Yifei Ye im AF-Corse-Ferrari #83 (Kubica/Ye/Hanson) und Alessandro Pier Guidi im Ferrari #51 (Pier Guidi/Calado/Giovinazzi) an die Spitze.
Yes Zeit sollte tatsächlich nur für Platz elf reichen, was aber für die Hyperpole ausreicht. In der #51 verbesserte sich Antonio Giovinazzi auf immer schneller werdender Strecke noch auf Platz drei. Da waren aber schon längst LMDh-Fahrzeuge an die Spitze gefahren.

BMW mit guter Quali

Zunächst sorgte Estre im später disqualifizierten Porsche #6 für eine deutliche Steigerung der Zeiten. Er wurde schnell abgelöst durch Dries Vanthoor im BMW #15 (D. Vanthoor/Magnussen/Marciello; 2.).
Der Belgier stand unter Druck, nachdem ihm zwei Runden wegen Tracklimits aberkannt worden waren. Er war bereits schneller als der alte Hypercar-Rekord.
Schließlich durchbrach Alex Lynn die Marke noch um 0,040 Sekunden und holte sich die Bestzeit. Cadillac zeigte regelmäßig im abtriebsintensiven dritten Sektor die besten Zeiten, Vanthoor war auf seiner Zauberrunde aber noch eine Tausendstelsekunde im dritten Abschnitt schneller. Insgesamt reichte es aber für Lynn.

Zwei Abbrüche im LMP2-/LMGT3-Qualifying

Die Sitzung für die LMP2- und LMGT3-Teams musste mit der Roten Flagge unterbrochen und letztlich mit einer weiteren Roten Flagge sogar abgebrochen werden. Der Abbruch vier Minuten vor Schluss beendete die Hoffnungen einiger Teams vor allem in der LMGT3-Klasse.
Zunächst erlebte Iron Lynx die zweite Pleite nach dem Unfall des Mercedes #63 (S. Grove/B. Grove/Stolz) im Training zuvor, der in dessen Folge nicht am Qualifying teilnehmen konnte.
Im Qualifying rollte dann Andrew Gilbert im Iron-Lynx-Mercedes #60 (S. Grove/B. Grove/Cairoli) aus. Für den endgültigen Abbruch sorgte dann Custodio Toledo, der mit dem AF-Corse-Ferrari #150 (Toledo/Wadoux/Agostini) ausrollte.
In beiden Klassen ging es darum, unter die besten Zwölf zu kommen, um sich für die Hyperpole zu qualifizieren. Etwas überraschend den Einzu in die LMP2-Hyperpole verpasste der Inter-Europol-Oreca #34 (Boulle/Simmenauer/Ghiotto) von Ex-Formel-2-Fahrer Luca Ghiotto.

Überraschung in der LMGT3

In der LMGT3, in der wie üblich der Amateurfahrer das reguläre Qualifying fuhr, gab es gleich mehrere Überraschungen. Petru Umbrarescu im ASP-Lexus #87 (Umbrarescu/Schmid/Lopez; 14. LMGT3) verpasste den Einzug, weil er nur eine einzige gezeitete Runden hinbrachte.
Mit Yasser Shahin im WRT-BMW #31 (Shahin/Boguslawski/Farfus; 16. LMGT3) und Ben Keating in der TF-Sport-Corvette #33 (Keating/Edgar/Juncadella; 17. LMGT3) erwischte es zwei weitere starke WEC-Fahrzeuge.
Auch die populären Iron Dames verpassten den Einzug. Celia Martin kam im Manthey-Porsche #85 (C. Martin/Frey/Bovy) nicht über den 19. Platz hinaus.
Für die Hyperpole qualifiziert:
1. Cadillac #12 (Lynn/Nato/Stevens)
2. BMW #15 (D. Vanthoor/Magnussen/Marciello)
3. Ferrari #51 (Pier Guidi/Calado/Giovinazzi)
4. Cadillac #38 (Bamber/Bourdais/Button)
5. Ferrari #50 (Fuoco/Molina/Nielsen)
6. Porsche #5 (Andlauer/Christensen/Jaminet)
7. BMW #20 (Rast/Frijns/S. van der Linde)
8. Action-Express-Cadillac #311 (Aitken/Drugovich/Vesti)
9. Alpine #36 (Gounon/Makowiecki/Schumacher)
10. Toyota #8 (Buemi/Hartley/Hirakawa)
11. AF-Corse-Ferrari #83 (Kubica/Ye/Hanson)
12. WTR-Cadillac #101 (R. Taylor/J. Taylor/Albuquerqe)
13. Porsche #4 (Nasr/Tandy/Wehrlein)
14. Alpine #35 (Chatin/Habsburg/Milesi)
15. Aston Martin #009 (Riberas/Sörensen/De Angelis)
Ausgeschieden:
16. Toyota #7 (Conway/Kobayashi/de Vries)
17. Peugeot #94 (Duval/Jakobsen/Vandoorne)
18. Peugeot #93 (di Resta/Mik. Jensen/Vergne)
19. Proton-Porsche #99 (Jani/Pino/Varrone)
20. Aston Martin #007 (Tincknell/Gamble/Gunn)
DSQ Porsche #6 (Estre/L. Vanthoor/Campbell)
Für die Hyperpole qualifizierte LMP2s:
1. TF-Oreca #199 (Hyett/Cameron/Deletraz)
2. United-Autosports-Oreca #23 (Schneider/Jarvis/Hanley)
3. Algarve-Pro-Oreca #45 (Kurtz/Catsburg/Quinn)
4. TDS-Oreca #29 (Sales/Beche/Novalak)
5. United-Autosports-Oreca #22 (van der Zande/Fittipaldi/Heinemeier Hanson)
6. Panis-Oreca #48 (Gray/Masson/Perera)
7. Algarve-Pro-Oreca #25 (Kaiser/Fluxa/Pourchaire)
8. Inter-Europol-Oreca #43 (Smiechowski/Dillman/Yelloly)
9. IDEC-Oreca #28 (Lafargue/van Uitert/Alvarez)
10. RLR-Oreca #16 (Mic. Jensen/Cullen/Pilet)
11. AF-Corse-Oreca #183 (Perrodo/Vaxiviere/Felix da Costa)
12. CLX-Oreca #37 (Malichin/Blomqvist/Vautier)
Für die Hyperpole qualifizierte LMGT3s:
1. WRT-BMW #46 (Al Harthy/Rossi/K. van der Linde)
2. THOR-Aston-Martin #27 (James/Robichon/Drudi)
3. Manthey-Porsche #92 (Hardwick/Pera/Lietz)
4. ASP-Lexus #78 (Robin/Gehrsitz/Hawksworth)
5. TF-Sport-Corvette #81 (van Rompuy/Andrade/Eastwood)
6. ASP-Lexus #87 (Umbrarescu/Schmid/Lopez)
7. Tempesta-Ferrari #193 (Hui/Froggatt/Chever)
8. United-Autosports-McLaren #59 (Cottingham/Baud/Saucy)
9. AF-Corse-Ferrari #21 (Heriau/Mann/Rovera)
10. AF-Corse-Ferrari #54 (Flohr/Castellacci/Rigon)
11. Iron-Lynx-Mercedes #61 (Berry/Hodenius/M. Martin)
12. United-Autosports-McLaren #95 (Leung/Gelael/Sato)
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Highlights: Reifenpech kostet Mick Schumacher möglichen Sieg

Quelle: Eurosport


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