Elia Viviani drehte eine Ehrenrunde nach der anderen. Der nimmermüde Italiener, so schien es, wollte selbst am Ende eines langen Wettkampftages einfach nicht vom Rad steigen.
Die ungefährdete Goldmedaille im EM-Ausscheidungsfahren auf der Bahn kostete er unter dem Beifall des Münchner Publikums voll aus.
"Ich wollte Italien und dieser fantastischen Mannschaft ein Trikot schenken", sagte Viviani nach seiner erfolgreichen Sonderschicht: "Sie haben es verdient."
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Das begehrte weiße EM-Trikot mit dem blauen Brustring hatte Viviani nämlich eigentlich schon früher gewinnen wollen. Im über 200 km langen Straßenrennen war der Radprofi vom Team Ineos Grenadiers vergeblich um den Sieg gesprintet. Viviani wurde Siebter - und entschloss sich kurzerhand für einen Start auf der Bahn.

Lob für Viviani: "Ein Ausnahmeathlet"

Fünf Stunden nach dem Hitzerennen auf der Straße saß Viviani in den Messehallen also wieder im Sattel. Es wurde eine klare Angelegenheit für den Weltmeister. Der Berliner Theo Reinhardt, der überraschend Silber gewann, kapitulierte schon nach Vivianis erstem kraftvollen Antritt.
"Er ist Weltklasse, ein Ausnahmeathlet, ganz klar. Man kann nur den Hut ziehen", sagte Reinhardt, der sich beeindruckt von Vivianis Doppel-Start zeigte: "Sowas kann an gewissen Tagen gut funktionieren, dieses Mal hat es gut funktioniert. Er kann sich durchsetzen im Feld, das ist ein Riesenvorteil."
Viviani begründete seinen Einsatz auch mit seinem WM-Titel. Das Regenbogentrikot kann er auch wegen seiner Verpflichtungen auf der Straße selten zur Schau stellen. Bei der WM im Oktober vor den Toren von Paris wird es neu vergeben. "Ich wollte wenigstens noch ein letztes Mal im Weltmeistertrikot fahren. Ich konnte es mir einfach nicht entgehen lassen, es zu zeigen."
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(SID)

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