Borussia Dortmund hat Titel-Hunger: Hat da jemand Triple gesagt?
Eurosport bei GoogleBorussia Dortmund präsentiert sich im DFB-Pokal-Achtelfinale beim FC Augsburg sehr erwachsen und überwintert wie der FC Bayern München und Bayer Leverkusen in drei Wettbewerben. "Wir können um jeden Titel vorne dabei sein", sagt Julian Weigl. Und warum eigentlich nicht?
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Nach dem Spiel ließen die Fans die Glocken klingeln. Mit einer eigenen Interpretation des Weihnachtsrausschmeißers "Jingle Bells" feierte der BVB-Fanblock die Spieler von Borussia Dortmund, die soeben den FC Augsburg mit einer ziemlich abgeklärten Leistung auswärts 2:0 besiegt hatten.
"Wir haben nach einem zähen Beginn die Ruhe bewahrt. Es ging für uns Schritt für Schritt besser, und dann haben wir nach der Pause auch unsere Chancen genutzt", freute sich Trainer Thomas Tuchel, der einst als Jugendcoach für den FC Augsburg gearbeitet hatte.
"Nur vernünftig zu verteidigen, reicht gegen diese Dortmunder nicht", musste dagegen Augsburgs Trainer Markus Weinzierl anerkennen.
Intensiv, eng, zäh
Auf dem tiefen Augsburger Rasen war es ein echter Pokalfight, lange nicht besonders hübsch anzusehen, aber intensiv, eng, zäh. Und der BVB: wirkte ziemlich erwachsen, wie ein echtes Spitzenteam - mit einem echten Spitzenstürmer. So war es erneut Pierre-Emerick Aubameyang vergönnt, den BVB auf die Siegesstraße zu schießen (61.), recht humorlos drosch er die Vorlage von Lukasz Piszczek direkt in die Maschen. Henrich Mchitarjan klärte die Verhältnisse endgültig (66.).
Am Tag vor der Star-Wars-Premiere war also wieder auf Batman und Micky Verlass. Vor allem Aubameyangs Form ist schon fast unheimlich: 27 Pflichtspieltore diese Saison sind europäische Spitze. Mit 18 Liga-Toren führt er auch die internationale Wertung um den "Golden Shoe" an, den normalerweise die Herren Cristiano Ronaldo und Lionel Messi unter sich ausmachen.
Im gesamten Jahr 2015 hat der Gabuner nun 41 Mal für den BVB getroffen, nur die besagten Messi (43) und Ronaldo (50) trafen noch häufiger. "Das ist schon eine starke Quote!", lobte ihn Mitspieler Julian Weigl. Gegen Augsburg trifft Aubameyang besonders gerne: sieben Tore in sechs Spielen.
Beim BVB geht vorne die Post ab
Aber es war nicht nur Aubameyang, der glänzte. Auch Geburtstagskind Mats Hummels hat seine Form stabilisiert, Mchitarjan zaubert ohnehin schon die ganze Vorrunde, wenn er darüber nicht hier und dort das Toreschießen vergessen würde.
Und Jungspund Julian Weigl spielte auch in Augsburg wie ein alter Hase mit unzähligen Ballaktionen. "Es macht Spaß, wenn du hinten deinen Ball spielst und dann siehst, wie vorne die Post abgeht", sagte Weigl. "Wir waren in der zweiten Halbzeit sehr dominant, das war eine absolute Top-Leistung", meinte Tuchel.
Was Dortmund in Augsburg auszeichnete, war vor allem die Ruhe. "Wir haben den Kampf angenommen und in der zweiten Halbzeit auch spielerische Lösungen gefunden", sagte Weigl. "Der Gegner läuft sich irgendwann kaputt", meinte Hummels zur den BVB durchdringenden Coolness.
"Wir haben uns nicht verrückt machen lassen und einfach auf unser Tor gewartet", sagte Gonzalo Castro. "Das war ein Zeichen, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben", resümierte wieder Hummels:
Überwintern in drei Wettbewerben
So gut, dass der BVB ganz beiläufig in allen drei Wettbewerben überwintert - und sich berechtigte Hoffnungen auf Titel machen darf. Sicher, in der jeweils nächsten Pokalrunde kann alles vorbei sein - sowohl der FC Porto als auch der VfB Stuttgart (hier die Pokalauslosung) sind Stolpersteine und in der Liga bleibt der FC Bayern München das absolute Maß der Dinge.
Aber andererseits: 22 Siege aus 29 Pflichtspielen 2015/16 sind schlicht herausragend. In der Liga ist Bayern ja nur fünf Punkte weg - und wer weiß, was am letzten Hinrunden-Spieltag noch passiert. In der Europa League haben alle noch verbliebenen Gegner in etwa die Dortmunder Kragenweite, es gibt keinen klaren Favoriten. Und DFB-Pokal, das können sie in Dortmund: drei Finalteilnahmen in vier Jahren.
Und so sagte Weigl:
Hat da jemand Triple gesagt?
"Wir sind eine super Mannschaft, aber Bayern ist schon weit voraus", beeilte sich Weigl nachzuschieben. Aber: "Wir wollen einfach auf uns gucken und auf Champions-League-Kurs bleiben. Alles andere wird man sehen."
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