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BVB-Kapitän Mats Hummels und Coach Thomas Tuchel können nicht mehr richtig miteinander
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Publiziert 25/11/2015 um 19:29 GMT+1 Uhr
Es brodelt beim BVB: Das Verhältnis zwischen Coach Thomas Tuchel und Mats Hummels ist belastet. So belastet, dass ein Verkauf des Weltmeisters im Sommer immer wahrscheinlicher wird. Auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke konstatierte, der Abwehrchef sei "manchmal nicht ganz pflegeleicht“, ergänzte aber: "Es gibt beim Verhältnis zwischen Mats und uns definitiv keine Probleme." Oh doch, die gibt es.
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Mats Hummels ist genervt. Das Dauertheater um seine Person frustriert den BVB-Kapitän. Trainerschelte, Medienkritik und jetzt auch noch eine Verbal-Watsch‘n vom Klub-Boss.
"Ich weiß, dass er manchmal nicht ganz pflegeleicht ist“, erklärte Hans-Joachim Watzke vor dem Europa-League-Spiel am Donnerstag beim russischen Vertreter Krasnodar (ab 17:00 Uhr im Liveticker). Da nutzte auch der relativierende Rest seiner Aussage nicht mehr viel: "Das muss aber auch nicht immer ein Qualitätsnachteil sein. Ich habe ein ausgezeichnetes Verhältnis zu ihm. Es gibt beim Verhältnis zwischen Mats und uns definitiv keine Probleme."
Scheinbar doch, denn Hummels fühlt sich schon seit Wochen ungerecht behandelt. Am Montag platzte dem Abwehrchef der Kragen. "Jetzt ist’s aber mal gut mit der völlig überzogenen Kritik. Unglaublich, was man sich wohl gefallen lassen muss“, wetterte der Innenverteidiger. Die Kritik gehe "weit an der Realität vorbei“.
Atmosphärische Störungen
Dieser emotionale Ausbruch verrät mehr über die tatsächlichen atmosphärischen Störungen als der verständliche Deeskalationsversuch von Watzke. Die "Sport Bild“ behauptete sogar, es habe klubintern Gespräche gegeben, ob Hummels weiter Kapitän bleiben solle.
Hauptvorwürfe an Hummels sind seine schwankenden Leistungen und die teils umstrittene Außendarstellung als Kapitän. Nach dem Last-Minute-Ausgleich beim 2:2 gegen Darmstadt und der 1:5-Abreibung bei den Bayern rügte er Teamkollegen für deren Fehlverhalten, ohne sich selbst in die Pflicht zu nehmen. Das gefiel den BVB-Bossen überhaupt nicht. Hummels musste zum Rapport antreten. Dieser Strafgang gefiel wiederum Hummels nicht.
Prompt entschloss er, sich zurückzuziehen und öffentlich nicht mehr zu äußern, um sich auf Fußball zu konzentrieren. Nur blöd, wenn ausgerechnet er selbst immer wieder patzt. So wie beim 3.2-Derbysieg gegen Schalke, als er bei beiden Gegentoren schlecht aussah. Oder beim enttäuschenden 1:3 in Hamburg, als er beim 0:1 und 0:2 eine unglückliche Figur machte und das 0:3 per Eigentor gleich selbst fabrizierte. Nach der Pleite beim HSV verließ Hummels wortlos das Stadion.
Es waren nicht seine einzigen Fehler in dieser Spielzeit, die für den 26-Jährigen so stark begann. Jetzt leistet er sich nach überzeugenden Leistungen zu oft folgenschwere Patzer.
"Mats sollte als Kapitän vorangehen, insbesondere in der Thematik Selbstkritik“, erklärte Sportdirektor Michael Zorc. "Als Kapitän hast du eine besondere Verantwortung, der du auch in Stresssituationen gerecht werden muss.“
Keine echte Liebe mehr
Hört sich nicht (mehr) nach echter Liebe an.
Hummels war eigentlich schon vor dieser Saison weg. Manchester United wollte ihn unbedingt, aber Tuchel überredete den Nationalspieler zum Bleiben. Sie fanden ihre Ähnlichkeiten spannend und inspirierend. Jetzt können die beiden Alpha-Tiere nicht mehr richtig miteinander. Wie Tuchel hat auch Hummels einen eigenen Kopf und lässt sich wenig gefallen.
Sein Vertrag läuft noch bis 2017. Nur im kommenden Sommer kann der BVB noch einmal richtig abkassieren.
Interessenten gibt es genug. Schließlich hat Hummels mit 70 Prozent gewonnener Duelle die beste Zweikampfquote der Liga. Die Zeichen stehen trotzdem auf Trennung.
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