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8 Stunden von Bahrain: Toyota entreißt Porsche WEC-Herstellerwertung - Team Penske holt dennoch Fahrertitel
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Publiziert 02/11/2024 um 20:32 GMT+1 Uhr
Porsche hat das Hypercar-Jahr nahezu perfekt abgeschlossen: Nachdem die Porsche 963 des Werksteams Penske bereits alle Titel in der IMSA SportsCar Championship gewonnen haben, geht auch der Fahrertitel in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) nach Weissach. Es ist der erste offizielle Weltmeistertitel für das Team. Die Herstellerwertung ging nach den 8 Stunden von Bahrain an Toyota.
Toyota jubelt in Bahrain und entreißt Porsche die Herstellerwertung
Quelle: Eurosport
Laurens Vanthoor, Andre Lotterer und Kevin Estre mussten bei den 8 Stunden von Bahrain nicht einmal punkten. Da weder der Ferrari #50 (Fuoco/Molina/Nielsen) noch der Toyota #7 (Conway/Kobayashi/de Vries) das Rennen gewannen, wurde der Porsche #6 automatisch Weltmeister.
Der Sieg in Bahrain ging an den Toyota #8 von Sébastien Buemi, Brendon Hartley und Ryo Hirakawa. Der Toyota lag zu Beginn des Rennens in Führung, wurde nach 19 Minuten von Hiroshi Koizumi in der TF-Sport-Corvette #82 (Koizumi/Baud/Juncadella) umgedreht, profitierte aber in der Schlussphase von zwei der für Bahrain eher untypischen Safety-Car-Phasen.
Mit diesem Sieg entriss Toyota Porsche zugleich den Titel in der Herstellerwertung. Der komplette "Clean Sweep" durch das Team Penske blieb damit aus.
Toyota baute damit im ersten Rennen nach der Trennung von Teamdirektor Rob Leupen seine Statistik aus, seit 2018/19 in jedem Jahr mindestens einen WM-Titel geholt zu haben.
Alle Titelkandidaten rennen in Probleme
Keiner der drei Anwärter auf den Fahrertitel hatte ein perfektes Rennen. Bereits in der Startrunde gerieten der Porsche #6 und der Ferrari #50 in Kurve 4 in einen Dreikampf mit dem BMW #15 (D. Vanthoor/Marciello/Wittmann), der in einer Kollision endete.
Der Porsche fiel bis auf Platz 15 zurück, der Ferrari war danach trotz Wechsels der Frontpartie über weite Strecken nicht konkurrenzfähig. Zwischenzeitlich gab es einen Funkspruch über fehlende Motorleistung.
Toyota hatte also durchaus Chancen auf den WM-Titel. Die #7 hätte dafür gewinnen, der Porsche #6 außerhalb der Punkteränge landen müssen. In der dritten Stunde trat dann das Problem auf, das Toyota den Fahrertitel kosten sollte. Ein Sicherheitsprotokoll schaltete die Benzinpumpe immer wieder ab und der Toyota wurde langsamer.
Kobayashi konnte das Problem beheben und es sah zunächst so aus, als könnte der Toyota, der zwischenzeitlich auf Platz sechs zurückgefallen war, doch noch um den Sieg kämpfen. Zur Halbzeit lag die #7 sogar kurzzeitig in Führung, nachdem sie den Ferrari #51 (Pier Guidi/Calado/Giovinazzi) an der Box überholt hatte.
Doch von da an ging es steil bergab. Mit Nyck de Vries am Steuer kehrten die Probleme zurück und der Toyota fiel ab der fünften Stunde aus den Top 10 heraus. Nach der ersten von zwei Safety-Car-Phasen entschied sich Toyota, die #7 zurückzuziehen.
Damit blieb nur noch der Ferrari #50 im Titelrennen. Dieser hätte ebenfalls das Rennen gewinnen und darauf hoffen müssen, dass der Porsche #6 maximal Neunter wird. Tatsächlich brachten die beiden Safety-Car-Phasen in den letzten zweieinhalb Stunden die #50 noch einmal in Schlagdistanz, zumal sie auf der Strategie des siegreichen Toyotas fuhr.
Doch eine Stunde und fünf Minuten vor Schluss war es endgültig vorbei: Im Kampf mit dem Alpine #36 (Milesi/Schumacher/Vaxiviere) von Charles Milesi zog sich Nicklas Nielsen einen Reifenschaden zu, der der #50 die letzte Chance auf Rennsieg und Titel raubte. Milesi wollte in Kurve 4 den Ausgang blocken, rutschte aber weg und der Ferrari streifte die eingedrehte Front des Alpines, wobei der linke Hinterreifen aufgeschlitzt wurde. Die Fahrer-WM war entschieden.
Buemi ringt Campbell nieder
Das Rennen wurde in einem 90-minütigen Sprint entschieden. Zuvor hatte es eine der seltenen Safety-Car-Phasen in Bahrain gegeben. In einem spektakulären Feuerball verabschiedete sich der Motor des Proton-Ford #88 (Roda/Levorato/Olsen). Weniger als eine Stunde später blieb der Peugeot #94 (Vandoorne/di Resta/Duval) liegen.
Den Kampf um den Sieg und damit auch um die Konstrukteurswertung machten schließlich Matt Campbell im Porsche #5 (Campbell/Christensen/Makowiecki) und Sebastien Buemi unter sich aus. Beide hatten die richtige Strategie, als sie beim letzten Safety-Car mit vorgeschaltetem VSC stoppten. Allerdings hatte der Toyota beim letzten Stopp eine Stunde vor Schluss mehr frische Reifen.
Das "Race Winning Overtake" praktizierte Buemi 40 Minuten vor Schluss in Kurve 8. Dabei kam es zu einer Berührung und Buemi musste den Platz wieder abgeben. Doch er holte sich die Führung sofort zurück und fuhr den Sieg nach Hause.
Für Toyota war es dennoch ein bittersüßer Titel. Weil die #6 sich am Ende des Rennens noch zwei Strafen einfing, landete sie außerhalb der Punkte. Hätte die #7 durchgehalten, wären wohl beide Titel an Toyota gegangen.
Porsche sollte auch den zweiten Platz nicht halten: In der letzten Runde zog Antonio Giovinazzi an Matt Campbell vorbei, der keine Reifen mehr übrig hatte. Der Australier rettete Platz drei über die Linie.
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Quelle: Eurosport
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