Formel 1: Valtteri Bottas als Nachfolger von Nico Rosberg bei Mercedes bestätigt

Der Nachfolger von Nico Rosberg steht fest: Kein Megastar wie Sebastian Vettel oder Fernando Alonso, kein hoffnungsvoller Youngster wie Pascal Wehrlein - ein flotter Finne beerbt den Weltmeister: Valtteri Bottas erhält das begehrteste Cockpit der Formel 1 und folgt bei Mercedes auf den zurückgetretenen Rosberg. Bei Bottas' Ex-Team Williams kommt Felipe Massa zum Rücktritt vom Rücktritt.

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Damit fährt der als Leisetreter bekannte Valtteri Bottas, der in vier Jahren für Williams ohne Sieg in der Motorsport-Königsklasse geblieben ist, 2017 an der Seite von Alphatier und Formel-1-Superstar Lewis Hamilton.
"Das ist ein großartiger Tag für mich. Es war lange mein Traum für so ein Team zu fahren - ein Team von Champions", sagte Bottas bei seiner im Internet übertragenen Präsentation im Werk.
Teamchef Toto Wolff lobte den Neuzugang als "bodenständigen Jungen". Er sei "überhaupt nicht abgehoben, unkompliziert und voll konzentriert. Er ist ziemlich finnisch halt und er passt perfekt zu uns", ergänzte er und betonte:
Mercedes-Protegé Pascal Wehrlein soll sich derweil noch ein weiteres Jahr in einem zweitklassigen Team beweisen, der DTM-Champion von 2015 wechselt von Manor zu Sauber. Den Platz von Bottas bei Williams übernimmt der eigentlich bereits zurückgetretene Brasilianer Felipe Massa, der auch in den letzten Jahren für Williams unterwegs war.

Mercedes fehlt Mut für Wehrlein

Seit dem überraschenden Karriere-Ende von Rosberg am 2. Dezember hatten Wolff und Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda unter Hochdruck nach einem Ersatz gefahndet. Es wurden auch große Namen wie Fernando Alonso (McLaren) gehandelt, andere Hochkaräter wie Sebastian Vettel (Ferrari) oder Max Verstappen (Red Bull) waren schlicht nicht zu haben.
Für die naheliegende Lösung, den Mercedes-Junior Pascal Wehrlein (22) nach einer ordentlichen Rookie-Saison für das Hinterbänkler-Team Manor zu befördern, fehlte den Teamoberen wohl das Vertrauen - trotz der immensen Erfahrung, die Wehrlein bei Testfahrten und im Mercedes-Simulator sammelte.
Für die Verpflichtung des 27-jährigen Bottas musste Mercedes einige Steine aus dem Weg räumen. Ein Preisnachlass im zweistelligen Millionenbereich für den Motorenkunden soll eine Rolle gespielt haben. Und es war auch Warten angesagt, bis Williams einen adäquaten Ersatz für seinen Punktegaranten fand.

Massa aus dem Ruhestand zurück

Dafür bewegte das frühere Weltmeister-Team nun Routinier Massa (35) zur Rückkehr aus dem Ruhestand, nachdem dieser seinen Platz Ende 2016 für den milliardenschweren Rookie Lance Stroll (18/Kanada) hatte räumen müssen.
Weiterhin entbehrt der Bottas-Transfer nicht einer gewissen Pikanterie: Toto Wolff gehörten nicht nur bis Ende 2015 Anteile am Williams-Team, der Österreicher ist auch Mitbesitzer der Sportmanagement-Firma Aces, die Bottas vor vier Jahren erst in die Formel 1 gebracht hatte.
Im Gespräch mit der "Gazzetta dello Sport" deutete Wolff zuletzt allerdings an, dass ein Interessenkonflikt nicht auftreten werde, da für einen solchen Fall vertragliche Regelungen getroffen wurden. Natürlich könne er "keinen Mercedes-Fahrer managen oder andere kommerzielle Interessen an ihm haben", sagte Wolff, "es wird sich kein Problem ergeben".

Hamilton droht schon...

Bottas, der im oft überhitzten Formel-1-Geschäft stets nordisch-kühl daherkommt, steht bei den Silberpfeilen nun vor seiner Meisterprüfung. Siege und zweite Plätze sind Pflicht, die Konstrukteurs-WM das Minimum der Erwartungen. Dabei muss er gleich gegen den dreimaligen Weltmeister Hamilton bestehen - und der kündigte unlängst an, keine Gnade walten zu lassen gegen jeden, den ihm die Bosse an die Seite stellen:
Bottas erwartet die Zusammenarbeit mit Hamilton voller Vorfreude:
Der erste Hitzetest steht schon ab 27. Februar an, wenn in Barcelona erstmals die grundlegend neu konzipierten Rennwagen für 2017 getestet werden. Am 26. März geht es in Melbourne/Australien um die ersten WM-Punkte der Saison.

Valtteri Bottas im Steckbrief

Formel-1-Cockpits für 2017

Mercedes
Red Bull
Ferrari
Force India
Williams
McLaren-Honda
Toro Rosso
Haas
Renault
Manor
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Sauber
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