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Rugby-WM: Eurosport-Kommentator Jan Lüdeke über Fairness und Schiedsrichter Owens
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Publiziert 10/10/2015 um 10:15 GMT+2 Uhr
Eurosport-Kommentator Jan Lüdeke beleuchtet in seinem WM-Blog die ganz besondere Fairness, die im Rugby herrscht.
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Fotocredit: Eurosport
Der ehemalige deutsche Bundestrainer Peter Ianusevici hat einmal gesagt, der Schiedsrichter komme im Rugby direkt nach Gott. Dass dem wirklich so ist, davon können sich viele Deutsche, die bisher noch keinen oder wenig Kontakt zu Rugby hatten, bei dieser WM überzeugen.
Entscheidungen des Schiedsrichters werden akzeptiert, Ansagen häufig mit einem "Entschuldigen Sie" oder einem zustimmenden Nicken beantwortet. Davon sollten sich viele Sportarten, allen voran "König Fußball", mehr als nur eine Scheibe abschneiden.
"So etwas bräuchte der Fußball auch endlich mal!"
Ich habe das Gefühl, dass genau diese Form des gegenseitigen Respekts bei den deutschen Zuschauern gut ankommt. Ich habe während der WM viele Anschriften bekommen, in denen genau das rauskommt. "So etwas bräuchte der Fußball auch endlich mal!", hat mir gestern einer geschrieben, den ich als "neuen Rugby-Fan" bezeichnen würde.
Der Sport scheint gut anzukommen. Gerade auch wegen der Schiedsrichter-Sequenzen, die die Runde machen. Wenn Nigel Owens dem schottischen Spieler Stuart Hogg erklärt, dass er in zwei Wochen wiederkommen solle, wenn wieder Fußball in Newcastle gespielt werde, nachdem Hogg sich theatralisch hatte fallen lassen, dann ist das eine willkommene Abwechslung zu anderen Sportarten, in denen weniger gespielt als vielmehr versucht wird, die Unparteiischen zu täuschen
Einschalten lohnt sich, alleine wegen Schiedsrichter Owens
Auch ein kleiner Artikel, ich meine ein Leserbrief, der in einer südafrikanischen Zeitung abgedruckt wurde, macht momentan die Runde. Sinngemäß heißt es da: Was Rugby anderen Sportarten voraus hat? Dass ein 22-jähriger Spieler, weit über zwei Meter groß, über 120 kg schwer, auf einen Hinweis des Schiedsrichter nach einem Regelverstoß antwortet mit den Worten: "Sorry, Sir". Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Auch JP Doyle hat uns beim Spiel Fidschi gegen Uruguay gut gefallen. Er hatte ein gutes Fingerspitzengefühl und hat die Partie wirklich geleitet. Er war im Endeffekt der 31. Spieler auf dem Feld, ohne den das Spiel nie so gut geworden wäre.
Nigel Owens aus Wales gilt derzeit als bester Schiedsrichter der Welt. Er ist bekannt für seine knackigen Ansagen, die immer einen humorvollen Unterton für den Zuschauer haben, aber zweifelsfrei klare Ansagen an die Spieler darstellen. Er wird am Sonntag das Spiel Frankreich gegen Irland pfeifen, in dem es um den Sieg in Gruppe D geht - und darum, wer Titelverteidiger Neuseeland im Viertelfinale aus dem Weg geht. Einschalten lohnt sich, alleine wegen Owens. Der Mann kommt, wenn man so will, tatsächlich direkt hinter Gott.
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