UCI Track Champions League - Shootingstar Pröpster: "Hoffe, dass ich 2024 wieder mitmachen darf"
VonFelix Mattis
Publiziert 12/11/2023 um 22:28 GMT+1 Uhr
Den Titel in der Sprint League konnte Alessa-Catriona Pröpster der Keirin-Weltmeisterin Ellesse Andrews aus Neuseeland am Schlussabend der UCI Track Champions League in London nicht mehr entreißen. Doch auch als Zweitplatzierte hatte die 22-jährige Deutsche am Wochenende allen Grund zum Feiern. Nun geht es zurück auf die Schulbank – mit dem Wunsch im Kopf, im nächsten Jahr zur TCL zurückzukehren.
Harter Kampf um Sprint-Krone: Die Highlights vom Samstag
Quelle: Eurosport
Alessa-Catriona Pröpster hatte keine Wahl: Nach dem großen Finale der UCI Track Champions League im Lee Valley VeloPark auf der Londoner Olympiabahn von 2012 wurde gefeiert.
Auch wenn in der kommenden Woche in Kienbaum im Rahmen ihrer Ausbildung bei der Bundespolizei bereits wieder die nächsten Prüfungen anstehen, musste der zweite Gesamtrang in der Sprint League gebührend zelebriert werden.
Die Veranstalter hatten alle Teilnehmenden der dritten UCITCL-Saison zu einer After-Show-Party eingeladen, um an die Gute-Laune-Stimmung aus dem ausverkauften Velodrom direkt anzuknüpfen.
"Ich wollte erst gar nicht mitgehen, aber dann haben die Anderen gesagt: Wenn Du als Zweitplatzierte nicht mitkommst, dann ziehen wir dich an den Füßen aus dem Bett raus", erzählte Pröpster Eurosport.de am Sonntagnachmittag.
"Sowas gehört einfach dazu. Wir sind zwar Gegner auf der Bahn, aber neben der Bahn Freunde. Deshalb musste so ein Abschlussabend sein", so die 22-Jährige.
Von der Wildcard zum zweiten Gesamtrang
Verdient hatte sie sich die Feier in den vergangenen Wochen allemal. Pröpster machte aus ihrer Wildcard-Einladung im Sprint-League-Starterfeld der Track Champions League einen Ritt in Richtung Weltspitze.
Schon gleich am ersten Abend der Serie gewann sie die erste Entscheidung der Sprinterinnen auf Mallorca, holte die ersten 20 Punkte. Und von da an surfte sie auf der Erfolgswelle durch Berlin, Paris und London, um sich am Ende einzig und allein Andrews geschlagen geben zu müssen.
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Pröpster "haut wieder einen raus": Keirin-Triumph in Paris!
Quelle: Eurosport
"Ich bin super, super glücklich. Wenn mir das jemand vor vier Wochen gesagt hätte, hätte ich das niemals geglaubt", erklärte Pröpster. Zwar hätte sie am Ende natürlich auch gerne Andrews noch vom Thron verdrängt. Doch das wäre nur noch das Tüpfelchen auf dem i gewesen.
"So ein Glaspokal wäre schön gewesen in meiner neuen Wohnung", scherzte Pröpster. "Aber es war allgemein schon krass, dass es so funktioniert hat. Auch die Doppelbelastung mit Ausbildung und Wettkampf, dass ich da nicht krank geworden bin, das war echt total gut."
Am Montag zurück auf die Schulbank
Während die Neuseeländerin Andrews vier Wochen auf reiner Champions-League-Tour war und nach den Rennabenden am Folgetag in Richtung nächstem Veranstaltungsort reiste, um dort eine Woche vor Ort zu trainieren, kehrte Pröpster immer wieder nach Kienbaum vor den Toren von Berlin an ihre Ausbildungsstätte bei der Bundespolizei zurück, drückte dort die Schulbank und trainierte anschließend, um dann zum nächsten Wochenende hin wieder ins Flugzeug zu steigen.
Trotzdem präsentierte sie sich Woche für Woche wieder bärenstark, landete bei allen zehn Rennen an den fünf Event-Abenden in den Top 6 und hatte immer wieder Fahrerinnen wie Olympiasiegerin Kelsey Mitchell oder Sprint-Weltmeisterin Emma Finucane im Griff.
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Sensations-Coup im Sprint-Finale! Pröpster bezwingt Weltmeisterin
Quelle: Eurosport
"Ich glaube, dass ich mit ein bisschen mehr Selbstbewusstsein aus der Sache rauskomme. Und jetzt kennen mich mehr Menschen, was im Leistungssport auch nicht negativ ist – vielleicht auch für Sponsoren", formulierte Pröpster die Auswirkungen ihrer Erfolge vorsichtig zurückhaltend.
"Ich nehme jetzt den Rückenwind mit, dass ich doch etwas kann und es vorwärts geht mit meinem Körper und nach dem Sturz auch mein Kopf wieder funktioniert. Ich glaube, die Champions League hat gezeigt, dass ich mit all meinen Partnern und Unterstützern auf dem richtigen Weg bin."
Jedes Wochenende ein Pröpster-Highlight
Der Weg der letzten vier Wochen jedenfalls führte von Highlight zu Highlight und Pröpster konnte sich am Sonntag gar nicht entscheiden, was eigentlich das größte davon war: Der Sieg gleich zum Auftakt im Sprint auf Mallorca, als sie im Finale Weltmeisterin Finucane bezwang? Das Heim-Event in Berlin vor den Augen so vieler deutscher Fans und auch zahlreicher persönlicher Wegbegleiter? Der Sieg im Keirin auf der kommenden Olympia-Bahn von Paris in Saint-Quentin-en-Yvelines, als ihr Vater im Publikum saß? Oder der Sprint-Erfolg am Freitagabend in London? "Ich habe aus jedem Wochenende ein Highlight", sagte Pröpster vor ihrem Abflug aus der britischen in die deutsche Hauptstadt.
In Kienbaum stehen nun wieder Prüfungen an. Dann geht es Ende November nach Mallorca zu einem Trainingslager mit dem Nationalteam, über Weihnachten nach Hause und schließlich im Januar und Februar zu den Abschlussprüfungen bei der Bundespolizei.
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"Wahnsinns-Halbfinale!" Pröpster ringt Weltmeisterin nieder
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Die Europameisterschaften vom 10. bis 14. Januar in Apeldoorn, wo es für die Nationalverbände nochmal um Qualifikationspunkte für die Olympischen Spiele von Paris im kommenden August geht, wird Pröpster nicht bestreiten. Und auch an der Situation, dass das Teamsprint-Trio des BDR aus Lea Friedrich, Pauline Grabosch und Emma Hinze besteht, hat sich vorerst nichts geändert. Pröpster hofft für den August 2024 nur auf die Reservistinnen-Rolle.
"Hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder mitmachen darf"
Trotzdem aber waren die Erfolge in der Track Champions League wichtig. Denn Pröpster hat auf höchstem Level gezeigt, dass sie sofort bereit wäre, einzuspringen – und zwar nicht nur an einem goldenen Glückstag, sondern an vier Wochenenden hintereinander, immer und immer wieder.
"Ich war total happy, die Chance zu bekommen, hier zu starten und hoffe, dass ich es nächstes Jahr wieder machen darf", blickt sie schon jetzt ein Jahr voraus in Richtung Track Champions League 2024. "Es war eine superschöne Erfahrung."
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UCI TCL 2023 - Round 1 - Mallorca - Best-Of Onboard
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