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Deutschland droht Abstieg aus Weltgruppe: So läuft das Duell in Portugal

Deutschland droht der Abstieg: Darauf kommt's gegen Portugal an
Von Eurosport

13/09/2017 um 10:54Aktualisiert 13/09/2017 um 10:57

Das deutsche Davis-Cup-Team bangt um den Klassenerhalt in der Weltgruppe der besten 16 Tennis-Nationen. Wieder einmal. Und ausgerechnet beim Relegationsspiel in Portugal (15. bis 17. September) fehlen den Gästen ihre drei Top-Spieler. Gut, dass Boris Becker wieder da ist. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten vor der Partie im Clube de Ténis do Jamor von Oeiras:

Wer fehlt - und warum?

Deutschlands größter Hoffnungsträger, der Weltranglistenvierte Alexander Zverev, hat ebenso auf die Reise nach Portugal verzichtet wie sein Bruder Mischa Zverev und Philipp Kohlschreiber. Allen drei missfällt der Ausflug auf Sand inmitten der Hardcourt-Saison. Wiedergutmachung leisten für die peinliche Erstrunden-Niederlage gegen ersatzgeschwächte Belgier, an der alle beteiligt waren? Das kam ihnen kaum in den Sinn.

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Wer soll es für Deutschland richten?

Ein Mitläufer, ein Rückkehrer und zwei Neulinge. Kurz gesagt: Jan-Lennard Struff, Cedrik-Marcel Stebe sowie Yannick Hanfmann und Tim Pütz bilden ein B-Team, wie es selten zuvor im Davis Cup für Deutschland aufgelaufen ist.

Zumindest fühlt sich das Quartett auf Sand wohl, ist eingeschworen und hochmotiviert, Deutschland im Kreis der weltbesten Mannschaften zu halten. Struff hat immerhin drei seiner vier Einzel für Deutschland gewonnen, Stebe dem Team 2012 in Hamburg gegen den Australier Lleyton Hewitt die Klasse gesichert.

Welche Spieler stellt Portugal auf?

Neben Topspieler João Sousa, aktuelle die Nummer 57 in der Weltrangliste, setzt Teamkapitän Nuno Marques auf Pedro Sousa (Weltranglisten-Platz 107), Gastão Elias (148) und João Domingues (184).

Wie stehen die Chancen?

Gar nicht mal so schlecht, was allerdings vor allem an den Gastgebern liegt, die anders als Deutschland (Struff und Stebe) nur einen Spieler aus den Top 100 (Joao Sousa) aufbieten. Auch in den vergangenen beiden Jahren (in der Dominikanischen Republik und gegen Polen) profitierte eine ersatzgeschwächte DTB-Auswahl von der Schwäche des Gegners und schaffte den Klassenerhalt. "Als Außenseiter sehe ich uns nicht", sagt Kapitän Michael Kohlmann.

Was kann Boris Becker ausrichten?

Er wolle den Spielern "den Druck nehmen", das Wort ergreifen, wenn es "nötig und wichtig ist" und alle an seinen Erfahrungen teilhaben lassen, sagt der Kopf des deutschen Männertennis.

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In Oeiras füllt Becker diese Rolle erstmals im Davis Cup aus, auch er hätte sich eine andere Mannschaft gewünscht, auch er musste erkennen, dass sein Einfluss begrenzt ist. Ein Abstieg im ersten Spiel mit Hoffnungsträger Boris Becker wäre wie ein Treppenwitz der deutschen Tennisgeschichte.

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